Es sollte die Superabschlußparty des Jahrzehntes werden. Mehrere  Möglichkeiten standen im Haus.  Die Kumpels hatten zur Kneipenfete eingeladen, für gerade mal 20 €. Freunde wollten auch unbedingt dass man vorbei kommt, schließlich hat man schon öfters zusammen gefeiert. (Für Frauen sei gesorgt.) Eine gute Kumpeline meldete sich auch um gemeinsam um die Häuser zu ziehen und diverse Kneipen unsicher zu machen. Letztendlich könnte man ja auch einen Abstecher zur Sause am Brandenburger Tor machen.

Also gegen 10.00 Uhr erst mal in die Wanne, schließlich will man ja sauber ins neue Jahrzehnt kommen. Dann beginnen mit den Planungen. Versucht man alle Möglichkeiten  zu befriedigen? Mit der Kumpeline zu den Freunden, anschließend zum Brandenburger Tor und dann  den Rest geben in der Kneipe mit den Kumpels? Das kann ja ein aufregender Tag werden.

Die kosmetische Reise dauerte etwas länger, schließlich kann man ja auch an so einen Tag vielleicht auch noch das besondere Date erleben. Gegen 12.00 Uhr dann der Anruf von den Freunden. Wann man denn vorbei komme? Gleichzeitig die Kurzinfo wer denn alles bei der Party da ist. Ach Du Schreck, die eine Ex- und die andere Ex ist auch dabei. Schnell ein paar Ausflüchte gesucht und etwas weinerlich zugegeben, eigentlich gehe es einem nicht so gut und der Magen spielt auch nicht mit. Von der anderen Seite ein paar Genesungswünsche und trotzdem einen guten Rutsch, und ein Problem war schon mal geklärt. Schnell die Kumpeline angerufen, dann Party mit ihr. „Naja so gut ginge es ihr zur Zeit nicht und ich solle mal später anrufen, ist ja noch früh am Tag“. Also Fernsehen an und warten. Gegen 16.00 Uhr nochmal Kumpeline anrufen. „Klar kommt vorbei, ich mache schnell noch was zu essen“  Also schnell noch die Bude etwas aufgeräumt, den Vogelkäfig samt Vogel unter den Küchentisch verfrachtet, der Vogel soll ja kein Knalltrauma bekommen. Als ich gerade die Tür abschließen wollte meldet sich das Handy mit den berühmten Pieptönen. Kumpeline schreibt: es gehe ihr wieder schlechter, aber ich kann ja bei ihrer Freundin vorbei kommen, sie schlägt da auch noch auf, wenn es ihr wieder besser geht.

Wisst ihr was, ihr könnt mich alle mal! Tür wieder auf, Klamotten aus und ab auf meine Matte. Mein Vogel piepste erschrocken: „was doch keine sturmfreie Bude“. Man könnte ja noch zum Brandenburger Tor, oder zu den Kumpels in die Kneipe. Aber inzwischen auf keine Party mehr Bock. Dann schaue ich bis Mitternacht das Superprogramm auf den 29 Kanälen.

Gegen 0:12 ein markerschütterndes Schrillen. „Alles Gute für das Neue Jahr“. Schlaftaumelnd frage ich, was für ein neues Jahr und wer ruft mich um diese Schlafenszeit eigentlich an?  Leider war ich gegen 22.30 Uhr eingeschlafen. Ohne Party, ohne einen Schluck Alkohol, ohne Freunde, ohne Vorsätze. Na da bin ich richtig gespannt was dieses neue Jahrzehnt für mich bereit hält.