TEIL 5
15.6.07
An richtigen Schlaf war in der Kabine nicht zu denken. Mitten im Schiff, kein Fenster, keine Lüftung, zu warm, zu laut. Um 8Uhr gab’s Frühstück, Suppe.
Und nun? Schiffsbesichtigung.
Kabine, Schiff, Tee, Kabine, Schiff, Tee, Kabine, Schiff, Tee........ .
Sind noch mit 3 anderen Motorradfahrern ins Gespräch gekommen. Alle waren Chefs von 3 verschiedenen Sicherheitsfirmen. Einer von denen war auch als Soldat in Deutschland. In Wünsdorf.
Die 3 wollten eine Woche in den Süden der Türkei.
Später kam noch ein LKW-Fahrer in unsere Kabine. Alexej, ein Russe, der schon zig Jahre in Amerika lebt und jetzt nur solange in Russland LKW fährt (6 Monate), bis sein Sohn in knapp 2 Monaten mit der Uni fertig ist, um dann gemeinsam nach Amerika zurückzukehren.
Cool, Delfine in freier Wildbahn. Es sind immer wieder so 2 oder 3 Delfine angekommen. Ein wenig in den Wellen vom Schiff rumgehopst und wieder weg. Das ging so im halb Stunden Rhythmus. Die Wellen der Fähre waren die einzigen Wellen auf der 19 stündigen Überfahrt. Ansonsten war das Schwarze Meer windstill und spiegelglatt.
Jetzt haben wir uns mal die Videokamera geschnappt und sind nochmal auf Erkundungstour gegangen. Völlig selbstverständlich durften wir auf die Brücke. Der Kapitän konnte ein wenig deutsch und wie “unerwartet“ hatte auch er einen guten Bekannten in Deutschland. Der Kapitän hatte noch gefragt, ob denn soweit alles in Ordnung sei und wir zufrieden sind. Als Phil ihm sagte, dass alles unter Deck eine Banja sei, telefonierte er sofort mit dem Leitenden Ingenieur. Der meinte aber wohl, dass die Klimaanlage laufen würde.
Und im Himmel ist Jahrmarkt.
Wir sind dann weiter durch das Schiff gelaufen und haben den Maschinenraum gesucht. Auch hier wurden wir, anstatt uns zu verscheuchen, herzlichst begrüßt. Wurden auch gleich überall herumgeführt. Das war für die Maschinisten vielleicht auch mal eine nette Abwechslung?
Nach der Schiffsbesichtigung sind wir wieder zur normalen Tagesordnung zurückgekehrt.
Kabine, Tee, Schiff, Kabine, Tee, Schiff.... . Zwischendurch gab es lecker Mittag. Nur die Blechtabletts mit den einzelnen Fächern für verschiedene Beilagen erinnerten ein wenig an Gefängnisessen.
LAAAND IN SIIICHT.
Das Anlegemanöver in Samsun war gut für Touristen und deren Kameras, aber auf keinen Fall für das Geschäft. Erst hier versucht anzulegen, ach nein, hier nicht. Probier es mal da drüben usw.
Kaum hatte das Schiff angelegt, waren auch schon die ersten Geschäftstüchtigen an Bord. Die wollten unsere Papiere haben. Wir haben nur Bahnhof verstanden. Alexej, der russische Amerikaner, oder amerikanische Russe, hat uns dann aufgeklärt. Die würden sich für die Kleinigkeit von 100 Türkischen Lire um den ganzen Einreisepapierkram kümmern. Alexej hat uns nahegelegt, das zu machen. Wir würden sonst nur Anfälle bekommen und zum Schluss verzweifelt und weinend zusammenbrechen. In den 100TL war auch schon die sowieso fällige Bearbeitungsgebühr inklusive. Als wir gesehen haben, dass Alexej und die 3 anderen Motorradfahrer denen anstandslos alles mitgegeben haben, haben auch wir, ein wenig wiederwillig, alles rausgerückt. Nachdem wir von der Fähre runter waren, sind wir die Fähre bezahlen gegangen, in Dollar. Selbst wenn man mit denen diskutiert, dass die Türkei in die EU möchte und der Euro mehr Wert sei als der Dollar, haben die auf Dollar bestanden. Na gut, also auf zum Geldautomaten, TL geholt, die in Dollar umgetauscht und jetzt die Fähre bezahlt. Ganz einfach und unkompliziert.
