Mein Besuch im Swinger-Club 2. Teil
Als Einleitung dient der 1. Teil
Wir hatten uns gerade auf eine der zahlreichen Sofas im hinteren Bereich des Clubs gesetzt, da klingelte Annes Handy. Unser Termin konnte nun endlich über die Bühne gehen. Die Bardame gab uns einen Schlüssel. Nebenbei erklärte sie, dass wir uns gerade in den Bereich gesetzt hätten, der anderen Besuchern des Clubs signalisieren würde „Wir sind ein Paar“. Na ja, damit konnte ich leben, schlimmer wäre gewesen, wenn wir die breiteren Sofas gewählt hätten, die „Wir suchen Kontakt“ bedeuten.
In dem separaten Raum, den wir mit dem Schlüssel öffneten, fühlte ich mich augenblicklich ins Mittelalter versetzt. Ein Pranger, Peitschen, diese stachligen Kugeln an Ketten, die man wohl Morgenstern nennt, Ketten mit Handschellen an der Wand, Licht von Fackeln. Oh wei, ob die Akkus ausreichen würden? Die drei Handstrahler hielten jeweils nur 20 Minuten durch.
Dann kam meine Auftraggeberin Karen mit ihren beiden Modellen. Sie schleppten große Taschen voller Klamotten herein und zogen sich auch gleich um. Die Corsagen hätten mit dem langen, weiten Rock den ich trug, in jeden Western gepasst, wären sie nicht gerade aus Leder oder Lack gewesen. Die Minikleidchen waren so gut geschnitten, dass die Figur sehr weiblich betont wurde und hätte man sie etwas länger gelassen und auf die Nieten verzichtet, trüge sich so etwas in Samt sehr gut als „Kleines Schwarzes“.
BH`s mit Öffnung über den Brustwarzen und Slips im Schritt offen gab es teilweise schon in Versandhauskatalogen. Nicht in den Materialien und ob die diese Passform hatten? Alle Klamotten saßen wie aufgemalt. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum Karen mit ihrer Boutique für normale Bekleidung auf die Nase gefallen war. Wenn alle von ihr entworfenen Stücke so gearbeitet waren, hätten die wie warme Semmeln weggehen müssen.
An einer Seite des Raumes befanden sich vergitterte Fenster, die jetzt von einigen Zuschauern belagert wurden. Die Lederlady war auch dabei und man konnte ihr ansehen, dass sie die Sachen auch gern anprobiert hätte. Jetzt trugen die Mädchen enge Anzüge aus Latex und Lack, hatten Gesichtsmasken auf, die sie wie Katzen aussehen ließen. Wie Raubtiere kamen sie auf allen Vieren auf mich zu geschlichen. Das wurden Superaufnahmen, die Flammen spiegelten sich im Lack und durch das knappe Licht konnte man nur erkennen, dass die „Katzen“ lange Krallen hatten, nicht, dass diese rot waren.
Inzwischen war auch das männliche Model erschienen. Er zog erst einen Anzug mit zahllosen Riemen und Schnallen an, wurde zudem noch mit den Handschellen an die Ketten gebunden.
Karen zerzauste seine dunklen Locken und …ja, der Junge hatte sein Handwerk gelernt. Sein Blick, der meine Kamera einfing statt ich seinen Blick, war wild und teuflisch…er wäre ein wunderbarer Schauspieler wenn man Dr. Jekyll und Mr. Hyde neu verfilmen würde. Ein wenig Kajal unter seine Augen verwischt, Talkum auf die eingezogenen Wangen, schon machte man aus dem gerade noch wilden Burschen einen gequälten, devoten Sklaven, der dort schon seit Tagen hing.
Nach engen Hotpants und Fransenhosen aus Wildleder, die mich wieder an Wildwestfilme erinnerten, trug er dann nur noch diese Hosenschoner aus Leder, die ein Cowboy gewöhnlich über seinen Jeans trug. Na ja, Jeans schneiderte Karen nicht mehr und so hatte man freie Sicht….der Bursche hatte Piercings an Stellen…also da, wo`s richtig fies aua macht…könnt ich mir zumindest gut vorstellen, gefragt habe ich dann doch nicht.
Die Scheinwerfer gaben ihren Geist auf und der eingebaute Blitz in den Kameras lieferte nur schlecht ausgeleuchtete Bilder. Nun, die Aufnahmen für Gothikkleidung konnten wir auch in einer alten Kirche machen, also brachen wir ab.
Kaum wollten wir aus der Türe, wurde Karen schon mit Fragen nach Größen und Preisen überschüttet. Ja, ich denke auch, ein kleiner Katalog mit dieser speziellen Kleidung aus Leder, Lack und Latex, sowie die Klamotten aus Samt, Seide und Spitze für Gothik-Fans in den geeigneten Lokalen oder Internetseiten angeboten und das Drama mit dem Konkurs würde sich nicht wiederholen.
Wegen des Sektkonsums, der nach den gelungenen Fotoarbeiten an der Theke weiter geführt wurde, holte mein Mann uns ab. Er sah uns gleich nach seinem Eintritt an der Theke sitzen und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Linus van Pelt war in ein kurzes Höschen aus schwarzem Lackleder geschlüpft, dessen aufreizende Wirkung durch die Socken völlig neutralisiert wurde. Mir wurde die Rolle der „Mutti von der Heilsarmee“ zuteil, allein schon wegen des fast bodenlangen Rocks.
