Martha Reeves & The Vandellas ... real MOTOWN Magic
Martha Reeves & The Vandellas waren "die weiblichen Stimmen des MOTOWN-SOUNDS"
Sie waren „heiß“, ihr Sound war rauh und ungeschliffen und sie hatten ein enormes Gespür für Rhythmus und Harmonien. Ich schreibe über Martha Reeves & The Vandellas, ein Gesangstrio, das einst MOTOWNs „weibliches Aushängeschild“, neben Mary Wells war.
Zwar waren die Marvelettes schon vorher Hit-Interpretinnen mit „Please, Mr. Postman“ (dies ist das Original, die Beatles haben es nur gecovert), eine Nr. 1 in den U.S.-Charts und auch die Velvelettes waren z.B. mit „He was really sayin‘ somethin‘ “ Chart-Stürmerinnen, aber ... Martha & The Vandellas (wie sie sich zunächst noch nannten) waren „The Real Stuff“ und das ganz besonders für ihre schwarzen Fans, wie die R&B-Charts jener Zeit belegen.
Die Supremes hatten schon vor Martha Reeves & The Vandellas bei MOTOWN angeheuert, blieben aber fast 4 Jahre lang völlig erfolglos und stellten somit bis 1964 für Marthas Trio keine ernsthafte Konkurrenz dar.
Martha Reeves war mit ihrer Familie 1952 aus Alabama nach Detroit gekommen, damals war sie 11 Jahre alt. Ihr Gesangstalent trainierte sie u.a. im Kirchenchor der Metropolitan A.M.E. Church, Detroit und im Schulchor unter der Leitung ihrer Lehrerin Emily Wagstaff. Martha gründete eine weibliche Gesangsgruppe „The Fascinations“, die erfolglos bleiben sollte. Mit 19 Jahren gewann Martha Reeves einen lokalen Talentwettbewerb und durfte an 3 Terminen im 20-Grand (einem seinerzeit populären Detroiter Club) auftreten, zur „Happy Hour“ zwischen 17:00 und 21:00 Uhr. Talentsucher (auch von MOTOWN, damals noch eine kleine lokale Plattenfirma) sahen sich solche Auftritte von Nachwuchskünstlern an. Marthas „Glücksbote“ war Mickey Stevenson, der Leiter des MOTOWN A&R Department (Artist & Repertoire). Er drückte ihr seine Visitenkarte in die Hand und bat sie vorbei zu kommen.
Als Martha Reeves den Termin wahrnahm, war Stevenson sehr beschäftigt, sein Telefon klingelte unaufhörlich und er bat sie - weil er kurz außer Haus mußte - die Anrufe entgegen zu nehmen und zu notieren ...Als Mickey Stevenson zurückkam, war sein Schreibtisch voller Notizzettel und er bat Martha Reeves zu bleiben. Plötzlich war Martha Stevensons „rechte Hand“ im A&R Department und hatte damit mehr als nur „einen Fuß in der Tür“. Und wie das so ist in diesen „vom Tellerwäscher zum Millionär-Geschichten“ ... MOTOWNs weiblicher Star, Mary Wells, ließ einen Studio-Termin platzen, die Musiker und Produzenten waren versammelt, und ... Martha Reeves sprang ein und beeindruckte die Anwesenden mit ihrer Ausdruckskraft. Sie wurde für viele Jahre zur Lieblingssängerin der Funk Brothers und war vielen der legendären Musiker in Freundschaft verbunden.
