Da bekomme ich eine E-Mail. Jobangebot, Servicemitarbeit im Internet, absolut kostenlos und seriös. Ok, denke ich, schau ich mir mal an. Der nächste Schritt wäre ein kostenloser Test, damit zeigt man gleich was man kann :-)). Nun, bis dahin kostenlos, stimmt. Ich lese weiter. Es kommen Erfahrungsberichte, u.a. angeblich von einer ehrenamtlichen Richterin die 24 Jahre im Stadtrat war. Diese Erfahrungsberichten sollen bestätigen wie seriös die Firma ist.

 

Liest sich ja alles noch gut. Schulungsmaterial wird einem auch kostenlos überlassen. Die meisten Firmen die Internetarbeit anbieten, lassen sich schon das gut bezahlen.

 

Ich lese weiter. Aha, da ist der Haken, den ich gesucht habe. Ich muss Kunde werden und ein e-book kaufen, nur dann darf ich für die Firma arbeiten. Für jemand der nur 400,-- € dazuverdienen will kostet das Paket 40,-- €, für jemand der das hauptberuflich machen will natürlich das doppelte. Es wird auch darauf hingewiesen, dass man sich später nicht mehr für hauptberuflich entscheiden kann, wenn man sich für Zuverdienst von 400,--€ entschieden hat.

 

Ich bekomme aus dem Test eine Mail mit Zugangsdaten, logge mich wieder auf der Seite ein, gebe im Betreff meine Ticket-Nummer an und bedanke mich herzlich, jedoch habe ich kein weiteres Interesse, denn so leicht lasse ich mir keine 40,--€ aus der Tasche ziehen.

 

Und wieder erwarten bekomme ich sogar eine Antwortmail. Natürlich auch mit dem Hinweis auf die „echten Erfahrungsberichte“.

 

…....“Hallo,

herzlichen Dank fuer Ihre Mitteilung. Es tut mir leid, wenn Sie unser Angebot wahrscheinlich etwas falsch verstanden haben.

Die kostenlose Zusendung unserer firmeneigenen Schulungsunterlagen fuer die Taetigkeit als Servicebearbeiter ist ausschliesslich unseren Kunden vorbehalten und nicht fuer jedermann (Nicht-Kunden) gedacht.

Eine schoene Erklaerung finden Sie als Video von einer bereits tätigen Heim-Servicebearbeiterin:

http://echte-erfahrungsberichte.gloemail...it.html

Damit bieten wir unseren Kunden natuerlich etwas ganz besonderes. Ein Geschenk, welches Nicht-Kunden auch nicht erhalten werden und auch nicht bei uns kaufen koennen.

Unser Geschenk ist unverkaeuflich!

Wenn Sie bei uns kein Kunde werden wollen, dann ist das doch auch in Ordnung. Niemand wird dazu gezwungen. Waere ja schlimm wenn das so waere. ...“

 

 

Tja, da hab ich das kostenlos doch wohl falsch verstanden.

 

Ich schreibe also ein weiteres Ticket an diese Firma und teile ihnen mit was ich von soviel „Seriosität“ halte. Wen wundert es, dass ich darauf keine Antwort mehr erhalten habe?

 

Leider ist es so, dass es genug Menschen gibt, die Geld dringend nötig brauchen und sich an so einen Strohalm klammern und die 40 oder 80 Euronen löhnen. Sie haben dann ein e-book, dass sie mit Sicherheit kostengünstiger bekommen hätten und ob sie tatsächlich dann dort Geld verdienen können, das bezweifel ich stark.

 

Die Firma hat ihren Sitz in Nürnberg, morgen werde ich mal einen Spaziergang mit meinem Hund machen und schauen, ob die tatsächlich existiert :-) oder ob es nur eine Briefkastenadresse ist.