Sie lagen beieinander. Das Flackern der Kerzen malte zarte Muster auf ihre Körper. Die Stille des Raumes, durchdrungen vom Geräusch ihres Atems. Jeder Zug Rückkehr aus dem gemeinsamen Rausch. Einer anderen Dimension. Haut an Haut, Arm in Arm. Verbunden durch das Wunder ihrer Vereinigung, die nicht nur ihre Körper vollzogen…
Sie sprachen kein Wort. Satt ruhten sie in der Erinnerung ihres gemeinsamen Erlebens.
Mit geschlossenen Augen und wachen Sinnen. Streichelnden Händen, zaghaftem Erforschen nach animalischer Leidenschaft…
Er zog sie fester in seine Arme. Öffnete die Augen und bestaunte ihre entspannten Züge. Ihrem weichen warmen Leib, der ihm solche Wonnen bereitet hatte. Zärtlich küsste er ihre leicht geöffneten Lippen…
Sie schaute ihn mit ihren Sternenaugen an. Erwiderte seinen Kuss mit der ihr eigenen Hingabe und Leidenschaft. Ließ blitzschnell ihre Zunge zwischen seine weichen Lippen, seinen schönen Mund gleiten…
Er empfing sie bereitwillig. Das uralte Spiel von Lust und Leidenschaft begann erneut. Ihre Zungenspitzen berührten sich leicht, wie tanzende Schmetterlinge im Sonnenlicht. Wilder wurde dieses Spiel ihrer Zungen.
Er sog sie in sich. Nahm sie auf in seiner warmen Kammer. Begegnete ihr kraftvoll und führte sie zu einem gemeinsamen Wirbel, der ihren Atem beschleunigte und all ihre Sinne berührte…
Sie zog ihre Zunge zurück. Zurück aus der Höhle dieses wilden Drachen, den sie wecken und auch töten konnte. Kraft ihrer Magie, ihrer Zauberkräfte, denen er ausgeliefert war. Schaute mit unergründlichem Blick, in seine von Hingabe und dunklem Begehren gezeichneten Augen, die sie an wild wogende Gischt erinnerten. Schenkte ihm ein leises Lächeln, einen flüchtigen Kuss seiner willigen Lippen, und löste sich aus seiner Umarmung…
Er sah sie überrascht an. Sie saß auf seinen Beinen. Wie eine Siegesgöttin thronte sie auf ihm. Ihr Lächeln glich einer Sphinx.
Er betrachtete ihren prachtvollen Körper. Wollte sie näher zu sich, auf sich ziehen. Ihre feuchte Süße genießen. Sie tragen, hinauf. Zurück in das Paradies, aus dem sie gerade vertrieben wurden. Er öffnete den Mund, wollte seinen Gefühlen, seiner Leidenschaft Luft verschaffen…
Sie legte ihm wortlos einen Finger auf den Mund. Wies ihn mit Augen und Gestik an, sich ihr anzuvertrauen, hinzugeben. Sie rutsche tiefer. Hinterließ eine feuchte Spur des Begehrens auf seinem Körper. Ihre Lippen, Zunge, Hände glitten tiefer. Hin zu seinen Zehen, Füßen und wieder zurück…
Er lag mit geschlossenen Augen. Sein Atem, tief und heftig, ging in leises Stöhnen und Keuchen über. Alles Denken ausgeschaltet, durch dieses Erleben eines lang ersehnten Genusses. Eines Mundes, heißer Lippen, feuchter Zunge und einer Höhle, die Himmel und Hölle zugleich war. Er wurde hinfort gespült, von den Wogen seiner Leidenschaft an den Strand seiner bisher unerfüllten Träume. Tränen liefen aus seinen geöffneten Augen, als er sich in sie verströmte…
Sie hielt ihn weiter umfangen. Genoss das wilde Zucken mit all ihren Sinnen. Dann tauchte sie auf zu ihm, küsste die Tränen aus seinen Augenwinkeln, benetzte mit der salzigen Flüssigkeit ihre erblühten Lippen.
Sie verschmolzen zu einem tiefen Kuss.
Bildquelle Pixelio, Fotograf Preisselbeere
Text © Doris Sponheimer
Oraler Traum
Alles Denken ausgeschaltet, durch dieses Erleben eines lang ersehnten Genusses. Eines Mundes, heißer Lippen, feuchter Zunge und einer Höhle, die Himmel und Hölle zugleich war...einer meiner erotischen Texte - Doris Sponheimer
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