Da leben wir in der Zeit der Emanzipation … Hochgejubelt ist der Fortschritt und die Entwicklung der Frau … hat sie sich doch befreit aus den Zwängen der vorherigen Generationen. Und doch beklagt sie gerade in unserer heutigen Zeit, dass wohl eine langlebige, glückliche Partnerschaft out ist … Wie kann das sein, wo wir doch alles haben … ja alles … nur fehlt das dauerhafte Glück … Sehnsucht zurück nach dem, was unsere Eltern noch lebten?
Wo sind all die handfesten Kerle, die uns Frauen eine Zweisamkeit als das perfekte Glück eines genussvollen Lebens bescheren? Da war doch was … -Nicht nur die Frau von heute hat einen Wandel durchlebt … Männer ebenfalls. Aus den einstigen Sammlern und Jägern sind städtische, genügsame Zootierchen geworden, die das Verwöhn-Aroma im Selbstbedienungsladen genießen.
Von der Mutter im Schoße schon verwöhnt, von der Selbstbedienung noch abgehalten, da es ja einfacher ist direkt zu füttern, lernt diese neue Spezies von Mann, wie genügsam das Leben doch sein kann. Schon in jungen Jahren wird ihm nett verpackt und zum Anfassen geeignet, ein Angebot der Sonderklasse geboten. Selbstbedienung leicht gemacht … Ein Mann mit Verwöhn-Aroma, der sich entspannt zurück lehnen kann, denn nicht mehr ER muss tätig werden, nein, dies erledigt heute die moderne Frau …
Unser Vater hatte es da noch weitaus schwieriger. Schon von der eigenen Mutter zur Selbstständigkeit erzogen, musste er in jungen Jahren lernen, dass ein Versorger sich um entsprechende Familienplanung zu kümmern hatte. Dementsprechend wurde nach geeigneten Jungfrauen Ausschau gehalten. Da Angebot und Nachfrage sich nicht immer die Waage hielten, lernte er sehr schnell zu jagen, in der Hoffnung entsprechende Beute unterwarf sich ihm. Wobei entsprechende Beute, klug wie sie nun mal war, sich letztendlich selbst entschied, wem sie sich vor die Flinte warf, um erlegt zu werden.
Ältere Männer hatten es da schon schwieriger, schließlich waren sie ja vorbelastet und hatten somit meistens das Nachsehen. Aber durch sie erweiterte sich der Markt, denn es kamen nach und nach die Ex-Frauen dieser und anderer Männer hinzu. Das Angebot wurde reichlicher.
So kam es, dass sich unter den Jungfrauen und Ex-Frauen ein Konkurrenzkampf entwickelte. Um dem aber dauerhaft zu entgehen, nahmen die Frauen selbst das Ruder in die Hand. Sie warteten nicht mehr auf den Jäger, sondern begaben sich freiwillig oder besser gesagt bereitwillig vor die Flinte … Der Mann, egal welchen Alters konnte sich entspannen … und warten, was sich da so vor seiner Flinte tat …
So ist das mit dem Paradies … alles im Überfluss.
Was hat das zur Folge? Wir Frauen haben uns im Laufe der Zeit müde Stadtlöwen gezüchtet, die nicht unbedingt eine glückliche Partnerschaft versprechen … Aus dem Jäger und Sammler ist ein Mann mit Verwöhn-Aroma geworden, denn anstatt Jagd erlebt er nun Überfütterung. Ist es da ein Wunder, dass er jede anstrengende Bewegung meidet?
Brauchen wir neue Männer? Nein, ein neues Verhalten an uns Frauen wäre eine Überlegung wert … Angefangen damit, dass Männer wieder zu Jägern und Sammlern werden … Falls wir Frauen eine glückliche Partnerschaft anstreben … Zu viel Verwöhnen lässt auch den stärksten Löwen faul werden …
Also, ab mit ihnen zurück in die freie Wildbahn … Nur wenn der Löwe wieder jagen kann, bleibt seine Art und Gattung uns Frauen erhalten, die uns selbst fühlen lässt, dass wir es wert sind, gejagt zu werden, da wir schon immer und auch heute noch etwas ganz Besonderes sind, worum sich der Mann bemühen sollte … lächel
Sarah
(Freie Interpretation zu Gedanken von Matthias Schmitz; Autor, Coach, Kolumnist)
