Patchwork
"Bis dass der Tod uns scheidet", gilt nicht immer. Auch gemeinsame Kinder halten das Paar nicht unbedingt lebneslang zusammen. Und dann? eine neue Partnerschaft ist oft der letzte Schritt zur Trennung, oder ein wichtiger Schritt nach der Trennung. Eine neue Herausforderung für alle Beteiligten.
Etwa 40 Prozent aller Ehen werden geschieden, viele weitere Ehepaare haben sich auf Dauer getrennt, so dass wohl nur weniger als die Hälfte aller Verheirateten miteinander alt werden. Oft wenden sich die Männer und Frauen nach einer lang dauernden Ehe einem neuen Partner zu. Wenn aus der früheren Partnerschaft ein oder mehrere Kinder hervorgegangen sind, kann es kompliziert werden: Es entsteht jene Familienform, die allgemein Patchwork-Familie genannt wird. Die Patchwork-Situation nach dem Tod eines Partners hat eine andere Dynamik, als nach Trennung oder Scheidung, und ist heute seltener als letztere. Patchwork-Familien sind heute sehr häufig, die Dynamik ist sehr kompliziert, und es gibt, im Unterschied zur klassischen Ehe, wenig Konventionen, die sie stützen könnten. Eine neue Partnerschaft zur Lebensmitte hat etwas Faszinierendes, und ist gleichzeitig eine große Herausforderung.
Der neue Partner
Die Gefühle sind mit 40 oder 50 mindestens so intensiv wie mit 20 oder 30. Das sexuelle Verlangen hat im Vergleich zur Jugendzeit nicht abgenommen. Viele Menschen erleben mit dem neuen Partner einen zweiten Honeymoon, oft wird Sexualität und Verliebtsein so intensiv und schön erlebt wie nie zuvor. Doch auch der zweite Honeymoon dauert nicht ewig. Die Phase der Enttäuschung kommt so sicher wie der nächste Winter. Alte Beziehungsmuster, die in der früheren Partnerschaft wesentlich waren, tauchen wieder auf. Es kommt genau wie in der früheren Partnerschaft darauf an, diesen Übergang zu bewältigen. Nur: Es ist jetzt die zweite Chance, und das Museum der alten Verletzungen ist leer. Insgesamt ist der neue Partner eindeutig die Schokoladenseite der Medaille, vor allem, wenn ich immer wieder bewusst und liebevoll auf ihn/sie zugehe.
Erste Herausforderung: Ex-Partner
Der eigene Ex-Partner funkt gedanklich, und manchmal auch konkret in die neue Beziehung hinein, zum Beispiel wenn es um Scheidung, Sorgerecht und Unterhalt geht. Der Ex-Partner des anderen ist häufig Rivale, selten konkret, aber sehr oft in der Phantasie. Gefühle der Verbitterung, manchmal auch Schuldgefühle tauchen auf und wollen bewältigt werden.
Zweite Herausforderung: Kinder
Wie stelle ich meinen Kindern den neuen Partner vor? Wenn er/sie bei mir einzieht, geht das gut? Kann ich das den Kindern zumuten. Wie stehen die Kinder meines Partners zu mir, und ich zu ihnen? Sind sie eifersüchtig? Sind sie in einem Loyalitätskonflikt zwischen mir und dem leiblichen Elternteil? Streit über diese und andere Themen ist nicht selten, und es dauert oft Jahre, bis sich die Wogen glätten.
Dritte Herausforderung: Eine neue Lebensperspektive
Auch wenn der zweite Honeymoon wunderschön ist, und auch wenn die neue Partnerwahl viel besser „passt“. Das Scheitern der früheren Partnerschaft hat ja schließlich auch etwas mit mir zu tun. Etwa so viel, wie mit meinem Ex-Partner, zum Streiten gehören bekanntlich zwei, zur Trennung auch. Meine seelischen Grundkonflikte bleiben ja die selben, und sie sind älter, als die frühere Partnerschaft. Wenn ich glücklicher werden will, als ich es früher war, muss ich bei mir selbst anfangen, im Zweifel bedeutet es paradoxerweise nicht so sehr, an sich zu arbeiten, sondern eher, im besten Sinne, sich selbst zu lieben.