Da die Fähre über 17 Stunden Verspätung hatte, war der Zoll nun auch zu. Für 30 $ extra wäre es unter Umständen, eventuell, vielleicht, mal sehen, kann sein, möglich gewesen, dass doch noch einer im Zoll gearbeitet hätte. Aber was sollen wir nachts rumgurken? Sieht man ja nichts von der Landschaft.
Da Alexej schon auf der Fähre geahnt hat, was nach der Ankunft sein wird, hatte er uns angeboten, bei ihm auf dem Anhänger zu schlafen. Darauf sind wir nun natürlich gerne zurückgekommen. Die 3 Motorradfahrer hatten sich ein Hotel gleich neben dem Hafen besorgt.
16.6.07
Es war wieder keine Eile beim Aufstehen geboten. Der Zoll öffnet zwar schon um
8 Uhr, doch vor 10Uhr dreht sich hier kein Rad.
Also gab’s erstmal ein Truckerfrühstück. Graupen, Dosenfleisch und Kaffee.
Gegen 10Uhr haben wir die Papierkrammenschen beim Angeln gesehen. Da ist EF hin und hat gefragt was der Quatsch soll. “Problema Maschina“ jetzt war der Computer beim Zoll kaputt. STÖHN.
Ok warten, na ja, da haben wir schon ein wenig Übung drin. Als wir gerade in Lethargie verfallen sind, sollte es auf einmal ganz schnell gehen, damit wir noch vor den LKW’s durchkommen. Die Kontrolle unserer Sachen beschränkte sich im großen und ganzen auf das Betrachten der Mopeds und Erfragen von technischen Daten.
Fein, nur noch eine Schranke und wir können losdüsen.
Denkste Puppe!
Es fehlte irgendein Stempel. Wir hatten keinen Schimmer, was für einer und wo wir den herkriegen.? Zu unserem Glück kam ein Polizist vorbei, der englisch konnte. Wir mussten noch mal zum Zoll zurück. Und hier haben dann der Polizist und die Zollmenschen angefangen zu diskutieren, ob wir diesen Stempel nun brauchen oder nicht. Der Zoll meinte nein und der Polizist meinte ja. Unsere genervten Gesichter müssen wohl genügt haben, damit es endlich den Stempel gab. Alexej war inzwischen bei der Spritkontrolle, denn in der Türkei dürfen LKW’s bei der Einreise nur max. 550 L im Tank haben. Haben uns von Alexej und den 3 anderen Motorradfahrern verabschiedet. An der letzten Schranke den Stempel gezeigt, zisch und weg.
Von Novorossisk bis zur letzten Schranke 34 Stunden Verspätung!
Sind die Küstenstraße entlanggefahren und haben uns auf eine Info von Alexej verlassen – dass die Polizei sich hier nicht allzu sehr für Geschwindigkeit interessiert. Es dauerte nicht lange und wir waren in den Bergen. Man ist das herrlich, nach all den laaaangen geraden Straßen wieder Kurven zu wetzen und die Karre in manchen Kurven aufsetzen zu lassen.
Mit einer Karte 1:2Mio und einem etwas lückenhaften GPS war ein überflüssiges Häkchen durch die Landschaft nur die logische Konsequenz. Auch hier sollte das nicht zum Nachteil werden. In einem kleinen Dorf hatten wir kurz für ein Foto gestoppt und schon wurden wir von einem älteren Türken, der sonst in den Niederlanden lebt, auf einen Tee und Kekse eingeladen. Im Gegenzug haben wir ihm vom bis dato Erlebten erzählt.
An einer Tankstelle wurde uns nicht nur mit Benzin weitergeholfen, sondern auch mit dem richtigen Weg. Kurz vor dem Verzweifeln und dunkel werden haben wir doch noch einen Platz am Meer gefunden. An der Schwarzmeerküste ist es nicht mehr so einfach einen Platz zu finden. Das ist der Nachteil an felsigen Steilküsten. Aber die Plätze die man dann findet, sind sehr schön. Kann sein, dass man die Plätze auch nur deshalb so schön findet, weil die Auswahl nicht mehr so groß ist?