Vielleicht hätte MOTOWN Martha Reeves zu jener Zeit auch eine Solo-Karriere angeboten; Martha aber wollte lieber zusammen mit Ihren Freundinnen der Gesangsgruppe Del-Phis singen und formte zusammen mit Rosalynd Ashford und Annette Beard eine neue Gesangsgruppe. Berry Gordy wollte gern, dass Martha Reeves Name in den Gruppennamen eingebunden würde (er fürchtete, die beiden anderen Sängerinnen würden irgendwann aussteigen, weil sie heiraten und Kinder bekommen wollten). Martha Reeves schrieb einige Stichworte auf einen Zettel: Die von ihr sehr bewunderte schwarze Sängerin Della Reese und den Namen einer Straße in ihrem Viertel Van Dyke Street. Martha kombinierte Van und Della und erfand die „Vandellas“
MOTOWN brachte die Single „I’ll Have To Let Him Go“ heraus, die zwar in lokalen Radiosendern gespielt wurde, aber kein Verkaufserfolg wurde (ich mag den Song sehr!). Da Martha durch ihre Arbeit im MOTOWN-A&R-Department beste Kontakte zu Produzenten, Komponisten, Musikern und Sängern/Sängerinnen hatte, bat sie das junge Produzenten- und Komponisten-Team Holland-Dozier-Holland (Brian Holland, Lamont Dozier und Eddie Holland) um Unterstützung. Das Ergebnis war „Come And Get These Memories“ (Martha Reeves: „I thought it was fabulous. It’s jazz phrasing of three-part harmony ...“) als B-Seite nahmen sie „A Love Like Yours Don’t Come Knocking Every Day“ auf. Die Single schaffte es auf Platz 6 R&B und Platz 29 Pop ... Als Nachfolger war ein Uptempo Song vorgesehen und wurde von Holland-Dozier-Holland Marthas Trio auf den Leib geschrieben „Love Is Like A Heat Wave“. Martha Reeves: „I was in my mom’s living room when the (TV-) anchorman said, ‚there’s a heat wave in Los Angeles ... and then they played MARTHA & THE VANDELLAS - HEAT WAVE ... I jumped all over the floor ... and screamed ‚We’re on network TV!‘
Als nächstes veröffentlichte MOTOWN einen weiteren Uptempo-Song „Quicksand“ ... H-D-H komponierten jetzt wie im Rausch und konnten einfach nicht bis Montag warten ihren neuen Song aufzunehmen Martha & The Vandellas traten zum Wochenend-Studiotermin an: „Live Wire“ (Martha: „I thought they were losing their minds because it was so fast ...“).
Der nächste Vandellas-Hit wurde geschrieben von Marthas Ex-Boss Mickey Stevenson in Zusammenarbeit mit Marvin Gaye „Dancing In The Street“, ursprünglich für Kim Weston gedacht (eine tolle MOTOWN-Sängerin!). Aber ... Kim Weston lehnte den Song ab! Und auch Martha Reeves wollte ihn zunächst nicht singen. Aber als sie ihn gesungen hatte, sagten Stevenson und Gaye: „That’s the end of this conversation“ .... es wurde der größte Hit von Martha & The Vandellas. Es folgten „Wild One“ (ebenfalls ein Uptempo-Song) und ... „Nowhere To Run“ (einer meiner Lieblingssongs of all time) ein großer Erfolg und zwar doppelseitig, denn auch die B-Seite „Motoring“ wurde ein Hit. Jetzt änderte sich die Gruppenzusammensetzung: Annette Beard zog sich aus dem Business zurück und an ihre Stelle trat Betty Kelley von den Velvelettes (eine frühe MOTOWN-Gruppe).
Inzwischen hatten die Supremes ihre unglaubliche Erfolgswelle gestartet und zogen an Martha & The Vandellas vorbei. Viele der nachfolgenden Vandellas Titel wurden melodischer und weicher (hörenswert jeder einzelne Titel!). Als MOTOWN den Vandellas Song „Honey Chile“ herausbrachte, erschien er unter dem Namen Martha Reeves & The Vandellas ... vorbei die Zeit der Nur-Vornamen (Smokey Robinson & The Miracles, Diana Ross & The Supremes und Martha Reeves & The Vandellas ...). Im Januar 1968 verließ Betty Kelley die Vandellas und wurde von Marthas jüngerer Schwester Louis Reeves ersetzt.
