Matterhorn

Der kantige Berg ragt wie eine Pyramide in den Himmel.
Hoch erhaben glänzen die schneebedeckten Hänge.
Der Gipfel über das Tal.
Das Kinn wird leicht angehoben, wenn es den Betrachter zum Blick verführt.
Ruhig und gelassen steht er da.
Doch zwanglos zaubert der Monolith Demut und Respekt in die Gemüter.

Das Hehre stetig vor Augen, machte ich mich auf den Weg.
Es ist schon lange her.
Das Ziel lag ’hoch’ in der Ferne.
Auch mir bereitete die Distanz zunächst Furcht.
Klein kam ich mir vor. Zu klein, diesen mühsam-kräftezehrenden Weg zu gehen.
Doch Paul sagte: „glaube!“.
Glaube an deine Fähigkeit den einen Schritt zu bewältigen.
Und wenn du den geschafft hast, dann glaube wieder,
immer wieder…….
Und er sagte:
„Halte dein Ziel vor Augen und bleibe stetig auf dem Weg.“
Diese Botschaft säte er in meinem Gedächtnis.
Es war der Glaube an mich, den er säte.
An meine Kraft zum nächsten Schritt.

Mit 20 war für mich der ‚Uniturm’ wie ein zu großes Matterhorn.
Ich habe mich nicht mal getraut, sondern für zu klein befunden
diese ‚heiligen’ Mauern der Wissensmacht zu betreten.
Doch der Mut zum Schritt hat mich voran gebracht. Zunächst langsam aber stetig.

Die Luft wurde dünner, immer seltener traf ich Gefährten auf meinen Weg.
Nicht immer glänzt im Auge des Betrachters stiller Respekt
für den mühsam geleisteten Aufstieg.
Wie für den kalten toten Fels, der strahlt im Unverständnis.
Vielleicht keimt Trauer aus ungelebtem Wunsch und Sehnsucht.
Ein Samen der dann Tränen sät.

Nicht abwärts ist mein Blick gewand, nicht heulen will ich nun.
Mein Schritt der Spitze zugewandt,
von purem Hoch-Mut ich besessen,
stetig weiter mich entfern.
Wenige nur noch die ich treffe,
die mein Wort im Wind vernehmen.
Still
ja fast in Einsamkeit
nähert sich der Gipfel.
Ich bin
ehrfürchtig beeindruckt,
schweigend
und
allein.

Matterhorn