Kriege, Umweltkatastrophen, Ungerechtigkeit, Hunger, Armut und dann noch die Naturkatastrophen.
 

Dazwischen wuseln wir Menschen ohne Sinn und Verstand, scheinbar ohne je etwas dazu gelernt zu haben. Warum auch? Was in schöner Regelmäßigkeit kommt, sind Beschwichtigungsversuche der Herrschenden im Weltlichen wie auch im Spirituellen.
 

Hat jemand etwas aus dem 1. Weltkrieg gelernt? Oder gar aus dem 2. Weltkrieg?  Hiroshima? Den regelmäßigen Überflutungen der Flusstäler? Hallo, wer weiß es? Na, wer ?
 

Niemand. Zu keiner Zeit. Auch in Zukunft nicht. Ende Gelände, aus die Maus.
 

Und nun? Terror und Panik? Aufstand der Harmlosen?
 

Da werden ganze Völker unterdrückt und deren Unterdrücker von unseren Herrschern gehätschelt und gesponsert. Da regen wir uns in Masse darüber auf, dass so ein bisschen Zusatz den Motor unseres Lieblingskindes zerstört und keine Versicherung dafür aufkommt. Wir suchen den Superstar, der im Dschungel mit Hilfe der gefressenen Kakerlaken unser Heil garantiert. Und wozu? Sind wir komplett bescheuert?
 

Ja, sind wir, „Same procedure as every year” oder “Nach uns die Sintflut”. Möchte jemand meinen Platz auf der Archie Noah? Kann er haben. Ich verschenke sie alle. Und das befreit.
 

Es befreit von der kollektiven Panik, dass Japan jeden Moment vor der Tür steht.

 

Beruhigt Euch, nichts wird gut, alles wird erträglich.
 

Und sind wir doch bitte mal ehrlich, vor allem uns selbst gegenüber. Wer will wirklich etwas ändern?
 

Wer verzichtet aus Umweltgründen auf seinen PKW? Wohl eher, wenn es nicht mehr bezahlbar ist.
 

Wer hört auf zu rauchen, um sein oder das der Passivraucher drohende Krebsriskio zu vermindern?
 

Na, das St.Florians Prinzip erkannt? Niemand bzw. kaum einer.
 

Was man dagegen tun kann? Nichts. Sich höchstens von all den Dingen, die einen krank machen können, entfernen.
 

Einsehen, dass das eigene Glück, die eigene Zufriedenheit nur das Maß aller Dinge sein kann.
 

Als junger Mensch machte ich mir Gedanken über die Zukunft, hatte Pläne, wollte die Welt verändern, wie die meisten von Euch. Was irgendwann folgte, war keine Altersweisheit. Eher die große Ernüchterung, dass wir keinerlei Einfluss auf unser Leben haben. Aber wir können uns anpassen oder uns dagegen auflehnen. Diese Entscheidung muss aber jeder für sich treffen.
 

Und damit ist er ein ganzes Leben lang beschäftigt. Ich fühle mich nicht zuständig, zuständig für das Leid der Menschheit. Fühle keine Verantwortung, fühle keinen Ehrgeiz, ein Attentat zu begehen und einen Menschen zu eliminieren, von dem ich oder eventuell auch andere denken, er würde ein Volk ins Verderben führen. Die Glaskugel, die ich nicht habe, hat eine Dauerempfangsstörung. Und der Mensch ist kein Gott.
 

Ich lebe jetzt und versuche mein Leben so gut es geht zu gestalten. So etwas nennt sich Einzelkampf.
 

Da gibt es Menschen, die eine Sterbegeldversicherung haben, damit sie „anständig“ beerdigt werden können. Ich für meinen Fall habe so etwas nicht, weil ich auch ohne Versicherung den Weg alles Irdischen gehen werde. Wie und wo ich dann unter die Erde komme, kann mir da absolut egal sein. Oder werde ich da einen Unterschied bemerken, ob ich im Krematorium in meine Mineralstoffe zerlegt werde oder in der Müllverbrennungsanlage? Habe ich noch eine „Würde“ als Toter oder bin ich als juristische Person nicht mehr existent  und damit auch nicht klagefähig?
 

Womit soll ich eigentlich meine Zeit noch verschwenden?
 

Ist es erstrebenswert, nach einem arbeitsreichen Tag kurz nach Feierabend in den Weltuntergang zu taumeln, oder macht es mehr Spaß, das zu Hause, bei Fun und Fete und einem Game auf der Playstation zu erwarten? Nun ja, die Priorität setzt jeder selber.
 

Ich bin dann mal weg, mein Leben leben. Auch in dem Wissen, dass sich kaum ein anderer Mensch darum kümmert, was aus einem anderen, ihm unbekannten Menschen, wird. So wichtig sind wir nicht.
 

Also worüber aufregen? Warum Angst vor etwas haben, dass unweigerlich auf uns zukommt?
 

Ich weiß, es wird sehr viele zu Widerspruch anregen, aber sind wir doch mal ehrlich. Was habt ihr schon verändert, dass andere sich Euch in solch einer Masse angeschlossen haben, damit diese Veränderungen einen Effekt auf das Leben haben?
 

Wir sind froh, dass der Strom aus der Steckdose kommt und reden uns ein, dass wir die sind, die unsere Umwelt weniger belasten, da wir ja einen Mix aus regenerativer Energie kaufen.
 

Wie beruhigend, wie verlogen.
 

Ich warte auf die nächste Jahrhundertkatastrophe, ich weiß, sie kommt regelmäßig, wie das Wetter. In der Zwischenzeit werde ich mir ein gutes Buch nehmen und lesen. Alles andere kommt ungefragt daher. Wie Ray Bradbury schon titelte „Something Wicked This Way Comes“
 

Und demnächst ist wieder irgendeine Weltmeisterschaft oder olympische Spiele oder Formel Eins und Bundesliga.
 

Dazwischen kaufen wir die zum Leben notwendigen SUVs und Flats und Smartphones, um immer voll dabei zu sein. Konsum tut gut, sich ab und an ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen auch, denn danach genießt sich das Leben doch gleich viel angenehmer.  So ein wenig Betroffenheit, eine kleine Spende, hier und da, für die eine oder andere Katastrophe, beruhigt doch und bringt Absolution.
 

Und wer ganz ein toller Mensch sein will, der spendet mit jeder SMS 5 Euro für die Tiger, die sind nämlich vom Aussterben bedroht.
 

Übrigens, auch in der Nachbarschaft gibt es Menschen, die nicht wissen, wie sie menschenwürdig in den nächsten Tag kommen können. Nur die sind nicht im Fernsehen.
 

Irgendwie gibt es immer was zu retten, wofür nur? Ich bin nur mir gegenüber verantwortlich.
 

© Paul Archie 2011