Panik um Pascha
Früh um 7 sprudelt eine völlig aufgelöste Stimme aus dem Telefon. „Der Pascha hat so einen Husten, der ist völlig verschleimt, hier kann seit Tagen keiner mehr ein Auge zu machen…“.
Von Masern, Mumps und Windpocken abgesehen können natürlich auch Hunde recht menschliche Erkrankungen bekommen. Die bringt man dann zum Tierarzt, der gibt meist eine Spritze und dann hat sich die Geschichte. Bei Pascha klappte das nur einmal, dann nie wieder.
Pascha ist kein Dackel mit großem Namen, nein, er ist ein großer Hund mit sehr passendem Namen für einen verzogenen Bernhardiner. Wer ihn auf sich zu rennen sieht, fühlt sich automatisch wie die Titanic kurz vor dem Eisberg.
Geballte 65 kg donnern gegen die eigenen Schlüsselbeine, während Paschas restliche 15 Kilo von seinen Hinterbeinen getragen werden, die noch auf dem Boden stehen.
Feucht-fröhlich ist die Begrüßung immer…feucht für den Gast, fröhlich für Pascha.
Die Freundlichkeit Paschas zeichnet sich dadurch aus, dass er Futterreste, die er gern in seinen lang hängenden Lefzen lagert, spontan zu Gastgeschenken macht und sie kreativ zwischen Haaransatz und Bauchhöhe der zu Begrüßenden anordnet. Da ihn diese Handlung, (oder muss es hier Pfotlung heißen??) stets um seine stille Reserve bringt, erwartet er mit Nachdruck, dass jedermann eine kleine Hundefutterfabrik in seiner Tasche mitführt.
Freunde und Bekannte der Familie lassen sich in genau zwei Lager teilen. Die einen bleiben bei sich und laden nur die Menschen um Pascha ein, die anderen sind sturmerprobt, trotzen Hunderotz und dem Nageln ans Kreuz. Dies geschieht immer dann, wenn Pascha Menschen anspringt, die noch im Eingangsbereich stehen. Die fallen unweigerlich gegen die in kinderfreundlicher Höhe angebrachten Mantelhaken der Garderobe, die an der Wand angeschraubt ist.
Jeder, der die gebogenen Haken schon einmal im Rippenzwischenraum spürte, weiß um die Leiden Christi.
Nun sollte man glauben, dass so ein großer, gewaltiger Kerl mutig wie ein Tiger sei….weit gefehlt! Schon als Welpe konnten ihn keine drei Personen auch nur in den Vorraum der Tierarztpraxis schieben, weil Pascha sich breiter als das Bärenfell im Dinner for one machte und schwerer schien, als ein Elefant je werden kann. Er zitterte wie Espenlaub und sein Wehklagen brachte Zwiebeln zum Weinen und Türangeln erstarrten vor Neid. Alle Menschen, die jemals bei solchen Aktionen anwesend waren, ließ Pascha nicht mehr an sich heran. Selbst sein Herrchen, der nur versucht hatte mit einer kleinen Pinzette die Zecke aus Paschas Bein zu entfernen, fiel in Ungnade und wurde mit Nichtachtung gestraft. Da jeder Hund Schutzimpfungen braucht, war die Anzahl derer, die Pascha noch zu seinen Freunden zählte, in den einstelligen Bereich gerutscht. Kein Wunder, dass Panik ausbrach, wenn Pascha krank war.
So kam es nun, dass vier Frauen mit vor Überlegungen kochenden Köpfen in der Küche standen und einen Plan schmiedeten. Der Arzt, den Pascha nur riechen oder hören brauchte, um wütend seine Lefzen bis über die Ohren zu fletschen bis er bei dessen Anblick das große Zittern bekam, hatte zur Humanmedizin geraten. Ein normaler Schleimlöser, nur eben „hundeverträglich“, sprich lecker, verpackt.
Lecker, das war auch so eine Sache bei Pascha. Obwohl er Unmengen fressen konnte, durfte man ihm längst nicht alles anbieten. Pansen?? Ihhh! Trockenfutter?? Bääh! Dosenfutter mit Innereien? Wollt Ihr mich umbringen??? Seine Lieblingskekse mit Schleimlöser beträufelt lehnte er entrüstet ab, legte sich beleidigt mit dem Hintern in unsere Richtung auf seine Decke….und hustete, dass die Wände wackelten. Er würgte etwas von dem zähen Schleim aus, schien daran fast zu ersticken. Jeder, der solch eine Erkältung schon einmal hatte, wird wissen, wie flau und schlapp man sich dabei fühlt.
„Mit nem Teelöffel Zucker nimmst du jede Medizihin, jede Medizin…“trällerte jemand und der perfekte Plan war geboren. Wir füllten lauwarmes Wasser in eine Schüssel, lösten eine ordentliche Portion Zucker darin auf, gaben den Schleimlöser hinzu und zogen erst einmal 2 Spritzen a 10 ml davon auf. Natürlich ohne Nadeln, aber wie sollten wir die Mischung in Paschas Maul bekommen? Wenn der es drauf anlegte, wickelte er seine Lefzen so fest um die Zähne, dass er im Schatten wie ein Windhund aussah.
Wir waren gerade dabei, Streichhölzer zu ziehen, um den Bemitleidenswerten zu ernennen, der Paschas Maul öffnen sollte, als hinter uns ein rasches „Schlapp-schlapp-schlapp..“ ertönte.
Ich dachte, ich träume! Da stand Pascha tatsächlich mit den Vorderpfoten auf dem Stuhl und schlappte mit Wonne die Hustenmischung aus der Schüssel, die noch auf dem Tisch stand. So schnell leerte der nicht mal eine Schüssel Dosenfutter mit Huhn.
