Auch manche Länder/Staaten blocken mit Informationen.
Ende April wurde der Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko bekannt, führte zur Alarmstufe 4 (von 6) der Weltgesundheitsorganisation und löste weltweit einen Medienrummel aus, der manche Panik verursachte.
Viele der Medienberichte waren "damals", es ist erst ein paar Wochen her, berechtigt.
Sehr schnell kehrte die Medienlandschaft aber zur "Normalität" zurück und beschäftigte sich mit neueren Katastrophen.
Stufe 5 und die höchste Stufe 6 des Pandemiealarms waren kaum noch einen Bericht wert.
Wie ist es wirklich weitergegangen?
Als technischer Analyst interessierte es mich, wie weit ich da etwas daraus lernen kann.
Viele Faktoren und Reaktionen sind nicht vorhersehbar, wenn man unbekannten Dingen gegenüber steht.
Eine gewisse Chronologie ist hier nachzulesen:
www.platinnetz.de/artikel/pandemie-und-schweinegrippe-ein-update-214653
Eine der wichtigsten Erkenntnisse daraus ist, dass die WHO aufgrund ihrer diletantischen Meldungen eine Panik produziert und vieles ihrer Glaubwürdigkeit eingebüsst hat!
Das beeinflusst jetzt und zukünftig die Reaktion der Medien, der Staaten und der Bevölkerung negativ.
Mexiko hatte sich nach dem Erkennen der neuen Grippe bemüht, auch nachträglich alle möglichen Fälle, die vorher natürlich noch nicht bekannt waren, aufzubereiten und die Proben der WHO zur Verfügung gestellt.
Obwohl der WHO bekannt war, dass diese Proben teilweise schon zig Wochen alt waren, wurden sie als aktuelle Neuerkrankung bekanntgegeben.
Aus den daraus resultierenden Steigerungsraten ergaben sich absolute Horrrorszenarien, die eine weltweite Ansteckung innerhalb weniger Wochen wahrscheinlich machte.
Erschreckend waren auch die Zahl verstorbener Infizierter und DAS NEUE, sowie die Erinnerung an die Vogelgrippe.
Relativ schnell bekam Mexiko eklatante Probleme.
Frankreich z.B. verlangte eine totale Isolation.
Die Wirtschaft in Mexiko kam fast zum erliegen.
Mitte Mai hatte mexiko die Schnauze voll und berichtet nur noch sehr vage an die WHO.
Die aktuellen Zahlen kann man in meinen Augen absolut vergessen!
Die USA waren das zweite Land, das hochgradig betroffen war und auch noch am meisten betroffen ist.
Anfangs war man dort sehr akribisch, später nahmen die neuen Fälle so überhand, dass man nur noch schwere Fälle getestet und an die WHO gemeldet hat.
Inzwischen nur noch einmal Wöchentlich.
Die USA melden Freitags, die WHO veröffentlicht die Daten Montag oder Diestag..
Viele sind dann schon wieder zwei Wochen alt.
Alleine da also eine riesengrosse Dunkelziffer.
Kanada hatte anfangs (zeitverzögert) auch sehr genaue Daten.
Man war ja schon etwas vorbereitet.
Leider sind auch dort neue Meldungen verzögert und passen nicht in die allg. Entwicklung.
Erst nach Mitte Mai schwappte die Erkrankung mehr in den Rest der Welt ausserhalb von Nordamerika.
Rund einen Monat oder gerade vier Wochen her.
Insbesondere nach Europa.
Zuerst betroffen war Spanien und Grossbritannien, andere EU-Länder später mit nennenswerten Kranheitszahlen.
Aber noch stärker nach Australien und Südamerika.
Zumindest waren danach die dortigen Steigerungsraten enorm.
Bisher scheint es eher nicht so zu sein, wie einige Experten vermuten, dass sich die Grippe dort aufgrund des Winters auf der Südhalbkugel verstärkt ausbreitet.
Gerade Australien vermeldet überwiegend leichte Krankheitsverläufe und fährt seine Untersuchungen zurück.
Damit sind wahrscheinlich auch diese Zahlen nicht mehr representativ.
Also müssen alle Daten mit äussester Vorsicht genossen werden.
Nach den "offiziellen" Zahlen der WHO, CDC, ECDC und verschiedenen nationalen Organisationen ergibt sich folgendes Bild:
In Australien, Europa, Südamerika erhöhte sich die Zahl der Infizierten in der letzen Woche um rund 70%
Hier scheint allerdings insbesondere Spanien absolut zu mauern und an Mexiko zu denken.
Zuerst das höchstinfizierte Land der EU, aber jetzt seit über einer Woche keine neuen Daten....
Gleiches gilt für die Dominikanische Republik innerhalb der Karibik.
In den offiziellen Urlaubsländern hat sich die Zahl der Infizierten in der letzten Woche verzweieinhalbfacht.
Ob es so weitergeht?
Viel Nähe ist oft angesagt, Flieger, Bus, Schiff, Hotel, etc. ...
Aus den mir vorliegenden Daten zeigt sich zumindest für mich, (aber auch für andere) dass sich die Schweinegrippe derzeit atypisch verhält und sich nicht nach dem Herbst-Winter-Muster richtet.
Also gerade auch in weitgehend warmen Gefielden entsprechend ansteckend ist.
Weitere Statistiken "scheinen" zu belegen, dass bei überwiegend leichten Verlauf doch überwiegend junge und gesunde Menschen von den schweren Verläufen betroffen sind.
Die Ärzte Zeitung weist mit Datum vom 18.06.2009 auch darauf hin, dass das neue H1N1-Virus bei vielen Infizierten offenbar nur geringe Symptome wie Kopf- oder Halsschmerzen und auch für Grippe untypische Beschwerden, etwa Unwohlsein im Magen-Darm-Bereich verursacht.
Ich halte es für angeraten, gerade bei Beschwerden junger Menschen frühzeitig einen Arzt zu konsultieren, wobei das Wartezimmer vermieden werde sollte.
Und dann gibt es noch den offiziellen Rat, bei der Rückkehr aus "Risikogebieten" für ein paar Tage etwas isolierter zu leben...
Aber was sind nun "Risikogebiete"?
Ein paar mehr Infos dazu, soweit möglich, wird es die nächsten Tage und Wochen hier und auf dem oben verlinkten Artikel regelmässig geben.
Manche Experten sagen eine Zweiwellenverbreitung voraus.
Die zweite Welle schwerer als die erste.
Wer die erste erlebt hat, sollte weitgehend immun sein.
In knapp drei Monaten sollen allerdings auch Impfstoffe zur Verfügung stehen.
Nützt aber nur VOR der Erkrankung.