260 km
17.6.07
Einfach nur schön, direkt am Meer aufzuwachen und noch fast schlaftrunken reinzulaufen.
Als wir auf der Hauptstraße waren ging’s mit uns durch KURVEN, KURVEN, KURVEN UND NOCHMALS KURVEN nun konnten die Metzeler-Karoo auch zeigen, was in Kurven möglich ist.
Zum regelmäßigen Karre aufsetzen lassen hat’s dicke gereicht, ohne dass man sich Gedanken machen musste.
Nachdem EF beinahe in einer Kurve geradeaus geschossen wäre, haben wir uns etwas zusammengerissen, obwohl EF keine Angst vor Steilabfahrten hat......., aber
ca.10min vor der Mittagspause haben wir in den Bergen doch noch mal Scheibe gespielt. Man muss sich ja schließlich sein Mittag verdienen.
Eigentlich braucht der Mensch nicht viel, um glücklich zu sein. Mittagessen direkt am Meer reicht schon.
Nach dem Mittag noch schnell die Mopeds aufgefüllt und weiter. Mist, dass man nach dem Essen immer so träge wird. Ach was soll’s, hat auch einen Vorteil, man sieht wieder was von der Landschaft. Was hier in der Türkei auch Spaß macht, in jedem Dorf wird einem zugewunken. Egal ob jung oder alt. Meistens Kinder, aber auch Erwachsene, das geht von Kopfnicken bis zum Winken.
Heute war die Nachtlagersuche etwas schwieriger. Direkt am Meer war nichts zu wollen. Mit leeren Mopeds wäre was zu machen gewesen, aber mit Sack und Pack nicht. Oben von der Straße war in manchen Buchten ein Strand auszumachen. Dort führten aber immer nur Eselspfade runter. Gut, runter hätte geklappt, aber hoch wäre was zum Fluchen gewesen.
Im Hinterland an einem Fluss hat’s dann doch noch geklappt mit einem Platz. Schön im Tal zwischen den Bergen. In der Nähe war ein Dorf, wo die Häuser auch etwas am Berg hoch gebaut wurden. Sogar die Moschee hat hier optisch in die Landschaft gepasst. Das einzige, was gar nicht so recht passen wollte war, jedes Mal wenn der Herr seine Schäfchen in die Moschee zum Gebet gerufen hat, kamen am Schluss drei Töne. Als wenn man bei einem Telefon mit Tastentönen die Tasten 6 2 9 drückt. Die Technik lässt grüßen.
Nachts hatten wir wieder Besuch, Wildschweine. Die waren diesmal ganz schön nah. Wir haben die schmatzen und am Ufer rumplanschen gehört. Die polnischen Knaller, die wir extra für solche Fälle mit hatten, hatten wir schon in der Hand. Aber hier hatten wir auch wieder das Glück auf unserer Seite, streunende Hunde. Die hatten sich kurz mit den Schweinen in die Wolle bekommen und dann war Ruhe. Nun konnten wir nach 410 km wieder ruhig weiterschlafen.
18.6.07
Zum Frühstück gab’s heute eine Hängebrücke.
Phil durfte als erster rüber. Weil, ein leichteres Motorrad lässt sich auch leichter aus dem Wasser ziehen!
Heute war wieder Kilometerfressen angesagt. Etwas später hatten wir die Wahl zwischen Autobahn und kurviger Landstraße. Da haben wir gar nicht weiter darüber nachgedacht. Auf der Autobahn gibt es bestimmt nicht so viele Cafe’s. Und unser alle 100 km-Käffchenrythmus war jetzt schon ein nicht mehr zu vernachlässigender Akt geworden. In den Bergen wurde unsere Entscheidung belohnt. Ein Cafe mit wunderbarer Aussicht.
