Otjiwarongo-der Hamburger Hof--und die Etosha-Pfanne (9)
Walvis ade und auf gen Norden zu neuen Ufern...
Die Frau Müller begrüßte mich mit dem ihr eigenen Charme. Also Jens, lass dir von den "Povianen" da in der Bar nichts erzählen. Denen musst du nur zu saufen geben, dann sind die schon ganz in Ordnung. "Povian" war das Lieblingswort bzw. die Lieblingsbezeichnungdes "Generals", denn so wurde die Frau Müller von den Gästen auch genannt. Sie war so der "gute alte Süd-Wester- Typ" von Frau. Rauh aber herzlich, und es kam durchaus auch vor, dass wir, also der Koch Manfred und meine Wenigkeit so von ihr bezeichnet wurden.
Der Manfred und ich waren zweimal zusammen in der Etosha-Pfanne und Frau Müller hatte uns ins Gebet genommen, dass wir ja am nächsten Tag wieder pünktlich zurück sein sollten. "Ja ja, klar doch Frau Müller, kein Problem" war unser Versprechen. Wenn da doch nur nicht der Alkohol gewesen wäre.
Einmal hatten wir eine kleine Schildkröte aus der Etosha-Pfanne mitgebracht, und das war gar nicht so einfach die durch die Eingangs- bzw. Aufgangspforte zu bringen. Vor allem war es verboten jedwelche Tiere aus der Etosha-Pfanne heraus zu bringen. Wir parkten also das Auto ca. 7m vor dem Tor und gingen dem Wächter entgegen. So fiel ihm nichts weiter auf. Dann fuhren wir schnell durch, so dass die Wächter den Gestank des kleinen Scheißers nicht riechen konnten. Das arme Tier hat wohl im Kofferraum ganz schöne Angst gehabt, hat es aber überlebt. Wir setzten die Schildkröte dann im Innenhof von Hotel aus, und sie fühlte sich dort scheinbar auch wohl. Zumindest an 2 Tagen, denn am dritten war sie plötzlich verschwunden. Ob sie jetzt ein Hotelgast mitgenommen hat oder was auch immer mit ihr geschah, die Antwort kennt nur der Wind....
In der Etosha-Pfanne hatte ich mir mal ein ziemlich starkes Stück geleistet. War schon ziemlich besch...eiden, was ich da angestellt hatte. Also der Manfred und ich hatten schon auf der Fahrt in die Etosha reichlich getankt und kamen dann beim Tom auf "Halali" "in äußerst guter Stimmung" an.
Nach dem Abendessen haben wir natürlich kräftig weiter gesoffen und entsprechend laut gesungen. Wir sind dann auf einen Turm gegangen, und der Manfred ging dann aber bald zurück in unsere Behausung, weil er scheinbar genug hatte. Ich weiß nicht mehr so genau, wie der weitere Abend verlief, aber aufgewacht bin ich durch ein Stimmengewirr was äußerst unangenehm an mein Ohr drang. Es schien Morgen zu sein, denn es war prächtig hell. Ich stand auf, schaute über die Mauer und sah dann eine Menschenansammlung, die mit Drohgebärden und bösem Geschrei meine Aufmerksamkeit nach oben lenkte.
Ja oben am Fahnenmast hing damals natürlich die Süd-Afrikanische Flagge, also normalerweise, nur an diesem Morgen nicht, da hing ein Hemd von mir, das musste sich wohl in der Nacht selbstständig gemacht und die Fahne abgelöst haben. Ich wusste ja garnicht, was daran so Schlimmes war, aber die bösen Gesichter unten sagten mir doch genug, dass ich mich besser zurück halten sollte. Ich versuchte also das Hemd runter zuholen, aber es klappte nicht, schien sich irgendwie verhakt zu haben. Also rief ich der Menge zu, dass ich hoch klettern und das Hemd austauschen werde. Komischerweise wollten die das aber nicht, und schon war ein Typ bei mir auf der Plattform angekommen und brachte mich erst einmal runter. Ich und Manfred mussten darauf hin innerhalb einer Stunde die Etosha-Pfanne verlassen, obwohl der Manfred doch garnichts dafür konnte. Wir konnten von Glück sagen, dass da unser General für uns gesprochen hat. Der Tom, Manager des Restaurants auf Halali, Gott sei Dank auch und sowieso.
