Mit dem Erfolg von Singlebörsen und Partnervermittlungen trägt das Internet seinen unbegrenzten Möglichkeiten Rechnung und befreit sich von seinem "Schmuddel-Image". Ob jung oder alt, Frau oder Mann, Großstädter oder Landbewohner - jeder kann heute seine große Liebe im Netz finden. Auch über viele Kilometer Entfernung hinweg
In Großstädten wie Hambung gibt es viele einsame Menschen: Das Arbeiten bis in die späten Abendstunden und die zunehmende Anonymität machen das Kennenlernen schwerer. Der Wunsch nach Liebe bleibt. Und so nutzen immer mehr Singles das Internet für die Partnersuche. Schon jeder sechste Internetnutzer findet seine große Liebe im Netz, so die größte Single-Studie Deutschlands, die ElitePartner bei dem Online-Marktforschungsinstitut Fittkau und Maaß in Auftrag gegeben hat. Im Dezember 2005 war es noch jeder siebte.
Persönliche Fragen im Test
Und auch immer mehr ältere Menschen entdecken das Netz für sich. Zudem würden besonders Akademiker die Partnersuche über das Internet betreiben, so die Studie weiter. Flirtseiten und Singlechats werden von akademischen Singles weniger genutzt als von anderen Alleinstehenden. Dafür benutzt bereits jeder dritte Akademiker-Single eine professionelle Internet-Partnervermittlung. Bei der Suche ist es wichtig, zwischen Singlebörsen und Partnervermittlungen zu unterscheiden. Denn diese gehen unterschiedlich vor. Mitglieder von kostenpflichtigen Partnervermittlungen beantworten in einem Persönlichkeitstest, der häufig von Psychologen erstellt wurde, Fragen zu Vorlieben, Ansichten, Hobbys, Beruf und Einkommen. Auf Basis dieses Tests wird ein Profil erstellt, das dann von einem Computer mit den Profilen anderer Mitglieder "gematcht" wird. Das Resultat sind Partnervorschläge, die den Suchenden per Email geschickt werden. Sie entscheiden, ob und wann die Gesuche beantwortet werden. Bei den Singlebörsen steht dagegen die unverbindliche Suche im Vordergrund. Hier geht es auch nicht primär um dauerhafte Beziehungen, sondern um Flirten, Spaß und das Kennenlernen von Freunden.
Grenzenlose Partnersuche
Allerdings gibt es schwarze Schafe unter den Anbietern, so Stiftung Warentest. Denn einige Börsen sollen auch Profile von Mitgliedern zeigen, die bereits gekündigt haben. Oder es gibt die potentiellen angebotenen Partner gar nicht. Prinzipiell aber hat die Online-Partnervermittlung viele Vorteile: Wann und wie der Nutzer auf Kontaktgesuche reagiert, bleibt ihm überlassen. Er ist zeitlich und örtlich ungebunden. So entstehen auch Beziehungen über Landesgrenzen hinweg, Menschen mit ähnlichen Lebenssituationen können über spezielle Websites leichter zueinander finden. Dies zeigen auch die vier folgenden Geschichten von Hamburgern, die sich bereits gefunden haben oder noch immer auf der Suche sind.
Im Internet bleibt der Suchende in gewisser Weise anonym. Er braucht sich im Bekanntenkreis nicht als Suchender zu bekennen. Es ist unverfänglich, aber auch unverbindlicher. Da Beziehungen sich durch Kommunikation entwickeln, wird hier auch das Defizit des Internets deutlich. Infos, die nur in der persönlichen Begegnung sichtbar und spürbar werden, wie Geruch, Stimme und Mimik, fehlen. Das Internet kann Menschen zusammenführen, es kann jedoch kein Verlieben herstellen. Es ersetzt nicht die echte Begegnung und erst recht nicht den ersten Kuss.
Wie kommt es, dass immer mehr Menschen im Netz den Partner fürs Leben suchen?
Die Menschen werden sich auch weiter zufällig treffen und sich verlieben. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Zwar leben in einer Stadt mehr Menschen und damit mehr potentielle Partner, doch man lernt dort nicht automatisch mehr Menschen kennen. Die Schnelllebigkeit und Enge werden als Stress erlebt. Das führt zum Rückzug. Das Internet bietet ein Medium, das dem Einzelnen Kontakte ermöglicht, deren Nähe er selbst steuern kann. Ein anderer Aspekt ist die hohe gewünschte Flexibilität in punkto Arbeitszeit, Arbeitsort. Diese verändert auch die persönliche Lebensgestaltung. Die Ortsgebundenheit, die das Aufsuchen bestimmter Orte und Veranstaltungen ermöglicht, wie Sportvereine und andere zentrale Orte zum Kennenlernen, werden weniger.
Wie erklären Sie sich den Boom der Partnervermitt-lungen im Internet?
Die Akzeptanz des Internets wächst und damit auch die Zahl der Nutzer dieser Vermittlungen. Die vielen Vorteile erklären dieses Interesse, denn die Suchenden erleben diese Vorteile von Autonomie und schützender Anonymität persönlich.
Es ist ein zeitgemäßes Medium, welches eine Suche ermöglicht, die orts- und zeitunabhängig ist. Es ist auch die große Zahl von Singles, die für den Boom sorgt


In Chatrooms gibt es keinen Ladenschluss, Beziehungssuchende können sich Tag und Nacht austauschen und verabreden. Spezialisierte Partnervermittlungen führen Menschen mit ähnlicher Lebenssituation oder Vorliebe zusammen, die sich vielleicht nie kennengelernt hätten. Woher soll man denn auch wissen, dass auf die junge Mutter mit dem niedlichen Kind kein Mann zu Hause wartet, sie also einem Kontakt gegenüber sehr aufgeschlossen wäre. Oder, dass der Sitznachbar im Bus ebenfalls leidenschaftlicher Golfer ist, mit dem man tolle Reisen machen und über das Hobby hinaus viele Gemeinsamkeiten entdecken kann.
Das Internet kann allerdings nur die erste Hürde des Kontaktaufnehmens erleichtern. Das Kennenlernen selbst verläuft dann wie sonst auch: mit Kribbeln im Bauch, Selbstzweifeln, vielleicht auch Liebeskummer und Enttäuschung. Den ersten Schritt zu machen, einen fremden Menschen kennenzulernen, sich auf etwas Neues einzulassen, wird mit zunehmendem Alter nicht gerade einfacher. Den Dünkel "schwer vermittelbar" oder "immer noch nicht unter der Haube" zu sein, muss heute aber niemand mehr fürchten. Online flirten ist so natürlich geworden wie fernsehen oder bei Ebay einkaufe