Das ist schon einige Jahre her. Wisst Ihr, wie es klingt, wenn ein Hund Husten simuliert, weil er seine Medizin will???
Pascha ist kein Dackel mit großem Namen, nein, er ist ein großer Hund mit sehr passendem Namen für einen verzogenen Bernhardiner. Wer ihn auf sich zu rennen sieht, fühlt sich automatisch wie die Titanic kurz vor dem Eisberg.
Geballte 65 kg donnern gegen die eigenen Schlüsselbeine, während Paschas restliche 15 Kilo von seinen Hinterbeinen getragen werden, die noch auf dem Boden stehen.
Feucht-fröhlich ist die Begrüßung immer…feucht für den Gast, fröhlich für Pascha.
Die Freundlichkeit Paschas zeichnet sich dadurch aus, dass er Futterreste, die er gern in seinen lang hängenden Lefzen lagert, spontan zu Gastgeschenken macht und sie kreativ zwischen Haaransatz und Bauchhöhe der zu Begrüßenden anordnet. Da ihn diese Handlung, (oder muss es hier Pfotlung heißen??) stets um seine stille Reserve bringt, erwartet er mit Nachdruck, dass jedermann eine kleine Hundefutterfabrik in seiner Tasche mitführt.
Freunde und Bekannte der Familie lassen sich in genau zwei Lager teilen. Die einen bleiben bei sich und laden nur die Menschen um Pascha ein, die anderen sind sturmerprobt, trotzen Hunderotz und dem Nageln ans Kreuz. Dies geschieht immer dann, wenn Pascha Menschen anspringt, die noch im Eingangsbereich stehen. Die fallen unweigerlich gegen die in kinderfreundlicher Höhe angebrachten Mantelhaken der Garderobe, die an der Wand angeschraubt ist.
Jeder, der die gebogenen Haken schon einmal im Rippenzwischenraum spürte, weiß um die Leiden Christi.
Nun sollte man glauben, dass so ein großer, gewaltiger Kerl mutig wie ein Tiger sei….weit gefehlt! Schon als Welpe konnten ihn keine drei Personen auch nur in den Vorraum der Tierarztpraxis schieben, weil Pascha sich breiter als das Bärenfell im Dinner for one machte und schwerer schien, als ein Elefant je werden kann. Er zitterte wie Espenlaub und sein Wehklagen brachte Zwiebeln zum Weinen und Türangeln erstarrten vor Neid. Alle Menschen, die jemals bei solchen Aktionen anwesend waren, ließ Pascha nicht mehr an sich heran. Selbst sein Herrchen, der nur versucht hatte mit einer kleinen Pinzette die Zecke aus Paschas Bein zu entfernen, fiel in Ungnade und wurde mit Nichtachtung gestraft. Da jeder Hund Schutzimpfungen braucht, war die Anzahl derer, die Pascha noch zu seinen Freunden zählte, in den einstelligen Bereich gerutscht. Kein Wunder, dass Panik ausbrach, wenn Pascha krank war.
So kam es nun, dass vier Frauen mit vor Überlegungen kochenden Köpfen in der Küche standen und einen Plan schmiedeten. Der Arzt, den Pascha nur riechen oder hören brauchte, um wütend seine Lefzen bis über die Ohren zu fletschen bis er bei dessen Anblick das große Zittern bekam, hatte zur Humanmedizin geraten. Ein normaler Schleimlöser, nur eben „hundeverträglich“, sprich lecker, verpackt.
Lecker, das war auch so eine Sache bei Pascha. Obwohl er Unmengen fressen konnte, durfte man ihm längst nicht alles anbieten. Pansen?? Ihhh! Trockenfutter?? Bääh! Dosenfutter mit Innereien? Wollt Ihr mich umbringen??? Seine Lieblingskekse mit Schleimlöser beträufelt lehnte er entrüstet ab, legte sich beleidigt mit dem Hintern in unsere Richtung auf seine Decke….und hustete, dass die Wände wackelten. Er würgte etwas von dem zähen Schleim aus, schien daran fast zu ersticken. Jeder, der solch eine Erkältung schon einmal hatte, wird wissen, wie flau und schlapp man sich dabei fühlt.
„Mit nem Teelöffel Zucker nimmst du jede Medizihin, jede Medizin…“trällerte jemand und der perfekte Plan war geboren. Wir füllten lauwarmes Wasser in eine Schüssel, lösten eine ordentliche Portion Zucker darin auf, gaben den Schleimlöser hinzu und zogen erst einmal 2 Spritzen a 10 ml davon auf. Natürlich ohne Nadeln, aber wie sollten wir die Mischung in Paschas Maul bekommen? Wenn der es drauf anlegte, wickelte er seine Lefzen so fest um die Zähne, dass er im Schatten wie ein Windhund aussah.
Wir waren gerade dabei, Streichhölzer zu ziehen, um den Bemitleidenswerten zu ernennen, der Paschas Maul öffnen sollte, als hinter uns ein rasches „Schlapp-schlapp-schlapp..“ ertönte.
Ich dachte, ich träume! Da stand Pascha tatsächlich mit den Vorderpfoten auf dem Stuhl und schlappte mit Wonne die Hustenmischung aus der Schüssel, die noch auf dem Tisch stand. So schnell leerte der nicht mal eine Schüssel Dosenfutter mit Huhn.
Das ist schon einige Jahre her. Wisst Ihr, wie es klingt, wenn ein Hund Husten simuliert, weil er seine Medizin will???
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