"Mensch ärgere Dich nicht"... Nicht nur unsere Kinder liebten das Würfelspiel. Auch wir, ihre Eltern, waren infiziert. Nicht nur einmal saßen wir abends, wenn die Kinder nach einem ausgiebigen (meist verregneten) Spiele-Sonntag erschöpft, aber glücklich im Bett lagen, vor dem Spielebrett.

 

"Nimmst du die Roten oder die Grünen?" Die Farbfrage war schnell geklärt und es konnte losgehen. Komisch, dass Erwachsene genauso ehrgeizig spielen können wie Kinder, dachte ich so manches Mal. Doch in erster Linie zählte natürlich der Spaß am Rauswerfen. Stunde um Stunde verstrich an diesen Abenden, eine Revanche folgte der nächsten. Am Ende war nicht immer klar, wer gewonnen hatte. Aber das war auch nicht wichtig.

 

Auch unsere familiäre Bastel-Phase war nicht ohne. Da gab es, um ein Beispiel zu nennen, die "Ministeck"-Begeisterung. Unsere Kinder waren fasziniert von den  Mosaiksteinchen, die nach Vorlagen auf gitterartigen Grundplatten zu bunten Motiven zusammengesteckt wurden. Die Steinchen gab (und gibt es heute noch) in dreißig Farben. Der Funke sprang, wie sollte es anders sein, auf uns über. Es dauerte nicht lange und auch wir befassten uns mit den Steckbildern, sehr zur Freude unserer Sprösslinge.  Logisch, dass für den damaligen Kinderzimmer-Wandschmuck ausreichend gesorgt war. Ich weiß noch, dass wir dauernd auf der Suche nach fehlenden Farben Spielzeugläden und Bastelgeschäfte durchforstet haben.  

 

Kürzlich habe ich sie bei einem Besuch mit meinem Enkel in einem Spielzeuggeschäft entdeckt: Die bunten Steinchen, die schon seit mehr als vierzig Jahren nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen. Interessant wäre, eigene Motive zu entwerfen. Vielleicht wird ja so aus dem längst vergessenen Hobby eine neue Herausforderung. Das Interesse meines Enkels ist jedenfalls schon geweckt. Möglicherweise wächst die nächste Ministeck-Generation heran. 

 

 

Bild: pixelio

Wandersmann