Ich denk nur: lass se mal reden. Denn die hat ja nit ihr deutsche Heimat an de Muslime verkauft un is schuld daran, wenn hier jetz bald en Moschee steht in unserem schönen Bergheim.

 

Ich hatt ja wat drüber geschrieben, könnt ihr euch erinnern? Also wie dat war mit meinem Haus un wie ich dat verkauft hab – an die Türken! Un ich war auch noch stolz drauf, von wegen Völkerverständigung un so. Viele von euch haben mir ja auch auf de Schulter geklopft. Ja, von wegen mit Völkerverständigung! Ich seh dat jetz nämmlisch mit ganz andere Augen, und Schuld dran is der Herr Sazzarin. Also der hat se mir jetz übberhaupt geöffnet, die Augen. 

 

Nee, nee, Leute, bevor ihr jetz laut zu schreien anfangt un übberlegt, womit ihr mich am besten steinigen könnt, sag ich et, wie et is. Also ich oute mich sozusagen, un zwar als eine von de achtzig Prozent, denen dat gar nit so falsch vorkommt, wat der nette Herr Sazzarin da so von sich gegeben hat tat.

 

Ich mein, sind mer doch emal ehrlich: Wer schiebt denn hier auf der Straß die Kinderwagen? Richtig: die Madames mit dem Kopftuch. Un wenn mir nit ganz schwer aufpassen, übernimmt der Islam mit sein hohen Geburtenraten unser schöne Heimat, und dann heißt das Lorelei irgendswann auf einmal wirklich Fatima oder Suleika. 

 

 Ich hab dat hier in der Nachbarschaft sogar recherchiert. Also bei mir hier im Haus. Da wohnen nämmlisch – mit mir – 14 Parteien. Also Familien oder junge Leut, die einfach so zusammen wohnen, ihr wisst, wat ich mein. Un wat is? Die sieben deutschen Familien haben zusammen neun Kinder, die fünf mehr odder weniger Italiener haben zusammen zwölf Kinder, und die Herrschaften aus dem Orient, also die zwei Familien (kommt ihr noch mit – is gleich vorbei) bringen et zusammen auf sage un schreibe 11.128 Kinderchen! (Ich hoff, dat is jetz richtig gerechnet. Ich bin schon dreimal drüber un hatt immer en anderes Ergebnis; aber dat sieht mir hier schon zimmlisch realistisch aus.) 

 

Ich mein, der Herr Sacharin hat natürlich nit übberall Recht, zum Beispiel dat die Muselmänneskes all dümmer wären als so en ordentlicher Christ wie mir. Bei mein Nachbarn hab ich nit dat Gefühl, die zwei Männer sin ja auch richtige Doktors, und dreizehn von den Söhnen studieren in Köln un Düsseldorf auf der Uni. Dat muss man ja auch mal sagen von wegen der Fairness, dat et ab un zu auch mal Intelligenz bei den Herrschaften gibt, also rein genetisch betrachtet. 

 

Also, um et ganz kurz zu machen: Ich hab mir dat Buch von dem Herrn Asparzin gekauft un auch gelesen. Un dann hab ich still dagesessen un mir gedacht: Mensch Gertie, wat has du denn da auf dich geladen? Du has dein Haus un et große Grundstück an de islamische Einwanderung verkloppt! Un damit en Stück von dein Heimat, dem schönen deutschen Vaterland! 

 

Nee, nee, dat is gar nit zum Lachen, denn wenn dat jeder hier tut, dann brauchen se uns gar nit mit de Geburtenrate zu übbernehmen, denn dann kaufen se uns nach un nach unser schön Heimat weg, un irgendwann steht auf unser Briefmarken: „Islamische Republik Deutschland“! 

 

Ja, dat muss man sich mal auf der Zung zerfließen lassen. Un ich bin mit Schuld an de Islamische Republik! Ich hab nur auf et Geld gesehen un nit dabei gedacht, dat dat Blutgeld is! So wie de dreißig Silberlinge aus der Bibel, von dem Judas, wo der irgendseinen für das Schandgeld verraten hat. So en Kumpel von ihm, ich komm jetz nit auf den Namen. 

