Geschehen ist das ganze im Bamberger Umland und zwar in den Sechzigern. Ein leidenschaftlicher Pferdeliebhaber ging zweimal wöchentlich zum örtlichen Reit - und Fahrverein. Er ritt dort mit Freunden in die Natur und konnte sich nichts Schöneres vorstellen. Allerdings gab es ein Haar in der Suppe: das ganze war etwas kostenintensiv. Beim Umtrunk im Reiterstübchen kam das Gespräch auch auf dieses Thema. Es setzte sich die Ansicht durch, dass ein normales Reitpferd auf mittlere Frist gesehen auch nicht teurer wäre, als das laufende Zahlen von Reitstunden. Dem schloss sich auch unser Freund an. Das brachte aber sofort den nächsten Fallstrick ans Licht: seine Ehefrau. Die hielt nichts von Pferden. Und schon gar nichts vom Besitz derselben. Schließlich musste man auch sparen und dazu ist ein edles Ross nicht geeignet. Aber eine Lösung musste her und er glaubte sie auch bald gefunden zu haben. Es stand zu der Zeit gerade ein Pferd zum Verkauf an und war zu einem Freundschaftspreis zu kriegen. Handschlag - Top!!
"Aber wie sag ich's meinem Weibe?"
Wozu hat man gute Freunde, wenn sie nicht helfen würden. Das Pferd durfte also offiziell gar nichts kosten. Man kam überein, das Tier abends heimlich auf die Wiese unseres Freundes vor seinem Haus zu stellen und zu verschwinden. Am nächsten Morgen sollte das "zugelaufene" Pferd dann entdeckt werden. Es konnte ja nichts passieren, denn es gehörte ja ihm.
Ganz aufgeregt weckte ihn am Morgen seine Frau:" Geh mal raus, da steht ein Pferd auf unserer Wiese"! Er: "Nein, nicht möglich"! Kurze Besprechung im Familienrat. Dann gab man bei der Zeitung telefonisch folgendes Inserat auf: Pferd zugelaufen. Näheres unter..... Unser Freund wusste ja, dass sich niemand melden würde; das Pferd fehlte ja niemandem. Am Tag der Veröffentlichung des Inserats kam er abends von der Arbeit nach Hause nud war fast vom Donner gerührt: das Pferd war weg! Seine Frau sagte ihm, dass zwei Herren dagewesen seien, die sich sehr gefreut hätten, ihr Tier wieder zu finden. Sie hinterließen beste Grüße an den ehrlichen Finden und gingen samt Pferd.
Nun blieb nichts weiter übrig, als zu beichten. Nachdem sich die bessere Hälfte wieder beruhigt hatte, ging man zur Polizei, um Anzeige wegen Pferdediebstahl zu erstatten. Kaum hatten sie im Revier das Wort "Pferd" ausgesprochen, ging tosendes Gelächter los. Die Beamten wussten bestens Bescheid. Die lieben Freunde des Reitvereins hatten das Pferd listig zurück geholt und im Revier eine Botschaft hinterlassen: Gegen zwei Kästen Bier war man bereit, das Pferd auf seine nunmehr neue Weide zu bringen. Freund und Ehefrau gestattete man großzügig, am Umtrunk teilzunehmen.
Diese Begebenheit stand damals unter der gleichen Überschrift in der Zeitung.
Copyright: Werner Arco