Wenn man  Langeweile hat, fallen einem manchmal die komischsten Sachen ein.

Auf unserem brasilianischen Grundstück.... das so an die 5000qm hatte..... standen u.a. auch einige alte Eukalypthusbäume, die sich eine Aasgeierhorde zu ihrem Schlafplatz auserkoren hatte.

Jeden Abend flog die versammelte Mannschaft ein und war früh morgens wieder verschwunden.

Da ich im unteren Teil des Grundstücks.... wo auch die Bäume standen.... noch einige Volieren und auch den grossen Käfig mit dem Ozelot hatte, ging ich jeden Morgen hinunter um die Tiere abzufüttern. Für den Ozelot hatte ich immer Fleisch oder ein Rinderherz dabei, dass ich offen, nebst Früchten für die Fruchtvögel, auf einem Tablett trug.

Nach und nach fiel mir immer mehr auf, das nun ständig 2 Aasgeier auf ihrem Schlafbaum sitzen geblieben waren...... die Anderen waren schon lange verschwunden... und mich.... wenn auch aus grosser Höhe..... sehr aufmerksam beobachteten wenn ich meinem Tablett daher kam. Einer fing sogar an, ein paar Äste weiter runter zu hüpfen. 

Das er so besser sehen konnte, glaube ich kaum denn die sollen ja Argusaugen haben aber so musste ich ihn einfach bemerken.

Der 2. Aasgeier war nach ein paar Tagen auch wieder mit den anderen unterwegs (hatte wohl doch zuviel Hunger bekommen) und nun sass nur noch der "Hüpfer" da und wartete auf mich.

Das brachte mich auf die Idee, jedesmal etwas Fleisch für ihn mitzunehmen und wenn ich die anderen Tiere abgefüttert hatte, warf ich das Stück einfach in den Garten..... was von ihm sofort notiert wurde.

Am Haus angekommen, beobachtete ich, was er nun anstellten würde und es dauerte auch nicht lange, da flog er vom Baum und holte sich das Stück Fleisch.

So ging das eine ganze Weile und ich begab mich immer näher an das hingeworfenen Stück Fleisch, wenn er es sich vom Boden holte.

Eines morgens sass er nicht auf seinem Baum und ich dachte schon, dass er sich nun wieder selber sein Futter suchen wollte. Doch als ich aus der Küchentür ging, sass er oben auf dem Dach und streckte seinen Kopf weit nach unten. Da es ein Walmdach war, hing dieser so tief, dass  ich ihn  fast mit der Hand berühren konnte.

Von nun an, holte er sich seine Futter jeden Morgen schon an der Küchentür ab und flog damit zu seinem Schlafbaum.

Auf dem Grundstück befand sich auch ein schöner, grosser Swimmingpool, den ich oft und gerne, bei der grossen Hitze, benutzte.

Nach dem Schwimmen legte ich mich meistens noch  etwas auf die durchgeheizten Steinplatten um abzutropfen und nicht  total triefend in`s Haus zu laufen.

Als ich eines Tages dort vor mich "hinbrütete", zwickte mich etwas vorsichtig am kleinen Zeh und als ich die Augen öffnete und hinschaute, stand dort der Aasgeier und zwickte abermals rein. Seine Augen beobachteten mit dabei hochinteressiert.

Es tat nicht weh und ich habe auch keine Ahnung, was er da vorhatte...... vielleicht wollte er ja  nur testen, ob er da nun einen " Riesenschmaus"  vorgefunden hatte......

Ich nehme lieber an, er wollte nur mal "Hallo" sagen ;-)))......

Unsere "Freundschaft" ging jedenfalls solange weiter, bis ich von dort verschwand und ich hoffe, er wartet nicht noch  immer dort auf mich :-)))