Menschenhände

Sind sie nicht erstaunlich? Können sie nicht wunderbare Dinge tun? Sie können so wunderbar streicheln, ich weiß heute noch wie meiner Mutter Hände aussahen und rochen, wie viel Trost sie mir spendeten, wie schön sie für mich waren.

Hände helfen uns zu greifen, ja mehr noch zu begreifen, uns selbst, Dinge, unseren Partner, ja fast die ganze Welt. Hände können sprechen ohne Worte, ja sogar selbst Worte und Buchstaben sein, für Gehörlose sogar eine eigene Schrift. Hände können so viel.

Hände können schlagen, wehtun, töten. Können Kinder zerbrechen, können furchtbare Dinge tun. Hände sind Werkzeuge, sie tun was ihr Besitzer will.

Hände können schön und manikürt sein, doch was sagen sie über den dazugehörigen Menschen aus? Ist er ehrlich, nur weil er gepflegte Hände hat, oder kann es auch der Handwerker mit dunklen Rändern sein der mit redlicher Arbeit sein Geld verdient? Sind Schwielen unehrlich?

Hände sind oft das erste Opfer von Verzweiflung, abgenagte Fingernägel, Haare raufen sind Zeichen dafür.

Hände können bitten, flehen, winken, abwehren, halt sagen, komm sagen, einladen, ablehnen, sogar beten können sie.
Hände sprechen international, essen, trinken, schlafen was alles können sie einem Fremden sagen ohne ein Wort seiner Sprache zu kennen?

Wie schön ist es mit den Händen den Partner zu erkunden, oder selbst erkundet zu werden, wie wunderbar fühlt es sich an wenn man merkt es tut dem anderen gut. Wir können damit Lust erfahren und geben, wir wissen das oft nicht mehr zu schätzen.

Mütterhände füttern, streicheln, pflegen, beruhigen, was könnte schöner sein.

Hände sind so geschickt, sie können einen Faden in ein Nadelöhr bringen. Sie können grob und schmerzhaft sein, sie können in der Nase, im Ohr oder wer weiß wo noch bohren.

Sie können würgen, erdrosseln, furchtbare Dinge tun.
Wir unterschätzen die Wichtigkeit unserer Hände, wir sollten auf sie achten, der kleine, dicke Daumen, so komische er aussieht so an der Seite abgesetzt, ist er doch der wichtigste unserer Finger, ohne ihn könnten wir nichts greifen, nichts festhalten.

Nun, genug der Überlegung, lassen wir uns die Hände schütteln, zum Gruß, zur Freundschaft, zum berühren.
Hoffentlich hat Euch das nicht gelangweilt, sondern angeregt über alltägliche Dinge nachzudenken, es würde mich freuen.

Jochen