Menschenverachtung
Die folgende wahre Begebenheit wurde bei der 200. Montagskundgebung gegen Hartz IV in Stuttgart am 15.9.2008 erzählt.
Ein Schwarzafrikaner in Stuttgart, der schon lange hier lebt, verheiratet ist und wie so viele andere seine Arbeit verloren hatte, wurde über die Arbeitsagentur auf Minilohn-Basis zu einer Arbeit verpflichtet, der er gesundheitlich nicht gewachsen war. Da diese Zwangsarbeiten 'ungeschützt' sind und ihm sowohl das Geld, als auch die Verbindungen für eine wirksame Gegenwehr fehlte, verlor er kurz darauf auch diesen Hungerverdienst. Mit kaputten Armen arbeitsunfähig und fristlos gekündigt beantragte er Hartz IV, um überleben zu können. Doch die Arbeitsbehörde versagte ihm selbst diese Hungervergütung mit der Begründung, er habe die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet.
Szenenwechsel:
Auch seine Frau verlor, wie so viele, zu dieser Zeit ihre Arbeit. Sie bekam kurz darauf Gelegenheit, sich in einem Praktikum die Hoffnung auf einen festen Arbeitsplatz zu erdienen - natürlich, wie es heute üblich ist, ohne Bezahlung. Gleichzeitig kam der Arbeitsagentur in den Sinn, dieser Frau einen Arbeitsplatz auf 1-Euro-Basis zuzuweisen. Die Frau lehnte ab, da sie ja in einem - wenn auch unbezahlten - Arbeitsverhältnis stand. Verbunden mit der vagen Hoffnung auf eine schlechtbezahlte Festanstellung. (Hieß es nicht mal: Eigenverantwortung und -initiative seien das A und O bei Arbeitslosigkeit?). - In der Arbeitsagentur wurde das anders gesehen: Ablehnung einer "angebotenen" Arbeit = Streichung von Hartz IV.
Und so lebte dieses Paar, notdürftig unterstützt von Freunden, längere Zeit, ohne einen Cent vom Staat.
Irgendwann fand sich ein Freund, der selbst seine Erfahrungen im Behördendschungel gemacht hatte, um dieses Paar zu unterstützen bei der Geltendmachung seines Anspruchs auf staatliche Unterstützung. Bei der Agentur konnte man kaum glauben, das dieses Paar schon so lange ohne jegliche staatliche Unterstützung lebt. Wer jetzt aber glaubt, dass man sich bemüht hätte, schnell und 'unbürokratisch' zu helfen, kennt diesen Dschungel nicht. Wer so lange ohne Geld überlebt, der muss kriminell sein und Drogen verkaufen oder Ähnliches. Und so war der einzige Erfolg dieser Aktion die Androhung einer Anzeige, weil man nach der Logik des Sachbearbeiters unter solchen Umständen gar nicht ehrlich bleiben kann! Und Solidarität von Freunden, das ist ihm sowieso ein Fremdwort.
Es gibt Menschen, die auch dieses Paar noch 'Schmarotzer' nennen werden. Sie merken nicht einmal, wie entmenscht sie dadurch selbst schon geworden sind. Aber wir alle haben über unser ganzes Berufsleben in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt, damit wir und alle, die ihre Arbeit verlieren, nicht hungern müssen. Auch ich habe meine Arbeit verloren und an Arbeitslosengeld nur einen Bruchteil dessen erhalten, als ich einbezahlt habe. - Wo bleibt das Geld? Etwa bei jenem berüchtigten Chemnitzer Professor, der mathematisch 'beweist', dass ein arbeitsloser Mensch von weniger als 140 Euro im Monat existieren könne? Wie hoch ist wohl sein Honorar?
