Novemberbetrachtung
In "Novemberbetrachtung" geht es um den Film "Auf der anderen Seite" (Tk/D, 2007) von Fatih Akin, der das Ineinander von Leben und Tod vor Augen führt. Ida und ich haben Gedanken dazu zusammengestellt, um diesen Film weiterzuempfehlen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Auf der anderen Seite“ – D/Tk 2007, Regie: Fatih Akin
Der Styx – Fluss ohne Wiederkehr, der das Land der Lebenden von dem der Toten trennt, gleichzeitig aber auch als Grenze eine Verbindung darstellt ist ein Bild, das uns geläufig ist – ebenso wie die Rede vom Jenseits, das in räumlichen Begriffen das Unfassbare des Todes zu fassen sucht.
In welche Richtung geht der Film „Auf der anderen Seite“, der möglicherweise ähnliche Assoziationen – wie eben angeführt – weckt?
1) Inhaltsangabe (s. KuK-Programm)
Auf der anderen Seite erzählt die Geschichte von sechs Menschen, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. Der Film setzt sich in verschiedenen Facetten damit auseinander, was bleibt, wenn Menschen sich unwiderruflich trennen müssen, und offenbart, dass die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die erlaubt, dass Menschen einander begegnen.
2) Personenkonstellation
Tk a) Nejat (Sohn) + älterer Vater
Tk b) Ayten (Tochter) + Yeter (Mutter)
D c) Charlotte (Tochter) + Mutter (Hanna Schygulla)
Nejat hat in Deutschland Germanistik studiert und ist an der Uni Hamburg Professor. Er lebt allein mit seinem Vater in bescheidenen Verhältnissen. Mit sechs Monaten hat er seine Mutter verloren. Der Versuch des Vaters, mit einer anderen Frau und deren Tochter eine neue Bindung einzugehen, ist gescheitert. Der Vater sucht zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse Prostituierte auf.
Ayten ist Mitglied einer militanten Widerstandsbewegung in der Türkei. Sie studiert Soziologie, lebt getrennt von ihrer Mutter, die in Deutschland als Prostituierte das Geld beschafft, um ihrer Tochter das Studium und damit eine fundierte Bildung zu ermöglichen. Die Tochter glaubt, dass ihre Mutter als Schuhverkäuferin tätig ist.
Charlotte studiert Englisch und Spanisch an der Bremer Uni. Sie stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus. Ihre Mutter hat sich von ihrem Mann getrennt. Behütet und finanziell unterstützt kann Charlotte ihrem Studium nachgehen und Reisen machen (z.B. nach Indien).
3) Titel
Wir erwarten den Tod (oft) „auf der anderen Seite“ – dass er z.B. nicht uns, sondern andere trifft. Doch es zeigt sich im Film, dass er uns begleitet, unser Leben durchzieht, gestaltet und verändert. Er ist also nicht auf der anderen Seite, sondern neben uns, inmitten unseres Lebens.
Gleichzeitig schließt diese Ortsangabe, diese räumliche Vorstellung auch eine Grenze ein, die überschritten werden kann. Als filmisches Mittel wird für dieses Bild die Rückführung zweier Särge am Flughafen gezeigt – ohne Worte: Die Toten werden in ihre Heimat transportiert – ohne Passkontrolle. Unausgesprochen schwingt der Wunsch darin mit, nicht in der Fremde, nicht namenlos begraben zu sein.
4) Gesichter des Todes
Es sieht also so aus, als erlaube der Tod Grenzüberschreitungen. Im Leben selbst stoßen wir immer wieder an Grenzen (s. Yeter bzgl. altem Mann, Mutter bzgl. Charlotte). Befreit der Tod, wo das Leben begrenzt?
a) Stufen/Dimensionen des Todes
„Wer mordet, kann nicht mein Vater sein.“ (Nejat) – also: Manche Menschen sind für uns gestorben, auch wenn sie noch am Leben sind. Für den Sohn war der Vater gestorben nach dem Totschlag aus dem Affekt. – Für die Mutter war Charlotte gestorben, als sie in der Türkei auf der Suche nach ihrer Geliebten ist.
Tod einer Beziehung – ein Zusammenleben ist unmöglich – Kontakte werden abgebrochen – Hilfe wird nicht angenommen (Mutter von Charlotte)
Eine Seite von mir wird totgeschwiegen (Yeter).
Der Tod ist demnach in vielfältiger Weise im Leben jedes Einzelnen präsent und er prägt uns; z.B. wenn ein sechs Monate altes Kind seine Mutter verliert und ohne sie aufwachsen muss oder wenn Eltern sich trennen.
Was wäre z.B. geschehen, wenn Ayten von der Prostitution ihrer Mutter erfahren hätte: Hätte sie sie noch respektiert? Sein Gesicht verlieren – fallen gelassen werden oder jemanden fallen lassen: auch das ist eine Form des Sterbens: Der Sohn geht in die Türkei, als sein Vater im Gefängnis einsitzt.
b) Das Motiv des Sich-Opferns
Yeter prostituiert sich für ihre Tochter, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.
Der Vater würde eher „Gott“ opfern als seinen Sohn und damit in Kauf nehmen, verdammt zu sein (Geschichte von Ibrahim und Ismael).
Ayten ist bereit, für die Ideale Freiheit etc. (Menschenrechte) zu sterben.
Charlotte begibt sich in Gefahr, um ihrer Geliebten zu helfen.
c) Das Motiv des Gefangenseins
Wir alle sind in irgendeiner Weise gefangen; das wird uns in den verschiedenen Personen vor Augen geführt:
- in der Nationalität – in der Armut/im Bildungsmangel – in der Sexualität – in der Prostitution – in festen Meinungen – in Ideologien – in der Religion
Diese Gefangenschaft ist teilweise uns auferlegt, zum Teil begeben wir uns selbst da hinein.
d) Das Wie des Sterbens
Dadurch, dass im Film zwei Untertitel eingeblendet werden (Yeters Tod, Lottes Tod), ist man auf den Tod gefasst; man erwartet ihn. Trotzdem trifft einen das Wie, auf welche Weise jemand aus dem Leben gerissen wird: grausam, ungewollt, als Folge von Aggression, von Unverstand, von menschlichem Versagen (Tschernobyl). Wo der Tod als Mittel zur Durchsetzung von Zielen hingenommen wird, können sich die Waffen gegen die „Täter“ richten (s. Ayten).
5) „Stirb und Werde!“
a) sich selbst auf der Spur
Im Tod des anderen, der unerwartet kommt (für die Menschen im Film), wird möglicherweise der eigene Tod bzw. das eigene Totsein mitten im Leben bewusst. (s. Nejat: Ihm wird bewusst, dass das Dozieren an der Uni nicht sein Weg ist – angesichts der schlafenden Studenten in seiner schwach besuchten Vorlesung; Ayten sagt sich von der militanten Form der Revolution los, die mindestens so viel Gutes zerstört, wie sie glaubt, Ungerechtes zu überwinden). - Er kann die „eingeschlafenen“ , „abgestorbenen“ Seiten in uns wecken. - Wir leben alle in einer Welt, suchen einander und fahren manchmal aneinander vorbei: die Sehnsucht bringt uns in Bewegung; in der Suche nach dem anderen suchen wir uns selbst. - Im Film trifft der Tod diejenigen, die ein neues Leben beginnen wollen; ihr Tod konfrontiert andere mit sich selbst. Indem z.B. Charlottes Mutter auf den Spuren ihrer erschossenen Tochter in die Türkei fährt, erspürt sie sich selbst neu. Auch wenn Lotte unwiederbringlich „fort“ ist, bleibt sie im Leben, da ihre Mutter ihren Weg auf ähnliche Weise fortsetzt und damit sich selber wieder findet (vgl. Tagebucheintrag von Charlotte: seelische Verwandtschaft; Vision der Mutter). Im Weggehen eines Einzelnen bleibt etwas Unwiderrufliches, das Leben ist angereichert von seiner Präsenz (vgl. Musik des an Krebs gestorbenen Sängers, die immer noch gehört wird und beliebt ist).
b) Begegnung
Zu dieser Begegnung mit sich selbst kommen andere: Die Begegnungen mit den Verstorbenen, aber auch mit den Mitmenschen wird neu eröffnet und vertieft – über den Tod hinaus, durch ihn (hindurch)
Im Tod wechselt man vielleicht die Seite, man sieht klarer, mit den Augen des anderen. Was wissen wir schon wirklich voneinander – im vermeintlich bewussten Leben?
Die Bildeinstellung am Schluss des Filmes zeigt Nejat, sitzend im Sand, wartend auf den Vater, der zum Fischfang aufs Meer hinausgefahren ist (er wurde inzwischen aus Deutschland abgeschoben und lebt wieder am Schwarzen Meer). Es bleibt offen, ob der Vater zurückkehrt, ob sie einander leibhaftig begegnen oder ob Vater und Sohn einander bereits im Inneren nahe sind, sodass es keiner weiteren sichtbaren Begegnung bedarf.
c) Literatur und Sprache
Nejat schenkt seinem Vater ein Buch (Die Tochter des Schmieds) mit der Aufforderung, es zu lesen. Später sieht man den wieder in der Türkei lebenden Vater mit Tränen in den Augen beim Lesen eben dieses Buches. In ihm wird ihm seine Geschichte mit Yeter vor Augen geführt.
Die Personen des Films sprechen verschiedene Sprachen; wir Menschen müssen Sprache(n) lernen, um uns zu verständigen – sei es in einer Fremd- oder selbst in der Muttersprache. Wo wir eine „Weltsprache“ wählen, um einen Austausch über Sprachbarrieren hinweg zu finden, ergibt sich meist eine Beschränkung auf das Wesentliche. Der Tod ist ebenfalls eine Sprache, die jeder versteht – er braucht nicht viele Worte.
Der Styx – Fluss ohne Wiederkehr, der das Land der Lebenden von dem der Toten trennt, gleichzeitig aber auch als Grenze eine Verbindung darstellt ist ein Bild, das uns geläufig ist – ebenso wie die Rede vom Jenseits, das in räumlichen Begriffen das Unfassbare des Todes zu fassen sucht.
In welche Richtung geht der Film „Auf der anderen Seite“, der möglicherweise ähnliche Assoziationen – wie eben angeführt – weckt?
1) Inhaltsangabe (s. KuK-Programm)
Auf der anderen Seite erzählt die Geschichte von sechs Menschen, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. Der Film setzt sich in verschiedenen Facetten damit auseinander, was bleibt, wenn Menschen sich unwiderruflich trennen müssen, und offenbart, dass die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die erlaubt, dass Menschen einander begegnen.
2) Personenkonstellation
Tk a) Nejat (Sohn) + älterer Vater
Tk b) Ayten (Tochter) + Yeter (Mutter)
D c) Charlotte (Tochter) + Mutter (Hanna Schygulla)
Nejat hat in Deutschland Germanistik studiert und ist an der Uni Hamburg Professor. Er lebt allein mit seinem Vater in bescheidenen Verhältnissen. Mit sechs Monaten hat er seine Mutter verloren. Der Versuch des Vaters, mit einer anderen Frau und deren Tochter eine neue Bindung einzugehen, ist gescheitert. Der Vater sucht zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse Prostituierte auf.
Ayten ist Mitglied einer militanten Widerstandsbewegung in der Türkei. Sie studiert Soziologie, lebt getrennt von ihrer Mutter, die in Deutschland als Prostituierte das Geld beschafft, um ihrer Tochter das Studium und damit eine fundierte Bildung zu ermöglichen. Die Tochter glaubt, dass ihre Mutter als Schuhverkäuferin tätig ist.
Charlotte studiert Englisch und Spanisch an der Bremer Uni. Sie stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus. Ihre Mutter hat sich von ihrem Mann getrennt. Behütet und finanziell unterstützt kann Charlotte ihrem Studium nachgehen und Reisen machen (z.B. nach Indien).
3) Titel
Wir erwarten den Tod (oft) „auf der anderen Seite“ – dass er z.B. nicht uns, sondern andere trifft. Doch es zeigt sich im Film, dass er uns begleitet, unser Leben durchzieht, gestaltet und verändert. Er ist also nicht auf der anderen Seite, sondern neben uns, inmitten unseres Lebens.
Gleichzeitig schließt diese Ortsangabe, diese räumliche Vorstellung auch eine Grenze ein, die überschritten werden kann. Als filmisches Mittel wird für dieses Bild die Rückführung zweier Särge am Flughafen gezeigt – ohne Worte: Die Toten werden in ihre Heimat transportiert – ohne Passkontrolle. Unausgesprochen schwingt der Wunsch darin mit, nicht in der Fremde, nicht namenlos begraben zu sein.
4) Gesichter des Todes
Es sieht also so aus, als erlaube der Tod Grenzüberschreitungen. Im Leben selbst stoßen wir immer wieder an Grenzen (s. Yeter bzgl. altem Mann, Mutter bzgl. Charlotte). Befreit der Tod, wo das Leben begrenzt?
a) Stufen/Dimensionen des Todes
„Wer mordet, kann nicht mein Vater sein.“ (Nejat) – also: Manche Menschen sind für uns gestorben, auch wenn sie noch am Leben sind. Für den Sohn war der Vater gestorben nach dem Totschlag aus dem Affekt. – Für die Mutter war Charlotte gestorben, als sie in der Türkei auf der Suche nach ihrer Geliebten ist.
Tod einer Beziehung – ein Zusammenleben ist unmöglich – Kontakte werden abgebrochen – Hilfe wird nicht angenommen (Mutter von Charlotte)
Eine Seite von mir wird totgeschwiegen (Yeter).
Der Tod ist demnach in vielfältiger Weise im Leben jedes Einzelnen präsent und er prägt uns; z.B. wenn ein sechs Monate altes Kind seine Mutter verliert und ohne sie aufwachsen muss oder wenn Eltern sich trennen.
Was wäre z.B. geschehen, wenn Ayten von der Prostitution ihrer Mutter erfahren hätte: Hätte sie sie noch respektiert? Sein Gesicht verlieren – fallen gelassen werden oder jemanden fallen lassen: auch das ist eine Form des Sterbens: Der Sohn geht in die Türkei, als sein Vater im Gefängnis einsitzt.
b) Das Motiv des Sich-Opferns
Yeter prostituiert sich für ihre Tochter, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.
Der Vater würde eher „Gott“ opfern als seinen Sohn und damit in Kauf nehmen, verdammt zu sein (Geschichte von Ibrahim und Ismael).
Ayten ist bereit, für die Ideale Freiheit etc. (Menschenrechte) zu sterben.
Charlotte begibt sich in Gefahr, um ihrer Geliebten zu helfen.
c) Das Motiv des Gefangenseins
Wir alle sind in irgendeiner Weise gefangen; das wird uns in den verschiedenen Personen vor Augen geführt:
- in der Nationalität – in der Armut/im Bildungsmangel – in der Sexualität – in der Prostitution – in festen Meinungen – in Ideologien – in der Religion
Diese Gefangenschaft ist teilweise uns auferlegt, zum Teil begeben wir uns selbst da hinein.
d) Das Wie des Sterbens
Dadurch, dass im Film zwei Untertitel eingeblendet werden (Yeters Tod, Lottes Tod), ist man auf den Tod gefasst; man erwartet ihn. Trotzdem trifft einen das Wie, auf welche Weise jemand aus dem Leben gerissen wird: grausam, ungewollt, als Folge von Aggression, von Unverstand, von menschlichem Versagen (Tschernobyl). Wo der Tod als Mittel zur Durchsetzung von Zielen hingenommen wird, können sich die Waffen gegen die „Täter“ richten (s. Ayten).
5) „Stirb und Werde!“
a) sich selbst auf der Spur
Im Tod des anderen, der unerwartet kommt (für die Menschen im Film), wird möglicherweise der eigene Tod bzw. das eigene Totsein mitten im Leben bewusst. (s. Nejat: Ihm wird bewusst, dass das Dozieren an der Uni nicht sein Weg ist – angesichts der schlafenden Studenten in seiner schwach besuchten Vorlesung; Ayten sagt sich von der militanten Form der Revolution los, die mindestens so viel Gutes zerstört, wie sie glaubt, Ungerechtes zu überwinden). - Er kann die „eingeschlafenen“ , „abgestorbenen“ Seiten in uns wecken. - Wir leben alle in einer Welt, suchen einander und fahren manchmal aneinander vorbei: die Sehnsucht bringt uns in Bewegung; in der Suche nach dem anderen suchen wir uns selbst. - Im Film trifft der Tod diejenigen, die ein neues Leben beginnen wollen; ihr Tod konfrontiert andere mit sich selbst. Indem z.B. Charlottes Mutter auf den Spuren ihrer erschossenen Tochter in die Türkei fährt, erspürt sie sich selbst neu. Auch wenn Lotte unwiederbringlich „fort“ ist, bleibt sie im Leben, da ihre Mutter ihren Weg auf ähnliche Weise fortsetzt und damit sich selber wieder findet (vgl. Tagebucheintrag von Charlotte: seelische Verwandtschaft; Vision der Mutter). Im Weggehen eines Einzelnen bleibt etwas Unwiderrufliches, das Leben ist angereichert von seiner Präsenz (vgl. Musik des an Krebs gestorbenen Sängers, die immer noch gehört wird und beliebt ist).
b) Begegnung
Zu dieser Begegnung mit sich selbst kommen andere: Die Begegnungen mit den Verstorbenen, aber auch mit den Mitmenschen wird neu eröffnet und vertieft – über den Tod hinaus, durch ihn (hindurch)
Im Tod wechselt man vielleicht die Seite, man sieht klarer, mit den Augen des anderen. Was wissen wir schon wirklich voneinander – im vermeintlich bewussten Leben?
Die Bildeinstellung am Schluss des Filmes zeigt Nejat, sitzend im Sand, wartend auf den Vater, der zum Fischfang aufs Meer hinausgefahren ist (er wurde inzwischen aus Deutschland abgeschoben und lebt wieder am Schwarzen Meer). Es bleibt offen, ob der Vater zurückkehrt, ob sie einander leibhaftig begegnen oder ob Vater und Sohn einander bereits im Inneren nahe sind, sodass es keiner weiteren sichtbaren Begegnung bedarf.
c) Literatur und Sprache
Nejat schenkt seinem Vater ein Buch (Die Tochter des Schmieds) mit der Aufforderung, es zu lesen. Später sieht man den wieder in der Türkei lebenden Vater mit Tränen in den Augen beim Lesen eben dieses Buches. In ihm wird ihm seine Geschichte mit Yeter vor Augen geführt.
Die Personen des Films sprechen verschiedene Sprachen; wir Menschen müssen Sprache(n) lernen, um uns zu verständigen – sei es in einer Fremd- oder selbst in der Muttersprache. Wo wir eine „Weltsprache“ wählen, um einen Austausch über Sprachbarrieren hinweg zu finden, ergibt sich meist eine Beschränkung auf das Wesentliche. Der Tod ist ebenfalls eine Sprache, die jeder versteht – er braucht nicht viele Worte.
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