Du wurdest erschaffen.

 

Von Menschen.

 

Um Verantwortung abgeben zu können. Um sagen zu können:"Das war ich nicht."

Um fragen zu können:"Warum lässt du mich so leiden?" Um dann zu resignieren:"Das soll wohl so sein."

 

Menschen haben Dich erschaffen, um sich knechten zu können. Sowohl sich selbst als auch Andere:"Ich bin unfrei - also darf es der Mensch neben mir auch nicht sein."

 

Sie halten sich für Dein "Ebenbild", für das Spiegelbild von Dir.

Dabei ist es umgekehrt: Du bist das Spiegelbild von ihnen. Das Spiegelbild, welches Grenzen aufweist. Grenzen im Denken und in der Wahrnehmung.

Nicht die Menschen sind die Marionetten, die "nach Deinem Willen" tanzen, sondern Du wirst als Marionette oder Alibi benutzt, damit sie ihren Interessen folgen können:"Ich führe den Willen Gottes aus."

 

Mit Dir wird Furcht verbunden. Wer Dich nicht fürchtet, ist gottlos. Mit Dir wird Wissen, Neugier verhindert. Du - "Gottes Wort" - bist der Grund, warum Menschen aufhören, selbst zu denken:"Gott hat gesagt ..."

Du wirst als Begründung benutzt, warum Menschen zueinander sagen:"Du darfst nicht ..."

 

Wer Dich mit Grausamkeit oder Liebe nennt, transportiert eine Eigenschaft, die er in sich trägt. Nicht Du bist grausam, sondern der Mensch, der Dich so sieht, sehen will.

 

Alles "Ist" oder "Sein" wird Dir als "Schöpfung" zugeschrieben und versucht, die Stunde Null der Entstehung zu entdecken. Das ist so, als wenn man versucht, den Beginn eines Kreises, eines Zykluses zu entdecken:"Was war zuerst da - die Henne oder das Ei?"

 

Ich trete aus der Abhängigkeit heraus und übernehme die Verantwortung - für mein Handeln, Fühlen, Denken.

 

Ich entlasse Dich ins Nichts - denn das Nichts gibt es genauso wenig wie Dich.