Beim ersten Mal in der Etosha-Pfanne hatten wir ja schon eine Menge Tiere gesehen, aber verdammt nochmal keine Löwen. Als wir dann morgens langsam auf dem Heimweg waren, machte ich als Beifahrer so meine Scherze, "Mensch Manfred ein Leu und noch ein Leu, schau mal dort 'ne ganze Familie". Ich hatte kaum ausgesprochen als ich plötzlich wirklich eine Familie ca. 3m von der Straße entfernt sah. Ich schrie den Manfred an, "du da wirklich eine ganze Löwenfamilie", worauf er mir nur ein müdes "ja ja" entgegnete. "Manfred die sind echt" schrie ich ihn an. Da hielt er, und nachdem er wirklich ein paar sah, fuhr er langsam zurück. Es ist schon was anderes so eine Löwenfamilie in Freiheit zu sehen, als hinter Gittern im Zoo.
Was mich so wirklich begeisterte in der Etosha-Pfanne waren die Tierlaute des Nachts. Das war Afrika pur und durchdrang zwischendurch sogar meinen Promillepanzer.
Auch wenn ich bis jetzt fast nur von meinen eigenen und sehr persönlichen Erlebnissen berichtet habe, dadurch natürlich Tiere und Landschaft ziemlich ausgelassen habe, so bedeutet das nicht, dass ich die Landschaft dieses wundervollen Landes nicht mochte. Nein ich liebe sie, aber auch die Menschen, die dort lebten und leben.
Ich danke Gott von Zeit zu Zeit immer wieder, dass ich die Jahre in diesem wunderschönen Land verbringen durfte, obwohl ich damals ja doch sehr vieles leider nur durch meinen Alkoholschleier wahrnehmen konnte.
In der Zeit in Otjiwarongo lernte ich auch ein Mädel aus Windhoek kennen, ich glaube fast ich kannte sie schon aus Windhoek. Die kam mich dann doch alle 14 Tage besuchen und so war es einigermaßen erträglich. Oh Verzeihung, ich hätte doch fast vergessen zu erwähnen, sie war eine WEISSE !!
Zu Otjiwarongo fallen mir noch einige andere Geschichten ein, aber für heute, hier und jetzt soll es das mal gewesen sein.....
geht aber bald weiter, versprochen!
Der Manfred und ich waren zweimal zusammen in der Etosha-Pfanne und Frau Müller hatte uns ins Gebet genommen, dass wir ja am nächsten Tag wieder pünktlich zurück sein sollten. "Ja ja, klar doch Frau Müller, kein Problem" war unser Versprechen. Wenn da doch nur nicht der Alkohol gewesen wäre.
Einmal hatten wir eine kleine Schildkröte aus der Etosha-Pfanne mitgebracht, und das war gar nicht so einfach die durch die Eingangs- bzw. Aufgangspforte zu bringen. Vor allem war es verboten jedwelche Tiere aus der Etosha-Pfanne heraus zu bringen. Wir parkten also das Auto ca. 7m vor dem Tor und gingen dem Wächter entgegen. So fiel ihm nichts weiter auf. Dann fuhren wir schnell durch, so dass die Wächter den Gestank des kleinen Scheißers nicht riechen konnten. Das arme Tier hat wohl im Kofferraum ganz schöne Angst gehabt, hat es aber überlebt. Wir setzten die Schildkröte dann im Innenhof von Hotel aus, und sie fühlte sich dort scheinbar auch wohl. Zumindest an 2 Tagen, denn am dritten war sie plötzlich verschwunden. Ob sie jetzt ein Hotelgast mitgenommen hat oder was auch immer mit ihr geschah, die Antwort kennt nur der Wind....
In der Etosha-Pfanne hatte ich mir mal ein ziemlich starkes Stück geleistet. War schon ziemlich besch...eiden, was ich da angestellt hatte. Also der Manfred und ich hatten schon auf der Fahrt in die Etosha reichlich getankt und kamen dann beim Tom auf "Halali" "in äußerst guter Stimmung" an.