Martha Reeves & The Vandellas, heiß geliebt besonders von den schwarzen Fans (und von einem weißen Jungen im fernen Deutschland ... mir!). Martha Reeves ist weiterhin auf vielen Bühnen der Welt präsent, häufig zusammen mit ihren Ex-Kolleginnen von den Vandellas; ein Besuch ihrer Konzertauftritte lohnt sich auch heute noch ... Danke, Martha Reeves & The Vandellas, keinen Eurer Songs werde ich jemals vergessen! Sie waren und sind Teil meines Lebens, meines Coming-Outs. Und ich bin heute noch so fasziniert, wie in den 1960er Jahren, als ich „Nowhere To Run“, „Dancing In The Street“, „Quicksand“, „Live Wire“, „Motoring“, „Jimmy Mack“, „Sweet Darling“, „Honey Chile“, „Heat Wave“ und „I’m Ready For Love“ (was für ein geiler Song!!! ich hörte ihn immer und immer wieder ...) erstmals hörte !!!
Jamerson
CD-Auflistung:
Martha Reeves & The Vandellas „Live Wire: The Singles 1962 -1972“ (MOTOWN-Masterseries 37463-6313-2, 1993) Remastered by Bill Inglot (Rhino) aber leider komplett in Mono (warum, Bill? ... die Stereo-Versionen klingen deutlich besser!)
Martha Reeves & The Vandellas „24 Greatest Hits Compact Command Performances“ (MOTOWN ZD72447, 1986) nicht auf dem heutigen Stand der Tontechnik
Martha Reeves & The Vandellas „Gold“ (Hip-O / MOTOWN / Universal 0602498840993)
die derzeit bestklingende Zusammenstellung aber Vorsicht vor den anderen Kollektionen dieser „Gold“-Serie, denn sie sind sehr unterschiedlich im Klang. Empfehlenswert aus dieser Reihe: Temptations, Marvin Gaye, Diana Ross & The Supremes. Nicht empfehlenswert: Four Tops (unglaublich schlecht abgemischt!) Wenn Four Tops, dann unbedingt den (leider sehr teuren) U.S.-Import: Four Tops „Anthology 50th Anniversary“ (Hip-O / MOTOWN B0000488-02 aus dem Jahr 2004) - Super-Klang!
Martha Reeves And The Vandellas „Lost & Found“ (Hip-O / MOTOWN / Universal B0003616-02 aus dem Jahr 2005) - für fortgeschrittene Fans! Unbekannte und bis dato unveröffentlichte Original-Aufnahmen von 1962 - 1972 aus dem MOTOWN-Archiv in sehr guter Tonqualität (mir gefallen sie gut ... ich bin allerdings auch „Hardcore-MOTOWN-Fan“)
Martha And The Vandellas „Come And Get These Memories“ (MOTOWN 31453-0366-2 aus dem Jahr 1994) - Original-Album vom Rhino-Genie Bill Inglot großartig remastered!
Martha Reeves & The Vandellas „Dance Party“ / „Heat Wave“ ... 2 All Time Great Classic Albums On 1 CD (MOTOWN-U.S.-Import GCD08049GD) nicht auf dem heutigen Stand der Tontechnik (leider „schwachbrüstig“)
Martha & The Vandellas „Watchout“ (MOTOWN-U.S.-Import MOTD-5265, 1986) klingt überraschend „direkt“ (wahrscheinlich, weil nicht runtergemischt ...) falls noch zu bekommen ... kann man/frau kaufen!
Martha Reeves & The Vandellas „Black Magic“ (MOTOWN MOTD-5477, 1972) der Klang ist zu ertragen. Die CD macht mich traurig, weil Abschiedsstimmung aufkommt, kurz nach der Veröffentlichung des Albums verließ die Gruppe MOTOWN ... das Ende einer wunderbaren Zusammenarbeit (Berry Gordy verlagerte MOTOWN nach L.A. und Martha wollte Detroit nicht verlassen ...)
