Namenlos
Liebesschwüre wie Schall und Rauch. Er kannte oft nicht einmal ihre Namen...
Er lag schwer atmend im Bett. Wirre Gedankenfragmente setzten sich zu Bildern und Szenen aus der Vergangenheit zusammen. Die Erinnerungen kehrten zurück. Seine Zeitreise begann...
In seinen Eingeweiden spürte er die wummernden Bässe der Musik seiner Stammdiskothek. Imaginärer Rhythmus durchzuckte seinen Körper.
Er spürte ihn immer noch, diesen Beat. Er war ein hervorragender Tänzer. Passte sich jedem Sound, jedem Tanz automatisch an und führte gekonnt. Auch alleine tanzte er, ohne sich lächerlich zu machen. Er hatte das Talent und Aussehen eines Latinos. Besaß umwerfenden Charme, der ihm Türen und Herzen öffnete. Der Liebling aller Frauen und einiger Männer.
Dies nutzte er weidlich aus. Er hatte leichtes Spiel, freie Auswahl. Ein Blick aus seinen Haselnussaugen, umgeben von einem pechschwarzen, langen Wimpernkranz reichte zumeist aus. Er hypnotisierte seine Auserwählte wie ein geschulter Magier. Sein perfekt geformter Mund mit den sinnlichen Lippen lächelte leicht ironisch. Er war sich seiner Wirkung voll und ganz bewusst.
Sein Ziel war klar: Beute!
Das Aussehen seines Opfers spielte eine untergeordnete Rolle. Wichtiger war die Bereitschaft zur Hingabe ohne lästige Fragen. Seine Masche immer die gleiche. Einen Drink, charmantes Geplauder. Heißblütiger Tanz und Liebesschwüre. Dann gemeinsames Abtauchen in den frühen Morgen zu einem kurzen Fick. Manchmal auch nur auf die Toilette der Disko. Anonymer Verkehr, wie er ihn bevorzugte. Jeden Abend eine Andere. Verhütung Frauensache.
Das Wort Kondom ein Fremdwort. Er hatte Erfolg...
Viele Herzen hatte er gebrochen. Liebesschwüre wie Schall und Rauch. Er kannte oft nicht einmal ihre Namen. Ihre Körper reichten ihm. Er war jung. Bindung und Familie noch nicht geplant. Trotz seines Rufes als Gigolo fielen sie immer noch auf ihn rein.
Zwischendurch wechselte er für einige Zeit die Disko, die Stadt. Holte sich sein Vergnügen, wo und wann immer er wollte. Der liebe Gott hatte es gut mit ihm gemeint. Er war ein Meisterwerk seiner Schöpfung…
Er kehrte zurück aus der Welt des flackernden Lichtes und williger Leiber. Die Musik entfernte sich immer mehr. Vermischte sich mit einem anderen penetranten Ton. Das Zucken in seinen Gliedern war verschwunden.
Er lag still...
Sein Name war Alexander. Dieser stand auf der Fieberkurve an seinem Bett in dem kleinen Hospiz. Sonst hätten ihn eventuelle Besucher nicht erkannt…
Text @ Doris Sponheimer
Bildquelle Pixelio, Fotograf Angela Parszyk
In seinen Eingeweiden spürte er die wummernden Bässe der Musik seiner Stammdiskothek. Imaginärer Rhythmus durchzuckte seinen Körper.
Er spürte ihn immer noch, diesen Beat. Er war ein hervorragender Tänzer. Passte sich jedem Sound, jedem Tanz automatisch an und führte gekonnt. Auch alleine tanzte er, ohne sich lächerlich zu machen. Er hatte das Talent und Aussehen eines Latinos. Besaß umwerfenden Charme, der ihm Türen und Herzen öffnete. Der Liebling aller Frauen und einiger Männer.
Dies nutzte er weidlich aus. Er hatte leichtes Spiel, freie Auswahl. Ein Blick aus seinen Haselnussaugen, umgeben von einem pechschwarzen, langen Wimpernkranz reichte zumeist aus. Er hypnotisierte seine Auserwählte wie ein geschulter Magier. Sein perfekt geformter Mund mit den sinnlichen Lippen lächelte leicht ironisch. Er war sich seiner Wirkung voll und ganz bewusst.
Sein Ziel war klar: Beute!
Das Aussehen seines Opfers spielte eine untergeordnete Rolle. Wichtiger war die Bereitschaft zur Hingabe ohne lästige Fragen. Seine Masche immer die gleiche. Einen Drink, charmantes Geplauder. Heißblütiger Tanz und Liebesschwüre. Dann gemeinsames Abtauchen in den frühen Morgen zu einem kurzen Fick. Manchmal auch nur auf die Toilette der Disko. Anonymer Verkehr, wie er ihn bevorzugte. Jeden Abend eine Andere. Verhütung Frauensache.
Das Wort Kondom ein Fremdwort. Er hatte Erfolg...
Viele Herzen hatte er gebrochen. Liebesschwüre wie Schall und Rauch. Er kannte oft nicht einmal ihre Namen. Ihre Körper reichten ihm. Er war jung. Bindung und Familie noch nicht geplant. Trotz seines Rufes als Gigolo fielen sie immer noch auf ihn rein.
Zwischendurch wechselte er für einige Zeit die Disko, die Stadt. Holte sich sein Vergnügen, wo und wann immer er wollte. Der liebe Gott hatte es gut mit ihm gemeint. Er war ein Meisterwerk seiner Schöpfung…
Er kehrte zurück aus der Welt des flackernden Lichtes und williger Leiber. Die Musik entfernte sich immer mehr. Vermischte sich mit einem anderen penetranten Ton. Das Zucken in seinen Gliedern war verschwunden.
Er lag still...
Sein Name war Alexander. Dieser stand auf der Fieberkurve an seinem Bett in dem kleinen Hospiz. Sonst hätten ihn eventuelle Besucher nicht erkannt…
Text @ Doris Sponheimer
Bildquelle Pixelio, Fotograf Angela Parszyk
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