Danach gemütlich mit 90-100 km/h durch die Ortschaften, selbst an der Polizei vorbei. Alexej hatte Recht. Geschwindigkeit interessiert hier wirklich keinen so richtig. Theoretisch wollten wir vor Istanbul noch eine Pause machen, aber ehe wir uns versehen haben, waren wir schon im Wuhling der Stadt.
Da EF’s Moped jetzt laut Kilometerstand mit einer großen Inspektion dran war, wollten wir in Istanbul in eine Werkstatt. Und bevor wir wieder eine Odyssee starten, sind wir in Istanbul ( Vorstadt ) erstmal an eine Tankstelle. Wir wollten die gleiche Taktik wie teilweise in Russland anwenden. Stück für Stück durchfragen. Doch bevor wir damit anfangen, wollten wir im Großstadtmief kurz bei Eis und Tankstellenkaffee verschnaufen. Ein Tankstellenangestellter hat uns zwei Eistee geschenkt und ein bisschen mit uns gequatscht. Auf einmal hielt ein rotes Auto und wir wurden von einem Türken mit österreichischem Akzent angesprochen. Er war der Werkstattchef von Daihatsu- Istanbul und schon viel in der Welt rumgekommen. Und das Beste, der KTM-Chef von Istanbul war sein Kumpel! Also kurzes Telefonat und in ca.15Min sollte einer kommen und uns abholen. War auch ganz gut so, denn selbst mit einer guten Wegbeschreibung hätten wir das nie gefunden. Der KTM-Mensch konnte gut deutsch und meinte, dass wir gerade ungünstig gekommen seien,weil die Werkstatt ordentlich zu tun hatte. Mittwoch sollten wir die Mopeds hinbringen und für die Fertigstellung gab’s erst mal keine Angaben. Später kam auch Orkan( Daihatsu) noch zu dem KTM-Händler. Orkan fährt auch Motorrad. Er ist 2. in den türkischen Enduromeisterschaften und spielt mit dem Gedanken, in den nächsten 1 oder 2 Jahren bei der Paris-Dakar mitzumachen.
Alles klar, warum er uns auch an der Tanke angesprochen hat. Wir Motorradfahrer helfen uns eben!
Orkan hatte uns noch ein Hotel direkt am Bosporus auf der asiatischen Seite zu Daihatsukonditionen besorgt. Statt 150€ waren wir mit 60€ dabei.
Abends sind wir noch kurz einkaufen gegangen. Eine Melone für 8TL. Der Verkäufer fragte noch, ob der Preis ok sei? Später ist es uns wie Schuppen von den Augen gefallen. Stimmt ja, hier muss man ja wieder bis aufs böse Messer handeln.
Einen Wunsch, den Phil sich noch auf dieser Reise erfüllen wollte war, sich in Istanbul rasieren zu lassen. Schön mit einer Klinge am Hals. Das letzte Mal hatte er sich in Deutschland rasiert. Gegen 21Uhr haben wir einen Frisör gefunden und wurden völlig selbstverständlich noch bedient. Keine Ahnung wie lange die hier offen haben.
Man, war das herrlich, endlich diesen Filz aus dem Gesicht los zu werden und ein wenig entspannend war es zudem auch noch. Müsst ihr mal probieren (für Männer). Bei uns in Deutschland gibt es genug türkische Frisöre, die auch noch mit dem Messer rasieren.
Zurück im Hotel haben wir die Klimaanlage genossen und nicht nur heute, die anderen Tage im Hotel auch noch. DANKE an den Erfinder der Klimaanlage. 430 km.
19.6.07
Huch, fast das Frühstück verschlafen. Halbe Druckbetankung und los. Heute ist unsere 4.Fährüberfahrt.
Sind ein wenig durch die Stadt gewackelt, Basar, Moschee usw . Heute hat mir EF Recht gegeben mit dem, was ich immer über die Dörfer am Mittelmeer sage – hast du ein Dorf gesehen, hast du alle gesehen. Und EF kannte schon Moscheen aus Ägypten usw. Das gleiche gilt auch für den Basar. Für kleine, aber feine Unterschiede fehlt uns sowieso der nötige Blick. Wir sind halt Kulturbanausen und wollen Motorrad fahren.