Q u e l l e n :
„The Billboard Book Of Number One Hits ... Martha Reeves & The Vandellas“, Fred Bronson
„Confessions Of A MOTOWN Diva“ (Martha Reeves MOTOWN’S ultimative soulful diva), Mark Bego
„Spellbound ... I knew when I cut them they were hits“, Interview mit Martha Reeves von Mark Bego und Harry Weinger
„Come And Get These Memories ... a sensational success story“, Billie Jean Brown
„Where Did Our Love Go? Rise And Fall Of The MOTOWN-Sound“, Nelson George
„To Be Loved ...The Music, The Magic, The Memories Of MOTOWN“, Berry Gordy
© Jamerson akas Knüppel
Zwar waren die Marvelettes schon vorher Hit-Interpretinnen mit „Please, Mr. Postman“ (dies ist das Original, die Beatles haben es nur gecovert), eine Nr. 1 in den U.S.-Charts und auch die Velvelettes waren z.B. mit „He was really sayin‘ somethin‘ “ Chart-Stürmerinnen, aber ... Martha & The Vandellas (wie sie sich zunächst noch nannten) waren „The Real Stuff“ und das ganz besonders für ihre schwarzen Fans, wie die R&B-Charts jener Zeit belegen.
Die Supremes hatten schon vor Martha Reeves & The Vandellas bei MOTOWN angeheuert, blieben aber fast 4 Jahre lang völlig erfolglos und stellten somit bis 1964 für Marthas Trio keine ernsthafte Konkurrenz dar.
Martha Reeves war mit ihrer Familie 1952 aus Alabama nach Detroit gekommen, damals war sie 11 Jahre alt. Ihr Gesangstalent trainierte sie u.a. im Kirchenchor der Metropolitan A.M.E. Church, Detroit und im Schulchor unter der Leitung ihrer Lehrerin Emily Wagstaff. Martha gründete eine weibliche Gesangsgruppe „The Fascinations“, die erfolglos bleiben sollte. Mit 19 Jahren gewann Martha Reeves einen lokalen Talentwettbewerb und durfte an 3 Terminen im 20-Grand (einem seinerzeit populären Detroiter Club) auftreten, zur „Happy Hour“ zwischen 17:00 und 21:00 Uhr. Talentsucher (auch von MOTOWN, damals noch eine kleine lokale Plattenfirma) sahen sich solche Auftritte von Nachwuchskünstlern an. Marthas „Glücksbote“ war Mickey Stevenson, der Leiter des MOTOWN A&R Department (Artist & Repertoire). Er drückte ihr seine Visitenkarte in die Hand und bat sie vorbei zu kommen.
Als Martha Reeves den Termin wahrnahm, war Stevenson sehr beschäftigt, sein Telefon klingelte unaufhörlich und er bat sie - weil er kurz außer Haus mußte - die Anrufe entgegen zu nehmen und zu notieren ...Als Mickey Stevenson zurückkam, war sein Schreibtisch voller Notizzettel und er bat Martha Reeves zu bleiben. Plötzlich war Martha Stevensons „rechte Hand“ im A&R Department und hatte damit mehr als nur „einen Fuß in der Tür“. Und wie das so ist in diesen „vom Tellerwäscher zum Millionär-Geschichten“ ... MOTOWNs weiblicher Star, Mary Wells, ließ einen Studio-Termin platzen, die Musiker und Produzenten waren versammelt, und ... Martha Reeves sprang ein und beeindruckte die Anwesenden mit ihrer Ausdruckskraft. Sie wurde für viele Jahre zur Lieblingssängerin der Funk Brothers und war vielen der legendären Musiker in Freundschaft verbunden.