Nachdem man(n) die Fotos sah, war auch er überzeugt, dass die in einer Kiesgrube oder auf dem Bahnhofsvorplatz viel von ihrer Aussagefähigkeit und Mystik verloren hätten, so wie wir unsere Freiheit. Zumindest kurzzeitig wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses
In dem separaten Raum, den wir mit dem Schlüssel öffneten, fühlte ich mich augenblicklich ins Mittelalter versetzt. Ein Pranger, Peitschen, diese stachligen Kugeln an Ketten, die man wohl Morgenstern nennt, Ketten mit Handschellen an der Wand, Licht von Fackeln. Oh wei, ob die Akkus ausreichen würden? Die drei Handstrahler hielten jeweils nur 20 Minuten durch.
Dann kam meine Auftraggeberin Karen mit ihren beiden Modellen. Sie schleppten große Taschen voller Klamotten herein und zogen sich auch gleich um. Die Corsagen hätten mit dem langen, weiten Rock den ich trug, in jeden Western gepasst, wären sie nicht gerade aus Leder oder Lack gewesen. Die Minikleidchen waren so gut geschnitten, dass die Figur sehr weiblich betont wurde und hätte man sie etwas länger gelassen und auf die Nieten verzichtet, trüge sich so etwas in Samt sehr gut als „Kleines Schwarzes“.
BH`s mit Öffnung über den Brustwarzen und Slips im Schritt offen gab es teilweise schon in Versandhauskatalogen. Nicht in den Materialien und ob die diese Passform hatten? Alle Klamotten saßen wie aufgemalt. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum Karen mit ihrer Boutique für normale Bekleidung auf die Nase gefallen war. Wenn alle von ihr entworfenen Stücke so gearbeitet waren, hätten die wie warme Semmeln weggehen müssen.
An einer Seite des Raumes befanden sich vergitterte Fenster, die jetzt von einigen Zuschauern belagert wurden. Die Lederlady war auch dabei und man konnte ihr ansehen, dass sie die Sachen auch gern anprobiert hätte. Jetzt trugen die Mädchen enge Anzüge aus Latex und Lack, hatten Gesichtsmasken auf, die sie wie Katzen aussehen ließen. Wie Raubtiere kamen sie auf allen Vieren auf mich zu geschlichen. Das wurden Superaufnahmen, die Flammen spiegelten sich im Lack und durch das knappe Licht konnte man nur erkennen, dass die „Katzen“ lange Krallen hatten, nicht, dass diese rot waren.
Inzwischen war auch das männliche Model erschienen. Er zog erst einen Anzug mit zahllosen Riemen und Schnallen an, wurde zudem noch mit den Handschellen an die Ketten gebunden.
Karen zerzauste seine dunklen Locken und …ja, der Junge hatte sein Handwerk gelernt. Sein Blick, der meine Kamera einfing statt ich seinen Blick, war wild und teuflisch…er wäre ein wunderbarer Schauspieler wenn man Dr. Jekyll und Mr. Hyde neu verfilmen würde. Ein wenig Kajal unter seine Augen verwischt, Talkum auf die eingezogenen Wangen, schon machte man aus dem gerade noch wilden Burschen einen gequälten, devoten Sklaven, der dort schon seit Tagen hing.
Nach engen Hotpants und Fransenhosen aus Wildleder, die mich wieder an Wildwestfilme erinnerten, trug er dann nur noch diese Hosenschoner aus Leder, die ein Cowboy gewöhnlich über seinen Jeans trug. Na ja, Jeans schneiderte Karen nicht mehr und so hatte man freie Sicht….der Bursche hatte Piercings an Stellen…also da, wo`s richtig fies aua macht…könnt ich mir zumindest gut vorstellen, gefragt habe ich dann doch nicht.
Die Scheinwerfer gaben ihren Geist auf und der eingebaute Blitz in den Kameras lieferte nur schlecht ausgeleuchtete Bilder. Nun, die Aufnahmen für Gothikkleidung konnten wir auch in einer alten Kirche machen, also brachen wir ab.
Kaum wollten wir aus der Türe, wurde Karen schon mit Fragen nach Größen und Preisen überschüttet. Ja, ich denke auch, ein kleiner Katalog mit dieser speziellen Kleidung aus Leder, Lack und Latex, sowie die Klamotten aus Samt, Seide und Spitze für Gothik-Fans in den geeigneten Lokalen oder Internetseiten angeboten und das Drama mit dem Konkurs würde sich nicht wiederholen.
Wegen des Sektkonsums, der nach den gelungenen Fotoarbeiten an der Theke weiter geführt wurde, holte mein Mann uns ab. Er sah uns gleich nach seinem Eintritt an der Theke sitzen und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Linus van Pelt war in ein kurzes Höschen aus schwarzem Lackleder geschlüpft, dessen aufreizende Wirkung durch die Socken völlig neutralisiert wurde. Mir wurde die Rolle der „Mutti von der Heilsarmee“ zuteil, allein schon wegen des fast bodenlangen Rocks.
Nachdem man(n) die Fotos sah, war auch er überzeugt, dass die in einer Kiesgrube oder auf dem Bahnhofsvorplatz viel von ihrer Aussagefähigkeit und Mystik verloren hätten, so wie wir unsere Freiheit. Zumindest kurzzeitig wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses
14 Platinern gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel