Mein Hund hat Lympfdrüsenkrebs oder die Leiden von Balou!

Es fing damit an das ich unter seinem Hals zwei dicke „Klüten“ ertastete, da das eine Stelle ist an dem der Hund fast nie gestreichelt wird ist es mir auch nie aufgefallen. Da ich zwei Hunde dieser Rasse habe (Junge und Mädchen) fühlte ich erst mal bei dem anderen ob „das“ normal ist. Leider  oder Gott sei Dank hatte die Cindy es nicht. Am nächsten Tag ging es in die Tierklinik, dort wurde festgestellt das auch andere Lympfknoten vergrößert sind. Da  es nun verschiedene Ursachen haben konnte, wurde er punktiert um es im Labor abzuklären. Vor zwei Tagen rief die Tierklinik an und teilte mir mit das es sich um Lympfdrüsenkrebs handelt. Ich war am Boden zerstört, es zog mir den Boden weg und die Frage lies mir keine Ruhe, warum ausgerechnet Balou.

Nun werden etliche mir vorhalten das es sich ja nur um ein Tier handele und nicht um einen Menschen. Natürlich haben diese Leser recht, aber ich denke jeder der ein Haustier hat und es liebt, der kann mich verstehen.

Den Balou bekamen wir vor achteinhalb Jahren als Welpen aus Pforzheim. Noch am Telefon erklärte mir der Züchter das der Hund ein Zahnproblem hat, sein Unterkiefer ist ein Zentimeter zu kurz so das seine beiden unteren Fangzähne sich in den Gaumen bohren. Auf Grund dessen sollte der Welpe eingeschläfert werden. Für kleines Geld (normal kostet ein Welpe 1500 Euro) bekam ich den Welpen mit der Auflage das Zahnproblem zu lösen. Nun gab es zwei Möglichkeiten, entweder die Zähne abschleifen (die preiswerte Variante), oder ein Spezialgebiss aus Edelstahl das die Zähne zwingt nach vorn zu wachsen. Ich entschloss mich für die zweite und bessere Möglichkeit, nach einigen Monaten  konnte die Zahnspange entfernt werden und die Zähne standen schräg nach vorn. Wer davon wusste dem fiel es auf, aber sonst hat uns nie jemand darauf angesprochen. Die Löcher im Oberkiefer waren verheilt und dem Balou ging es gut.

Ein Jahr später holten wir von dem gleichen Züchter einen zweiten Landseer, es war der C Wurf und darum hieß sie Cindy, das Mädchen ist eine Halbschwester von Balou, aber züchten wollten wir nicht.

Nun stellte sich die Frage ob Sterilisation des Mädchens oder Kastration vom Jungen, wir entschieden uns für die Kastration da es nicht so ein großer Eingriff ist. Ob bei der Kastration etwas schief gelaufen ist, ich weiß es nicht, seitdem hatte er unheimliche Angst wenn man sich ihm mit einem Gegenstand (Kamm oder Schere)näherte.

Vor zwei Jahren fing Balou an zu humpeln, er mochte den Kopf nicht mehr nach rechts drehen und wenn er sich unglücklich bewegte dann jammerte er. Es wurde ein Tierarzt aufgesucht und der gab dem Balou eine Spritze, so ging es über mehrere Wochen. Dann wurde eine Tierklinik aufgesucht und die schlugen vor den Hund zu röntgen,  Balou musste also betäubt werden . Während der Hund noch in der Narkose war gab der Arzt den niederschmetternden Befund das Balou starken Verschleiß  in den Hüftgelenken hat  und es müsste noch zusätzlich eine CT gemacht werden. Nach dieser CT kam es noch schlimmer, der Hund hatte zusätzlich auch noch einen Bandscheibenvorfall. Zu diesem Zeitpunkt war Balou sechs Jahre alt, was tun?

Der Arzt  riet uns von einer OP ab, denn was nützt es wenn der Vorfall operiert wird, die kaputten Gelenke aber bleiben.  Der Tierarzt schlug uns eine „Goldakupunktur“ vor, die ausschließlich nur bei Hunde und Pferde angewandt wird. Da werden rund um die kranken Gelenke viele kleine Goldfäden implantiert , die haben zwar keine Heilwirkung, nehmen dem Tier aber die Schmerzen. Da es keine sehr preiswerte Angelegenheit ist, bat ich um Bedenkzeit um mich im Internet schlau zu machen. Nachdem ich viel positives über diese Goldakupunktur gelesen hatte, habe ich zugestimmt. Alle die davon noch nichts gehört haben, empfehle ich bei Google nachzulesen. Die Goldakupunktur war ein voller Erfolg, mein Balou tollt wieder rum wie ein junger Hund, und das ist er mit achteinhalb Jahren nun wirklich nicht mehr.

Nun der nächste Schicksalsschlag, er hat Lympfdrüsenkrebs.

Wenn man bedenkt das die meisten Landseer das 10 Lebensjahr nicht mehr erreichen, fällt die Entscheidung bei Lympfdrüsenkrebs besonders schwer. Die Krankheit wird in 5 Abschnitten eingeteilt, da die Lympfdrüsen bei Balou inzwischen die Größe von Tischtennisbällen haben, liegt er ca. im 4. Abschnitt. Es bieten sich zwei Behandlungsmöglichkeiten, 1. Die Chemo und zweitens Cortison. Mit einer Chemo hätte er eine wesentliche längere Lebenserwartung, wobei der Erfolg bei 70% liegt, bei den anderen 30% stirbt der Hund noch schneller. Die Hunde reagieren bei einer Chemo anders als Menschen, man muss sich keinen nackten Hund vorstellen der kotzend durch die Gegend läuft, dies Symptome entfallen. Allerding ist die Chemo ein Gift das den ganzen Körper belastet und dem Hund geht es dem entsprechend schlecht. Nun stellt sich die Frage, soll ich es dem „alten“ Hund noch zumuten oder soll ich es ihm ersparen?

Nun die zweite Behandlungsmethode, Balou bekommt eine leichte Cortison Behandlung so daß der Wachstum des Krebses verzögert wird, was soll ich machen?

Heute habe ich mich entschlossen meinem treuen und geliebten Balou die letzte Lebenszeit von ihm so angenehm wie möglich zu machen. Zur Zeit fühlt er sich wohl und bewegt sich als wenn er nichts hat, soll ich das jetzt mit einer Chemo ändern?

Nein, ich habe mich gegen eine Chemo und für Cortison entschieden. Wie es nun mit dem Balou weitergeht werde ich berichten. Gerne würde ich auch Meinungen von anderen Hundebesitzern hören.