Natürlich, wenn man einen Moslem fragt, ist die Moschee in die er geht eh die schönste und beste. Nun standen wir vor der Entscheidung, weiter durch die Stadt zu laufen oder am Hotelpool zu entspannen.
Unsere Ignoranz Istanbul gegenüber hängt nicht mit der Stadt an sich zusammen, sondern eher mit der Hitze. Die Altstadt von Istanbul ist sehr schön! Aber eben nicht mehr, wenn es so warm ist. Wir haben den Tag dann am Pool ausklingen lassen.
20.6.07
So heute mal wieder etwas früher aufgestanden und dafür wunderbar gefrühstückt. Anschließend haben wir die Moppels in die Werkstatt gefahren. In der angekommen, alles noch mal besprochen was und was nicht gemacht werden soll. Danach sind wir mit dem Taxi wieder zurück ins Hotel gefahren. In Istanbul haben die Taxis inzwischen Taxameter. Vor 2 Jahren musste Phil noch den Preis aushandeln.
Im Hotel angekommen, haben wir uns wieder hingehauen. Irgendwie waren wir müde. Keine Ahnung warum? Vielleicht merkt ja der olle Körper, wenn mal nichts anliegt und schaltet einen Gang runter, um sich vom vorrangegangenen Stress zu erholen. Was auch immer? Wir waren jedenfalls müde.
Am frühen Nachmittag sind wir kurz in die Stadt. Schnell zur Post und in ein Internetcafe Fotos auf CD brennen lassen. Und wieder zurück an den Pool. Gegen 18Uhr sind wir wieder in die Werkstatt. EF’s KTM war ohne Probleme fertig geworden, nur mit Phils gab’s ein Problem. Die sprang nicht mehr an. Hm, war ja klar. Na gut, dann fahren wir eben nur mit EF’s Karre zurück ins Hotel.
Man war dit heut n’Jammltach.
21./22.6.07
Heute hatten wir gezwungenermaßen viel Zeit. Also richtig lange frühstücken. So richtig, mit mehrmals nachholen. Vollgefressen zurück aufs Zimmer und packen. Mist, eigentlich wollten wir gestern Abend packen, damit es heute noch ruhiger wird. Gegen 11Uhr haben wir in der Werkstatt angerufen, um den Stand der Dinge zu erfahren. Fertigmeldung. Klasse.
Ein Kabelbruch war`s gewesen. Schwein gehabt, dass das in der Werkstatt passiert ist, denn in freier Wildbahn bedeutet ja so ein Kabelbruch meistens eine lange Auszeit. In der Werkstatt haben wir noch ein bisschen gequatscht und sind zurück zum Hotel die Mopeds satteln.
Haben relativ flink aus Istanbul rausgefunden. Auf der Autobahn haben wir das erste Mal ein Reifenplatzer von einem LKW erlebt. WOW, das ist eine Sauerei. Und in einer Baustelle konnten wir beobachten, wie LKW’s über einen Parkplatz gelotst wurden, damit die kleinen Schnellen vorbei konnten. Echt clever. Diesmal sind wir auf der Autobahn geblieben. Erst als das Benzin zur Neige ging, sind wir wieder auf die Landstraße. Neben einer Tankstelle war auch ein kleiner Imbiss. Da haben wir Olli den Türken kennengelernt.
Er arbeitet mal in Berlin und mal hier in der Türkei.
Also an seinen Kilometerangaben muss Olli aber noch arbeiten. Ja ja bis zur Grenze sind es noch 400 km. Ungefähr 100 km waren es dann wirklich.
Die Einreise nach Bulgarien wäre fast 1a gewesen, bis auf ? Ja richtig, bis auf einen Stempel. Wäre ja auch zu einfach gewesen, das Stempelhäuschen dort zu öffnen, wo man auch durchfährt. Nein lieber völlig unscheinbare 3 Spuren weiter. Ok, Stempel geholt und durch. Nach ein paar Kilometern und schon in der Dämmerung war es mal wieder Zeit für etwas Abwechslung. Drehzahl schoss kurz hoch, Vortrieb = null und im Rückspiegel Funkenflug auf der Straße. Mist, Phils Kette gerissen.
Juchhu, genau am Kettenschloss. Mist, kein passendes Kettenschloss dabei!