Vielleicht hätte MOTOWN Martha Reeves zu jener Zeit auch eine Solo-Karriere angeboten; Martha aber wollte lieber zusammen mit Ihren Freundinnen der Gesangsgruppe Del-Phis singen und formte zusammen mit Rosalynd Ashford und Annette Beard eine neue Gesangsgruppe. Berry Gordy wollte gern, dass Martha Reeves Name in den Gruppennamen eingebunden würde (er fürchtete, die beiden anderen Sängerinnen würden irgendwann aussteigen, weil sie heiraten und Kinder bekommen wollten). Martha Reeves schrieb einige Stichworte auf einen Zettel: Die von ihr sehr bewunderte schwarze Sängerin Della Reese und den Namen einer Straße in ihrem Viertel Van Dyke Street. Martha kombinierte Van und Della und erfand die „Vandellas“
MOTOWN brachte die Single „I’ll Have To Let Him Go“ heraus, die zwar in lokalen Radiosendern gespielt wurde, aber kein Verkaufserfolg wurde (ich mag den Song sehr!). Da Martha durch ihre Arbeit im MOTOWN-A&R-Department beste Kontakte zu Produzenten, Komponisten, Musikern und Sängern/Sängerinnen hatte, bat sie das junge Produzenten- und Komponisten-Team Holland-Dozier-Holland (Brian Holland, Lamont Dozier und Eddie Holland) um Unterstützung. Das Ergebnis war „Come And Get These Memories“ (Martha Reeves: „I thought it was fabulous. It’s jazz phrasing of three-part harmony ...“) als B-Seite nahmen sie „A Love Like Yours Don’t Come Knocking Every Day“ auf. Die Single schaffte es auf Platz 6 R&B und Platz 29 Pop ... Als Nachfolger war ein Uptempo Song vorgesehen und wurde von Holland-Dozier-Holland Marthas Trio auf den Leib geschrieben „Love Is Like A Heat Wave“. Martha Reeves: „I was in my mom’s living room when the (TV-) anchorman said, ‚there’s a heat wave in Los Angeles ... and then they played MARTHA & THE VANDELLAS - HEAT WAVE ... I jumped all over the floor ... and screamed ‚We’re on network TV!‘
Als nächstes veröffentlichte MOTOWN einen weiteren Uptempo-Song „Quicksand“ ... H-D-H komponierten jetzt wie im Rausch und konnten einfach nicht bis Montag warten ihren neuen Song aufzunehmen Martha & The Vandellas traten zum Wochenend-Studiotermin an: „Live Wire“ (Martha: „I thought they were losing their minds because it was so fast ...“).
Der nächste Vandellas-Hit wurde geschrieben von Marthas Ex-Boss Mickey Stevenson in Zusammenarbeit mit Marvin Gaye „Dancing In The Street“, ursprünglich für Kim Weston gedacht (eine tolle MOTOWN-Sängerin!). Aber ... Kim Weston lehnte den Song ab! Und auch Martha Reeves wollte ihn zunächst nicht singen. Aber als sie ihn gesungen hatte, sagten Stevenson und Gaye: „That’s the end of this conversation“ .... es wurde der größte Hit von Martha & The Vandellas. Es folgten „Wild One“ (ebenfalls ein Uptempo-Song) und ... „Nowhere To Run“ (einer meiner Lieblingssongs of all time) ein großer Erfolg und zwar doppelseitig, denn auch die B-Seite „Motoring“ wurde ein Hit. Jetzt änderte sich die Gruppenzusammensetzung: Annette Beard zog sich aus dem Business zurück und an ihre Stelle trat Betty Kelley von den Velvelettes (eine frühe MOTOWN-Gruppe).
Inzwischen hatten die Supremes ihre unglaubliche Erfolgswelle gestartet und zogen an Martha & The Vandellas vorbei. Viele der nachfolgenden Vandellas Titel wurden melodischer und weicher (hörenswert jeder einzelne Titel!). Als MOTOWN den Vandellas Song „Honey Chile“ herausbrachte, erschien er unter dem Namen Martha Reeves & The Vandellas ... vorbei die Zeit der Nur-Vornamen (Smokey Robinson & The Miracles, Diana Ross & The Supremes und Martha Reeves & The Vandellas ...). Im Januar 1968 verließ Betty Kelley die Vandellas und wurde von Marthas jüngerer Schwester Louis Reeves ersetzt.
Martha Reeves & The Vandellas, heiß geliebt besonders von den schwarzen Fans (und von einem weißen Jungen im fernen Deutschland ... mir!). Martha Reeves ist weiterhin auf vielen Bühnen der Welt präsent, häufig zusammen mit ihren Ex-Kolleginnen von den Vandellas; ein Besuch ihrer Konzertauftritte lohnt sich auch heute noch ... Danke, Martha Reeves & The Vandellas, keinen Eurer Songs werde ich jemals vergessen! Sie waren und sind Teil meines Lebens, meines Coming-Outs. Und ich bin heute noch so fasziniert, wie in den 1960er Jahren, als ich „Nowhere To Run“, „Dancing In The Street“, „Quicksand“, „Live Wire“, „Motoring“, „Jimmy Mack“, „Sweet Darling“, „Honey Chile“, „Heat Wave“ und „I’m Ready For Love“ (was für ein geiler Song!!! ich hörte ihn immer und immer wieder ...) erstmals hörte !!!
Jamerson
CD-Auflistung:
Martha Reeves & The Vandellas „Live Wire: The Singles 1962 -1972“ (MOTOWN-Masterseries 37463-6313-2, 1993) Remastered by Bill Inglot (Rhino) aber leider komplett in Mono (warum, Bill? ... die Stereo-Versionen klingen deutlich besser!)
Martha Reeves & The Vandellas „24 Greatest Hits Compact Command Performances“ (MOTOWN ZD72447, 1986) nicht auf dem heutigen Stand der Tontechnik
Martha Reeves & The Vandellas „Gold“ (Hip-O / MOTOWN / Universal 0602498840993)
die derzeit bestklingende Zusammenstellung aber Vorsicht vor den anderen Kollektionen dieser „Gold“-Serie, denn sie sind sehr unterschiedlich im Klang. Empfehlenswert aus dieser Reihe: Temptations, Marvin Gaye, Diana Ross & The Supremes. Nicht empfehlenswert: Four Tops (unglaublich schlecht abgemischt!) Wenn Four Tops, dann unbedingt den (leider sehr teuren) U.S.-Import: Four Tops „Anthology 50th Anniversary“ (Hip-O / MOTOWN B0000488-02 aus dem Jahr 2004) - Super-Klang!
Martha Reeves And The Vandellas „Lost & Found“ (Hip-O / MOTOWN / Universal B0003616-02 aus dem Jahr 2005) - für fortgeschrittene Fans! Unbekannte und bis dato unveröffentlichte Original-Aufnahmen von 1962 - 1972 aus dem MOTOWN-Archiv in sehr guter Tonqualität (mir gefallen sie gut ... ich bin allerdings auch „Hardcore-MOTOWN-Fan“)
Martha And The Vandellas „Come And Get These Memories“ (MOTOWN 31453-0366-2 aus dem Jahr 1994) - Original-Album vom Rhino-Genie Bill Inglot großartig remastered!
Martha Reeves & The Vandellas „Dance Party“ / „Heat Wave“ ... 2 All Time Great Classic Albums On 1 CD (MOTOWN-U.S.-Import GCD08049GD) nicht auf dem heutigen Stand der Tontechnik (leider „schwachbrüstig“)
Martha & The Vandellas „Watchout“ (MOTOWN-U.S.-Import MOTD-5265, 1986) klingt überraschend „direkt“ (wahrscheinlich, weil nicht runtergemischt ...) falls noch zu bekommen ... kann man/frau kaufen!
Martha Reeves & The Vandellas „Black Magic“ (MOTOWN MOTD-5477, 1972) der Klang ist zu ertragen. Die CD macht mich traurig, weil Abschiedsstimmung aufkommt, kurz nach der Veröffentlichung des Albums verließ die Gruppe MOTOWN ... das Ende einer wunderbaren Zusammenarbeit (Berry Gordy verlagerte MOTOWN nach L.A. und Martha wollte Detroit nicht verlassen ...)
Q u e l l e n :
„The Billboard Book Of Number One Hits ... Martha Reeves & The Vandellas“, Fred Bronson
„Confessions Of A MOTOWN Diva“ (Martha Reeves MOTOWN’S ultimative soulful diva), Mark Bego
„Spellbound ... I knew when I cut them they were hits“, Interview mit Martha Reeves von Mark Bego und Harry Weinger
„Come And Get These Memories ... a sensational success story“, Billie Jean Brown
„Where Did Our Love Go? Rise And Fall Of The MOTOWN-Sound“, Nelson George
„To Be Loved ...The Music, The Magic, The Memories Of MOTOWN“, Berry Gordy
© Jamerson akas Knüppel
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