Nach dem Abendessen haben wir natürlich kräftig weiter gesoffen und entsprechend laut gesungen. Wir sind dann auf einen Turm gegangen, und der Manfred ging dann aber bald zurück in unsere Behausung, weil er scheinbar genug hatte. Ich weiß nicht mehr so genau, wie der weitere Abend verlief, aber aufgewacht bin ich durch ein Stimmengewirr was äußerst unangenehm an mein Ohr drang. Es schien Morgen zu sein, denn es war prächtig hell. Ich stand auf, schaute über die Mauer und sah dann eine Menschenansammlung, die mit Drohgebärden und bösem Geschrei meine Aufmerksamkeit nach oben lenkte.
Ja oben am Fahnenmast hing damals natürlich die Süd-Afrikanische Flagge, also normalerweise, nur an diesem Morgen nicht, da hing ein Hemd von mir, das musste sich wohl in der Nacht selbstständig gemacht und die Fahne abgelöst haben. Ich wusste ja garnicht, was daran so Schlimmes war, aber die bösen Gesichter unten sagten mir doch genug, dass ich mich besser zurück halten sollte. Ich versuchte also das Hemd runter zuholen, aber es klappte nicht, schien sich irgendwie verhakt zu haben. Also rief ich der Menge zu, dass ich hoch klettern und das Hemd austauschen werde. Komischerweise wollten die das aber nicht, und schon war ein Typ bei mir auf der Plattform angekommen und brachte mich erst einmal runter. Ich und Manfred mussten darauf hin innerhalb einer Stunde die Etosha-Pfanne verlassen, obwohl der Manfred doch garnichts dafür konnte. Wir konnten von Glück sagen, dass da unser General für uns gesprochen hat. Der Tom, Manager des Restaurants auf Halali, Gott sei Dank auch und sowieso.
Beim ersten Mal in der Etosha-Pfanne hatten wir ja schon eine Menge Tiere gesehen, aber verdammt nochmal keine Löwen. Als wir dann morgens langsam auf dem Heimweg waren, machte ich als Beifahrer so meine Scherze, "Mensch Manfred ein Leu und noch ein Leu, schau mal dort 'ne ganze Familie". Ich hatte kaum ausgesprochen als ich plötzlich wirklich eine Familie ca. 3m von der Straße entfernt sah. Ich schrie den Manfred an, "du da wirklich eine ganze Löwenfamilie", worauf er mir nur ein müdes "ja ja" entgegnete. "Manfred die sind echt" schrie ich ihn an. Da hielt er, und nachdem er wirklich ein paar sah, fuhr er langsam zurück. Es ist schon was anderes so eine Löwenfamilie in Freiheit zu sehen, als hinter Gittern im Zoo.
Was mich so wirklich begeisterte in der Etosha-Pfanne waren die Tierlaute des Nachts. Das war Afrika pur und durchdrang zwischendurch sogar meinen Promillepanzer.
Auch wenn ich bis jetzt fast nur von meinen eigenen und sehr persönlichen Erlebnissen berichtet habe, dadurch natürlich Tiere und Landschaft ziemlich ausgelassen habe, so bedeutet das nicht, dass ich die Landschaft dieses wundervollen Landes nicht mochte. Nein ich liebe sie, aber auch die Menschen, die dort lebten und leben.
Ich danke Gott von Zeit zu Zeit immer wieder, dass ich die Jahre in diesem wunderschönen Land verbringen durfte, obwohl ich damals ja doch sehr vieles leider nur durch meinen Alkoholschleier wahrnehmen konnte.
In der Zeit in Otjiwarongo lernte ich auch ein Mädel aus Windhoek kennen, ich glaube fast ich kannte sie schon aus Windhoek. Die kam mich dann doch alle 14 Tage besuchen und so war es einigermaßen erträglich. Oh Verzeihung, ich hätte doch fast vergessen zu erwähnen, sie war eine WEISSE !!
Zu Otjiwarongo fallen mir noch einige andere Geschichten ein, aber für heute, hier und jetzt soll es das mal gewesen sein.....
geht aber bald weiter, versprochen!
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