Morgens halb zehn im Supermarkt...
Auch der simpleste Job kann wahre Glückmomente bergen. Einen davon durfte ich erleben, als ich noch in einem Supermarkt arbeitete...
Morgens halb zehn im Supermarkt
An manchen Tagen, wenn ich wieder zentnerschwere Milchpaletten durch unseren Supermarkt zerre, alten Leuten geduldig ihre „Pfennige“ aus dem Geldbeutel fingere und entnervten Müttern mit quengelnden Kindern meine mitleidigen Blicke schenke, frage ich mich: „Was mache ich hier eigentlich? Ist es das, was ich wollte?“
Dreißig Jahre liegen hinter mir – bestenfalls ein Drittel, schlimmstenfalls die Hälfte meines Lebens war gelebt. Während andere die Karierreleiter immer höher kletterten, krauchte ich immer noch tapsig am Boden herum...
„Die Trauben sind reduziert. Seh'n Sie das nicht?“ dröhnt mich eine barsche Männerstimme an, nachdem ich verträumt den üblichen Preis in die Kasse getippt hatte. Nach meiner Bitte, beim nächsten Mal reduzierte Waren sichtbar aufs Band zu legen, wird er noch ärgerlicher: „Wo steht das geschrieben? Bin ich der Kunde oder Sie oder was?“
Kampflos gebe ich auf und schüttele nur noch den Kopf. Männer. Wahrscheinlich auch eines dieser sexuell frustrierten Exemplare. Sinnlos weiter zu diskutieren.
Mitleidige Blicke aus den nachfolgenden fünf Augenpaaren.
„Scheiß Job, he?“ Ein Bürokratentyp mittleren Alters zwinkert mir zu. Soll das ein Aufmunterungsversuch sein? Als ich dem Anzugmensch in Kitschkrawatte seine zwei Cent Wechselgeld geben will, antwortet er: „Die nehmen Sie jetzt als Seelentrost und ärgern sich nicht mehr.“
Ist ja lieb. Gerührt schießt mir eine Träne ins Auge. Die Menschen können so großherzig sein. Ich bade mich in diesem Glücksmoment – morgens halb zehn im Supermarkt.
An manchen Tagen, wenn ich wieder zentnerschwere Milchpaletten durch unseren Supermarkt zerre, alten Leuten geduldig ihre „Pfennige“ aus dem Geldbeutel fingere und entnervten Müttern mit quengelnden Kindern meine mitleidigen Blicke schenke, frage ich mich: „Was mache ich hier eigentlich? Ist es das, was ich wollte?“
Dreißig Jahre liegen hinter mir – bestenfalls ein Drittel, schlimmstenfalls die Hälfte meines Lebens war gelebt. Während andere die Karierreleiter immer höher kletterten, krauchte ich immer noch tapsig am Boden herum...
„Die Trauben sind reduziert. Seh'n Sie das nicht?“ dröhnt mich eine barsche Männerstimme an, nachdem ich verträumt den üblichen Preis in die Kasse getippt hatte. Nach meiner Bitte, beim nächsten Mal reduzierte Waren sichtbar aufs Band zu legen, wird er noch ärgerlicher: „Wo steht das geschrieben? Bin ich der Kunde oder Sie oder was?“
Kampflos gebe ich auf und schüttele nur noch den Kopf. Männer. Wahrscheinlich auch eines dieser sexuell frustrierten Exemplare. Sinnlos weiter zu diskutieren.
Mitleidige Blicke aus den nachfolgenden fünf Augenpaaren.
„Scheiß Job, he?“ Ein Bürokratentyp mittleren Alters zwinkert mir zu. Soll das ein Aufmunterungsversuch sein? Als ich dem Anzugmensch in Kitschkrawatte seine zwei Cent Wechselgeld geben will, antwortet er: „Die nehmen Sie jetzt als Seelentrost und ärgern sich nicht mehr.“
Ist ja lieb. Gerührt schießt mir eine Träne ins Auge. Die Menschen können so großherzig sein. Ich bade mich in diesem Glücksmoment – morgens halb zehn im Supermarkt.
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