Also die neue Kette aus der Alukiste gekramt und mit Hilfe eines Bulgaren, der angehalten hatte, die neue Kette um 5 Glieder gekürzt.
Während wir so am Basteln waren, hätte uns beinahe ein LKW abgeräumt. Überholt die Granate am Berg vor einer Kurve. Da hat selbst der Bulgare geflucht.
Alles zusammengebaut und verpackt, dann ging’s weiter. Eine knappe Stunde hat uns der Spaß gekostet. Inzwischen war es dunkel, aber müde waren wir noch nicht. Anscheinend hatten uns die Gammeltage in Istanbul richtig gut getan.
Mit der Hilfe von Einheimischen haben wir immer wieder auf den richtigen Weg gefunden, denn die Ausschilderung kann man hier echt vergessen. Wenn mal ein Hinweisschild da ist, ist es soweit runter gehunzt, dass es kaum bis gar nicht mehr lesbar ist.
In den Bergen war auch die eine oder andere „uijuijui“ Kurve mit dabei. Sich zuziehende Kurven in der Nacht sind gemein! Aber ansonsten war es sehr schön, bei Nacht durch die Berge zu fahren. Zumal die Nacht sternenklar war und sich somit die Konturen der Berge schön gegen den Himmel absetzen konnten.
Gegen 4Uhr waren wir an der bulgarisch/ rumänischen Grenze. Nicht schlecht, abends in Bulgarien rein und früh wieder raus!
Die Abfertigung war mal eine der angenehmen Art.
- “Ah, ihr seid Deutsche. Woher?“
- “Wir kommen aus Berlin und waren da, da und da. Aber jetzt wollen wir nach Hause.“
- “Na dann gute Fahrt“
An dem nächsten Häuschen hatte Phil die Grenzbeamtin geweckt, weil da noch eine Schranke war. Na, für die Aktion gab’s aber einen Blick. Nach dem Motto – seid ihr denn zu doof, selbstständig um eine geschlossene Schranke rumzufahren?.
Nun waren wir also in Rumänien, in diesem sooo armen und runtergekommenen Land.
Nix da! Gute Straßen, kaum Schrottautos. Und die Dörfer wurden nach dem 2.Weltkrieg auch wieder aufgebaut!
Hallo Vorurteile.
Die Rumänen sind sogar so reich, dass die zum Stopfen von Schlaglöchern Kleinbusse nehmen. Und auch noch einen von den guten. Das war ein neuer Mercedesbus. Nee nee, jetzt mal im Ernst.
Dort war ein Kleinbus wegen fehlender Absperrung in eine Baugrube gefahren. Der hat da aber ganz genau reingepasst.
Mittags sind wir an der Bescheissmichroute was essen gegangen. Für 2 Teller mit was drauf und Kaffee 18€. PLUMPS.
Nachmittags haben wir einen Platz unter einer Brücke am Fluss gefunden. Keine 100m von einer ständig tutenden Eisenbahn entfernt. Nachts, wenn ein LKW über die Brücke gefahren ist, rieselten immer ein paar Steinchen auf das Zelt. Aber nach 31 Stunden Fahrt und 1300 km schläft man tief genug. Der Platz hatte aber auch was Gutes.
23.6.07
Früh regnete es, konnten wir also trocken aufstehen und alles zusammenpacken.
hier geht es dann weiter Viel Spaß EF
Mit dem Motorrad von BERLIN- Tschernobyl- Moskau- Ekatarienburg(ASIEN)-Istanbul-
Dieses Buch beschreibt die Fahrt durch Polen- Ukraine- Rußland- Türkei ... in Tagebuchform, leider ohne Fotos.NEU ZU HÖREN unter....
http://soundnezz.de/511.0.html?&no_cache=1&tx_snprojects_pi1[showUid]=421
Das Original hat über 200 Bildern.
GPS DATEN gibt es auf Anfrage.
VIEL SPAß BEIM LESEN.
Bitte nicht alles so ernst nehmen. Zur Zeit Teil 4.
4 Platinern gefällt der Artikel
Gefällt mir auch
Kommentare zum Artikel