 

Ich hab geschäumt! Ich hab mich in Grund un Boden geschämt! Ich hab nur gedacht: Wenn dat jetz der Herr Sacharin wissen tät! Dabbei wollt ich dem doch en Brief schreiben un mich bedanken dafür, dat der mir die Augen geöffnet hat für mein schändlichen Verrat! Ja, wat mach ich denn jetz, hab ich mir gedacht.

 

Un wisst ihr, wat? Ich hab mich in mein Auto gesetzt un bin nach Bergheim gedüst zu dem Edip. Also dem Türkmann, dem ich dat Anwesen verkauft hab – für dat Blutgeld!

 

Der Edip war auch da, un ich bin diesmal nit auf sein Lächeln reingefallen, weil dat nur die Maskerade von der islamischen Weltherrschaft is! Dat weiß ich ja jetzt Gott sei Dank, odder Sazzarin sei Dank! Ich hab den Edip gefragt, ob er dat Buch von dem Herrn Asparzin gelesen hat. Un er hat gegrinst, abber so richtig islamisch, un dann hat er mir dat Buch gezeigt. Er hatte et nämmlisch auch schon, abber zimmlisch verschmiert. Überall waren Bemerkungen gekritzelt, wat damit zusammenhängen soll, dat sein Neffe grad dabei wär, dat Buch in et Türkische zu übbersetzen für de türkische Regierung. Odder en türkischen Verlag, wat weiß ich denn.  

 

Ich hab et auf jeden Fall nit geglaubt un mein Geld zurückverlangt, jetz un hier bar auf de Hand. Un als er mir weismachen wollt, dat er die 162.000 Euro fuffzig (demnächst bestimmt Türko) jetz nit gleich auf der Hand hätt, hab ich ihm auf de Kopf zu gesagt, datt dat en ganz hinterlistige Ausred is für de islamistische Weltherrschaft.

 

Ich mein, ich hätt auch gesehen, dat se im Garten schon en Moschee mitsamt Miinarett am Bauen wären. Der Edip hat mich angeguckt wie en Auto. „Wat?“, fragt er un lacht. „Gertie, wie bis du denn drauf? Has du das Buch von dem Herrn Schakkarin wirklich ernst genommen?“

 

Ja klar, hab ich gesagt. Hier kommt mir kein Moschee in de Garten, dat wollen mir jetz doch emal sehen. Un wenn ich en Revolution gegen de türkische, also islamistische Weltherrschaft in meinem Garten anzettele! 

 

Un wat macht der Edip? Jetz haltet euch fest. Da greift sich der Knallkopp doch tatsächlich von oben in sein Kragen vom T-Shirt, also vom Hals, un ich schreck zurück un denk: Sisste!!! Jetz holt er sein Knarre raus oder dat Sarrazenenschwert, odder am End noch ne Sprengsatz. Man liest dat doch immer mit de Selbstmordattentäter vom Islam. Nee, et war schlimmer. Viel, viel schlimmer.

 

Denn wat der Edip dann aus sein Hemd gezogen hat, war kein Wumme un auch kein Sazzarinendolch, sondern … … en Kreuz an enem silbernen Kettchen!!! „Siehst du, Gertie“, sagt der Typ lachend. „Ich bin auch Christ, genau wie. Und meine ganze Familie auch.“ 

 

Ja. Dat war et.

 

Un wat mach ich jetz mit de islamistische Weltherrschaft in mein Garten? 

 

Ich glaub, ich frag da mal den Herrn Sanistin, der hält nämmlich in fünf Wochen en Lesung aus seinem Buch in de Kölner Bahnhofsbuchhandlung. Ich fahr hin un frag ihn einfach.  Ich hab nur en bisschen Angst, dat se den aus der Bahnhofsbuchhandlung auch rausschmeißen, so wie aus der Bundesbank un de SPD.

 

Abber ich hab schon gehört, dat se ihn dann zum Stammtisch im „Strammen Deutschen“ in Paffendorf einladen, da sin se nämmlisch ganz scharf auf dat der kommen tät … bei de NPD …

 

© 2010 by Gertie … odder h.p.beatnikk. Ich blick da auch nit mehr durch.