Ich bin gescheit genug, zu wissen, daß ich mich in einer höchsten Depression befinde.
Und daß diese in den schillerndsten Farben glänzt.
Wie ein Regenbogen.
Vom Blau übers Violett zum Hellblau,
zum Grün, zum Gelb, zum Rot bis hinüber zum Purpur.
Vom Guten zum Bösen.
Von der Liebe zum Haß
Vom Traurig zum Schön.
Vom Leben zum Tod.
Vom Leid zur Freude
Vom Zerrissensein zur Harmonie.
Vom Leuchten zum Verblassen.
Von der Zerstörung zum Aufbau.
Zum Aufbau einer irren Welt.
Einer irrealen, die nur in unserem Kopf existiert.
Ich spinne gerade meinen Kokon.
Natürlich weiß ich auch,daß dies ein vorübergehender Zustand ist.
Und dass es gefährlich ist, sich dort hineinzubegeben.
In diese schwarze Unendlichkeit und Leere und Ausweglosigkeit.
Aber ich beginne Gefallen daran zu finden.
Mich fallen zu lassen.
Schwach zu sein.
Wie in die Tiefe er Nacht.
In die Hülle der Nacht.
In die Geborgenheit der Nacht.
Zurück in die Dunkelheit der Gebärmutter.
Zurück zur Liebe.
Von Erde bist Du gekommen,
Zur Erde sollst Du wieder werden.
Staub zu Staub.
Heißt es nicht schön „Mutter Erde?“
Lieber wäre mir natürlich ein Seemannsgrab.
Und die Sterne sind das Auffunkeln der Realität, die sagen:
“ Sind wir nicht viel schöner als das Dunkel?“
Und ich antworte:
„Solange ihr nur die Minderheit seid, ist das gut.
Zusammen seid Ihr die Nacht.
In der ich mich jetzt geborgen fühle.
Und eine Wolke wird kommen, die Euch verschwinden lässt.
Und ich bin gescheit genug zu wissen, daß ihr noch da seid.
Obwohl ich Euch nicht sehen kann.
So sehr ich mich auch anstrenge.
Und ich werde mit Euch verschwinden…“
Ich weiß daß es weiter geht, wenn man da durch ist. Klar.
Aber ich zweifle sehr stark ob ich genug Kraft dafür habe.
Ich fühle mich so unendlich schwach. Der starke Mann und so schwach..
Yesterday singen die Beatles und habe ich die letzten zwei Tage gespielt und gesungen:
…Yesterday, all my troubles seemed so far away
Now it seems as so they´’re here to stay
Oh I believe in Yesterday.…
… Suddenly, I´m not half the man I used to be
(übersetzung: ich bin nicht einmal die Hälfte des Mannes der ich einmal war)
there´s a shadow hanging over me
oh yesterday came suddenly..
Und ich weiß, was Du jetzt sagen wirst und viele andere, die mir helfen wollen.
„Natürlich hast Du die Kraft dazu. Und das musst du auch tun“
Und die Freunde werden diskutieren:
„Der muß unter die Leute, da müssen wir uns drum kümmern.“
Und andere sagen: „ Der zerfließt in Selbstmitleid“
Ich weiß wie wahnsinnig lieb Ihr das meint.
Aber seid mir nicht böse. Ich will Eure Hilfe nicht. Ich will keine Hilfe.
Und noch einmal die Beatles in Let it Be:
And in my hours of darkness
There is still a light that shines on me
(Kommentar: Das sehe ich nicht, und das will ich auch garnicht mehr sehen!
Es würde meine darkness stören)
When I find myself in times of troubles
Mother Mary comes to me
Whispers words wisdom
Let it be, Let it be..
And when the broken hearted people living in a world of grey
There will be an answer
Let it be, Let it be.
Let it be ist so ähnlich wie "es geht weiter".
Ich werde dieses Jahr 62 Jahre alt.
Das ist sehr viel.
Sehr viel Freude und Leid und wieder Freude und Streit.
Sehr viel Leben wie es andere nicht hatten.
Es ist genug.
Ich wünschte, ich hätte die Kraft, es zu beenden.
Aber ich fühle mich auch dazu zu schwach.
Aus der Sternenwelt (der Realität) höre ich den spöttischen Kommentar dazu: „Das ist auch gut so.“
natürlich, jeder Mensch möchte geliebt werden.
Ich weiß natürlich auch, es gibt Millionen von Leuten die Liebeskummer haben und sich nicht gleich umbringen.
Aber es gerne möchten. So ein Typ bin ich wahrscheinlich auch.
Und ich würde vielleicht – wäre ich nicht selbst betroffen - sagen:
„Na und? Was ist schon passiert? Das ist doch nichts Besonderes.
Da ist einem die Frau weggelaufen und das war´s!
Kommt tausende Mal vor.“
Und Hartmut würde vielleicht sagen: „Der Depp, der weiß es doch selbst wie ´s geht! Warum tut er´s denn nicht, der Doldi!“
Und Feinde würden sagen: „recht geschieht ihm! Das hat er verdient.“
Aber ich würde meine guten Seiten sehen und widersprechen:
„Das habe ich nicht verdient!“
Und andere „ Der spinnt doch! Der ist total durchgeknallt! Hoffentlich tut er nicht noch anderen was an!“
Und ein anderer: „ So einer Hure würde ich keine Träne nachweinen!
Sei doch froh daß Du sie los bist!“
Noch ein anderer: „Ich würde beide umbringen aber doch nicht mich selbst!“
Keine Angst. Ich glaube das könnte ich nicht.
Obwohl, wer weiß was im Menschen alles vorborgen ist von dem er nur noch nichts weiß.
Diese Stimmen der Freunde, Feinde und Unbeteiligten haben natürlich alle irgendwie Recht.
Aber ich habe natürlich auch Recht. Aus meiner Sicht.
Aus der Sicht der Welt, in der ich mich gerade befinde.“
Ich bin noch immer da.
Ich weiß aber im Moment nicht wo ich hingehöre.
Und wie und wo ich hingehe.
„Ein Depp! So gescheit und doch so dumm..“
