Manchmal lerne ich „Junggesellen“ kennen, die auch jenseits der Vierzig noch nie verheiratet waren und keine Kinder haben. Sie haben zumeist feste (fest gefahrene) Vorstellungen und Wünsche an eine potentielle Partnerin, wollen ihr bisheriges Leben nur bedingt ändern oder gar gänzlich aufgeben. Häufig klagen sie über enttäuschende Erfahrungen, die sie mit Frauen gemacht haben. Von der Mutter wird dagegen voller Hochachtung und Bewunderung gesprochen und dass Mann sich eine Frau wie sie wünschen würde!

 

Dem idealisierten Bild der Mutter eines Mannes Konkurrenz machen zu wollen, ist für eine Frau wohl kaum möglich, wenn nicht gar ausgeschlossen!

 

Und dann sind da noch die (leider üblere Sorte) Männer, die einen großen Hass auf ihre Mutter mit sich durchs Leben schleppen und hoffen, von einer Frau „geheilt“ zu werden, endlich die Anerkennung, Zuwendung und Liebe von einer Frau zu bekommen, die ihnen die Mutter versagt hat. Einen solchen Mann „heilen“ zu wollen, ihn von seinem bestehenden Frauenhass kurieren und eines Besseren belehren zu wollen, wird wohl noch viel weniger gelingen!

 

Und was ist mit den (scheinbar) vollkommen zufriedenen Männer, die das Haus ihrer Mutter (Kindheit) nie verlassen haben, auch noch jenseits der Fünfzig mit ihr zusammen leben, sich von ihr verwöhnen und bemuttern lassen oder nach dem Tod der Mutter dort jetzt (zufrieden?) allein leben?

 

Sind diese Männer generell für die Frauenwelt verloren, untauglich für eine gelingende Partnerschaft, harmonische Beziehung! Und wenn das so ist, wer ist schuld?

 

Mütter, die ihre Söhne zu sehr „lieben“, sie an sich „fesseln“, nicht los lassen können, vielleicht sogar als Partnerersatz  „missbrauchen“, und dadurch ihren Söhnen erschweren, sich von ihnen auf „gesunde“ Art und Weise zu „befreien“, um ein selbst bestimmtes Leben als Mann zu führen?

 

Meine Erfahrungen mit Männern, die ihre Mütter entweder zu sehr „liebten“ oder, was schlimmer war, zu sehr hassten, sind insofern negativ, als diese Beziehungen scheiterten, weil ich den Ansprüchen dieser Männer, trotz großen Bemühens, nicht gerecht werden konnte und schließlich gehen musste, um selbst keinen bleibenden Schaden zu erleiden.