Irgendwie werden einige Menschen - ausgerechnet kurz vor Weihnachten - so merkwürdig anhänglich.

Andere kommen auf die abstrusesten Ideen sich in Szene zu setzen. Wieder andere ändern sich nie.

Dabei könnte es doch so schön sein.

Ich bin ein Weihnachtsmensch, liebe Dominosteine, Schneeflocken und die ehrliche Überraschung. Freunde werde mich besuchen. Und schon jetzt bin ich so voller Vorfreude. Dieses Jahr habe ich sogar wieder Briefe und Karten geschrieben. Geschenke habe ich keines gekauft – sie sind alle selbst gemacht.

Da taucht doch glatt ein ehemaliger Freund aus der Versenkung auf, meldet sich nach Jahren per Telefon zurück, weil er sich an unsere wunderschöne gemeinsame Zeit erinnerte. Gut, ich dachte wunderbar, was solls und staunte nicht schlecht, als er mir anbot - ACHTUNG - mit ihm gemeinsam das Weihnachtsfest zu verbringen.Irre!Ehrlich, ich war richtig baff.Blöd war nur, ich habe einfach keine Lust auf einen Mann, der mich wegen der Frau sitzen ließ, die ihn nun verlassen hat.Irgendwo in Deutschland trinkt sich nun ein Mann seine Erinnerungen schön. Wenn er irgendwann einmal wieder nüchtern sein sollte, habe ich eine neue Handynummer.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich ganz schön über seinen Anruf geärgert. Und doch gelang es mir mich wieder in eine freudige Hochstimmung auf das Fest zu bringen.

Leider sollte mir dieses Gefühl nicht lange vergönnt bleiben. Was es auch immer ist, dieses Jahr scheint es fast so, als hätten sich viele Menschen - mit den unterschiedlichsten Erinnerungen an mich - zu einem gemeinsamen Kollektivnerven verabredet.

Und weil ich es hasse mich pernanent wiederholen zu müssen, habe ich in einer Rundmail auf diesen Artikel aufmerksam gemacht.

Also, aufgepasst!

Schlimm empfinde ich jene von euch, die eine Familie haben, gesund sind, sozial abgesichert durchs Leben gehen …, mit eurem ständigen Rumnörgeln und Jammergebrüll, weil ihr euch u.a. vor so viel Nähe an Weihnachten fürchtet.

Kaum einer von euch hört anderen Menschen aktiv zu. Ihr fordert aber die uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Merkt nicht einmal, wenn es anderen Menschen richtig schlecht geht.

Eure Empathie ist entweder auf einen eurer letzten Wüstentrips verbrannt - oder wurde von Bord euer Luxusjagt gespült.

Was aber fast dem Fass den Boden ausschlägt – eure Abwärtsvergleiche sind jämmerliche Versuche davon abzulenken - wie trostlos und blind ihr durchs Leben geht.

Übrigens, heute sollte ein wichtiger Brief in der Post sein. Pustekuchen, da war nur Werbung. Irgendwie beschlich mich so ein blödes Gefühl, weil genau dieser Brief schon Tage überfällig ist. Nach einem Blitzbesuch in meiner Poststelle und einigen Telefonaten, wie meinem nicht weichenden Bauchgefühl, beschloss ich diesen Brief abzuhaken.

Wirklich schade, keinen von euch hat es interessiert.


 

Frohe Weihnachten!