Ich selbst bin nach meiner Trennung bald eine neue Partnerschaft eingegangen, und habe das meiste dessen, was ich oben schrieb in seinen schönen und in seinen schweren Seiten erlebt. Ich beklage mich nicht, im Gegenteil, mir geht es gut. Und doch fühle ein tiefes Bedauern, besonders im Hinblick auf meine Kinder. Und manchmal beneide ich diejenigen, die mit Mutter bzw. Vater ihrer Kinder glücklich und zufrieden alt werden.
Weil das Thema so komplex ist, und sicher viel Diskussionbedarf besteht, habe ich ein Forum zu diesem Thema gegründet. Ich freue mich auf eine lebhafte und faire Diskussion.
Der neue Partner
Die Gefühle sind mit 40 oder 50 mindestens so intensiv wie mit 20 oder 30. Das sexuelle Verlangen hat im Vergleich zur Jugendzeit nicht abgenommen. Viele Menschen erleben mit dem neuen Partner einen zweiten Honeymoon, oft wird Sexualität und Verliebtsein so intensiv und schön erlebt wie nie zuvor. Doch auch der zweite Honeymoon dauert nicht ewig. Die Phase der Enttäuschung kommt so sicher wie der nächste Winter. Alte Beziehungsmuster, die in der früheren Partnerschaft wesentlich waren, tauchen wieder auf. Es kommt genau wie in der früheren Partnerschaft darauf an, diesen Übergang zu bewältigen. Nur: Es ist jetzt die zweite Chance, und das Museum der alten Verletzungen ist leer. Insgesamt ist der neue Partner eindeutig die Schokoladenseite der Medaille, vor allem, wenn ich immer wieder bewusst und liebevoll auf ihn/sie zugehe.
Erste Herausforderung: Ex-Partner
Der eigene Ex-Partner funkt gedanklich, und manchmal auch konkret in die neue Beziehung hinein, zum Beispiel wenn es um Scheidung, Sorgerecht und Unterhalt geht. Der Ex-Partner des anderen ist häufig Rivale, selten konkret, aber sehr oft in der Phantasie. Gefühle der Verbitterung, manchmal auch Schuldgefühle tauchen auf und wollen bewältigt werden.
Zweite Herausforderung: Kinder
Wie stelle ich meinen Kindern den neuen Partner vor? Wenn er/sie bei mir einzieht, geht das gut? Kann ich das den Kindern zumuten. Wie stehen die Kinder meines Partners zu mir, und ich zu ihnen? Sind sie eifersüchtig? Sind sie in einem Loyalitätskonflikt zwischen mir und dem leiblichen Elternteil? Streit über diese und andere Themen ist nicht selten, und es dauert oft Jahre, bis sich die Wogen glätten.
Dritte Herausforderung: Eine neue Lebensperspektive
Auch wenn der zweite Honeymoon wunderschön ist, und auch wenn die neue Partnerwahl viel besser „passt“. Das Scheitern der früheren Partnerschaft hat ja schließlich auch etwas mit mir zu tun. Etwa so viel, wie mit meinem Ex-Partner, zum Streiten gehören bekanntlich zwei, zur Trennung auch. Meine seelischen Grundkonflikte bleiben ja die selben, und sie sind älter, als die frühere Partnerschaft. Wenn ich glücklicher werden will, als ich es früher war, muss ich bei mir selbst anfangen, im Zweifel bedeutet es paradoxerweise nicht so sehr, an sich zu arbeiten, sondern eher, im besten Sinne, sich selbst zu lieben.
Ich selbst bin nach meiner Trennung bald eine neue Partnerschaft eingegangen, und habe das meiste dessen, was ich oben schrieb in seinen schönen und in seinen schweren Seiten erlebt. Ich beklage mich nicht, im Gegenteil, mir geht es gut. Und doch fühle ein tiefes Bedauern, besonders im Hinblick auf meine Kinder. Und manchmal beneide ich diejenigen, die mit Mutter bzw. Vater ihrer Kinder glücklich und zufrieden alt werden.
Weil das Thema so komplex ist, und sicher viel Diskussionbedarf besteht, habe ich ein Forum zu diesem Thema gegründet. Ich freue mich auf eine lebhafte und faire Diskussion.
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