"Als ich mit der weiterführenden Schule begann, wurde mir nach einiger Zeit klar, dass vieles anders war, als ich es von der Grundschule her kannte. Die neuen Klassenkameraden waren sich einander ziemlich gleichgültig. Aber wir hatten uns in unserer Jugendgruppe vorgenommen, nach den Worten aus der Bibel "Alles, was ihr von den anderen erwartet, das tut auch ihnen" zu leben. Für mich stand somit fest, dass ich auf alle ohne Unterschied zugehen wollte, obwohl mir das sehr schwerfiel.
Einmal fiel mir auf, dass der Hausmeister kaum damit fertig wurde, die Klassenräume zu reinigen. Am folgenden Tag nahm ich in der Pause einen Besen und half ihm. Meine Kameraden waren überrascht und zogen mich auf. Ich fühlte mich verletzt und hätte am liebsten aufgehört. Doch ein Blick auf den Hausmeisster, der sich jeden Tag für uns abplagte und für meine Hilfe sehr dankbar war, genügte, um weiterzumachen. Am übernächsten Tag kamen mir zu meiner großen Überraschung zwei Mitschüler zu Hilfe. Am vierten Tag waren wir noch mehr geworden.
Ein anderes Mal regte sich der Direktor darüber auf, dass der ganze Flur voller Papier und Dreck war. Es war wahnsinnig heiß, doch für mich bot sich eine weitere Gelegenheit, mit anzupacken. Ich fragte, ob jemand mir helfen wolle, das Papier zusammenzufegen. Tatsächlich waren wir einige, und in kurzer Zeit war der Flur sauber.
Nach einiger Zeit merkte ich, dass die Witze gegen mich aufhörten und dass ich sogar respektiert wurde... Meine anderen Freunde aus der Jugendgruppe hatten ähnliche Erfahrungen gemacht." N.A. (Jugendlicher, Alter nicht genau bekannt)
