Gestern abend gab's 'nen Knall

und wir hatten Stromausfall.

Zappenduster war's im Haus,

draussen sah's nicht besser aus.

 

Drinnen ging das suchen los.

Wo sind denn die Kerzen bloss?

Blindes tappen, fühlen, fluchen,

nichts gefunden.. Weiter suchen.

Streichholz, Kerzenständer, Stumpen

habe ich dann doch gefunden

und als mir ein Licht aufging

war die Freude nicht gering.

 

Kerzenschein, wie wunderbar

doch die nächste Frage war

ohne Strom im Schummerlicht

ist  zwar schön und kuschelich

doch was tu ich ausserdem?

 

Ja, ich hatte ein Problem..

 

Fern seh'n konnte ich vergessen

Lesen könnte ich statt dessen!

Mist! Das Kerzenschummerlicht

mochten meine Augen nicht.

 

Etwas neidisch dachte ich

andere tun jetzt sicherlich

was bei Stromausfall so üblich

Sexeln! Schade, wie betrüblich,

dass mein Liebster auswärts ist.

Mann, was hab' ich ihn vermisst!

 

Kein PC, kein Telefon,

keinen Tee, ich ahnte schon

mir blieb nur die eine Wahl

Schicht im Schacht und Ruh im Saal.

Ab in's Bett! Ich freu' mich schon,

Morgen hab' ich wieder Strom!

 

Liebe Güte! Kann das sein?

Ich war plötzlich sehr allein.

Nur noch Stille um mich rum.

Ach Herr Je! Was gäb' ich drum

wenn alles wie immer wär'.

So im Nicht's, das fiel mir schwer.

Ist schon richtig wenn man sagt:

Alles Drumherum lenkt ab!

Man hat alles und vergisst,

dass nichts selbstverständlich ist.

 

Denk nicht weiter drüber nach!

Mach die Augen zu und schlaf!

 

Nächster Tag, Oh welch' ein Graus!

Es sieht noch genau so aus!

Keinen Kaffee, kalte Dusche

Wasserpfützen in der Küche

Kühlschrank aus, das Radio stumm,

fassungslos schau ich mich um.

Wieder kommt mir in den Sinn

wie verwöhnt ich scheinbar bin

 

...und wie arg es um mich steht

wenn auf einmal nix mehr geht.....  

 

 

Die Moral von dem Gedicht:

Wer es gut hat schätzt oft nicht

all die kleinen Kleinigkeiten

die das Leben stets begleiten.

Erst wenn einem etwas fehlt

dann wird klar was wirklich zählt.....