Auch wenn Mancher diese Geschichte kaum glauben kann: Sie ist wahr! Und es gibt viele solcher 'Geschichten'. Jeden Montag versammeln sich in rund 100 deutschen Städten seit 4 Jahren Menschen, um gegen die menschenverachtenden Hart IV-Gesetze zu protestieren. Nur selten liest man darüber etwas in der Zeitung - allenfalls mal in den Lokalnachrichten. Das nennt man hierzulande: Pressefreiheit. Dort gibt es Gelegenheit, selbst seine Meinung zu äußern oder zuzuhören den fast unglaublichen Erlebnissen der Menschen in einem der reichsten Länder der Welt.
Szenenwechsel:
Auch seine Frau verlor, wie so viele, zu dieser Zeit ihre Arbeit. Sie bekam kurz darauf Gelegenheit, sich in einem Praktikum die Hoffnung auf einen festen Arbeitsplatz zu erdienen - natürlich, wie es heute üblich ist, ohne Bezahlung. Gleichzeitig kam der Arbeitsagentur in den Sinn, dieser Frau einen Arbeitsplatz auf 1-Euro-Basis zuzuweisen. Die Frau lehnte ab, da sie ja in einem - wenn auch unbezahlten - Arbeitsverhältnis stand. Verbunden mit der vagen Hoffnung auf eine schlechtbezahlte Festanstellung. (Hieß es nicht mal: Eigenverantwortung und -initiative seien das A und O bei Arbeitslosigkeit?). - In der Arbeitsagentur wurde das anders gesehen: Ablehnung einer "angebotenen" Arbeit = Streichung von Hartz IV.
Und so lebte dieses Paar, notdürftig unterstützt von Freunden, längere Zeit, ohne einen Cent vom Staat.
Irgendwann fand sich ein Freund, der selbst seine Erfahrungen im Behördendschungel gemacht hatte, um dieses Paar zu unterstützen bei der Geltendmachung seines Anspruchs auf staatliche Unterstützung. Bei der Agentur konnte man kaum glauben, das dieses Paar schon so lange ohne jegliche staatliche Unterstützung lebt. Wer jetzt aber glaubt, dass man sich bemüht hätte, schnell und 'unbürokratisch' zu helfen, kennt diesen Dschungel nicht. Wer so lange ohne Geld überlebt, der muss kriminell sein und Drogen verkaufen oder Ähnliches. Und so war der einzige Erfolg dieser Aktion die Androhung einer Anzeige, weil man nach der Logik des Sachbearbeiters unter solchen Umständen gar nicht ehrlich bleiben kann! Und Solidarität von Freunden, das ist ihm sowieso ein Fremdwort.
Es gibt Menschen, die auch dieses Paar noch 'Schmarotzer' nennen werden. Sie merken nicht einmal, wie entmenscht sie dadurch selbst schon geworden sind. Aber wir alle haben über unser ganzes Berufsleben in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt, damit wir und alle, die ihre Arbeit verlieren, nicht hungern müssen. Auch ich habe meine Arbeit verloren und an Arbeitslosengeld nur einen Bruchteil dessen erhalten, als ich einbezahlt habe. - Wo bleibt das Geld? Etwa bei jenem berüchtigten Chemnitzer Professor, der mathematisch 'beweist', dass ein arbeitsloser Mensch von weniger als 140 Euro im Monat existieren könne? Wie hoch ist wohl sein Honorar?
Auch wenn Mancher diese Geschichte kaum glauben kann: Sie ist wahr! Und es gibt viele solcher 'Geschichten'. Jeden Montag versammeln sich in rund 100 deutschen Städten seit 4 Jahren Menschen, um gegen die menschenverachtenden Hart IV-Gesetze zu protestieren. Nur selten liest man darüber etwas in der Zeitung - allenfalls mal in den Lokalnachrichten. Das nennt man hierzulande: Pressefreiheit. Dort gibt es Gelegenheit, selbst seine Meinung zu äußern oder zuzuhören den fast unglaublichen Erlebnissen der Menschen in einem der reichsten Länder der Welt.
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