Stil
Wegweisender Technikeinsatz
Pink Floyd nutzten im Verlauf ihrer Bandgeschichte häufig wegweisende Technik. Sie setzten erstmals gezielt das Binson Echorec als Effektgerät ein, um damit u. a. die Bassläufe von One of These Days (Meddle) zu erzeugen. Gilmour in Guitar World 1993: "One of these Days" evolved from some of my experiments with the Binson, as did ?Echoes? from Meddle. One day, Roger decided to take some of the techniques that I was developing and try them out himself on bass. And he came up with that basic riff that we all worked on and turned into ?One of these Days?. Auch analoges Sampling in Form von Tapeloops wurde von ihnen verwendet. Diese Technik hatten Pink Floyd 1970 beim Avantgarde-Künstler Ron Geesin kennengelernt, der auch an ihrem Album Atom Heart Mother mitarbeitete. Besonders stark wurde diese Technik auf Dark Side of the Moon verwendet, unter anderem beim Registrierkassen-Loop des Songs Money und dem Albumintro Speak to Me. Im Studio profitierte die Band von den Aufnahmebedingungen der Abbey Road Studios, in denen bereits die Beatles gearbeitet hatten, sowie bei Atom Heart Mother und Dark Side of the Moon von der Mitwirkung des Produzenten Alan Parsons. In ihren Live-Shows perfektionierten Pink Floyd die Technik der Quadrofonie (die von ihnen erfolglos auf einigen Alben getestet wurde), indem sie mit Hilfe eines sogenannten ?Azimut-Koordinators? vorgefertigte Sounds durch die Halle, unter anderem hinter das Publikum, wandern ließen. Schließlich waren Pink Floyd eine der ersten Gruppen, die (auf dem Album Dark Side of the Moon) einen Synthesizer verwendeten, den VCS-3-Synthesizer. Der Song On the Run basiert beispielsweise ausschließlich auf einem Synthesizer-Loop.


Instrumental
David Gilmour wurde in seinen Spielweisen sowohl vom Blues und vom Rock ?n? Roll als auch von der Folkmusik beeinflusst. Typische Blues-Techniken wie Bendings und Slides ziehen sich durch zahlreiche berühmte Soli. Andy Aledort: Guitar in the 80's ? David Gilmour of Pink Floyd. David Gilmour Guitar Methods Gilmour spielte meistens E-Gitarren der Modelle Fender Stratocaster und Fender Telecaster über Hiwatt-Verstärker mit WEM (4×15)- und Marshall (4x12)-Boxen, zudem kamen zahlreiche Effektpedale zum Einsatz. Darüber hinaus spielte er Lap-Steel-Slide-Gitarren, zu hören bei Breathe, The Great Gig in the Sky, Shine on You Crazy Diamond (Part 6-9) oder One of These Days. A look behind David Gilmour's mighty wall of sound. ? An interview with guilmours Guitar technican Phil Taylor thumb |400px| Notenbeispiel aus Breathe mit Slide-Gitarre, Emadd9- und A-Dur-Arpeggios in der Begleitung und Bass mit Oktavtönen

Richard Wright verwendete zunächst verschiedene Orgeln, kennzeichnend ist insbesondere der Klang der Hammond-C3-Orgel. Synthesizer kamen bei Pink Floyd ab 1972 zum Einsatz, die Modelle VCS 3 und Mini Moog prägen seine Solo-Parts auf den Alben Dark Side of the Moon, Wish You Were Here und Animals. Wright erlernte das Klavierspielen als Autodidakt. Zu seinen frühesten Einflüssen zählen Bach, Beethoven und Komponisten der Romantik. Paul Sahner, Thomas Veszelits: Pink Floyd ? Elektronischer Rock in Vollendung. Heyne, München 1980, ISBN 3-453-80044-3, Seite 94 Wie später auch Gilmour, griff er bei seinen Kompositionen mit Vorliebe auf erweiterte Akkorde zurück. Dieses Vorgehen stand dem Kompositionsstil von Roger Waters entgegen, der einfache Akkordfolgen bevorzugte.

Der charakteristische Klang wird von David Gilmours melodischem Gitarrenspiel und den atmosphärischen Klangteppichen von Richard Wright bestimmt. Anders als bei den Bands des gleichzeitig aufblühenden Progressive Rock nimmt die Rhythmusfraktion um E-Bass und Schlagzeug eher eine untergeordnete Rolle ein. Ungerade Metren wie der 7/4-Takt im Intro und der Strophe von Money bilden eher die Ausnahme als die Regel, die Kompositionen bewegen sich vor allem im Down- bis Midtempo-Bereich. Typisch für das Bass-Spiel ist der akzentuierte Wechsel zwischen dem Akkord-Grundton und seinem Oktavton, ergänzt um variierende Übergänge.?Nichtsdestotrotz erkannte zumindest ein wichtiger Beteiligter ? Joe Boyd ? Waters' treibenden Baßsstil mit seinen typischen Oktavenwechseln als Hauptbestandteil des Pink-Floyd-Sounds.? aus Nicholas Schaffner: Pink Floyd ? Vom Underground zur Supergroup. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07526-9, Seite 72 Das Schlagzeugspiel von Nick Mason hält sich im Allgemeinen dezent im Hintergrund, bietet dabei aber feine Nuancen. Insbesondere ist jeder seiner Breaks einzeln und individuell gestaltet.
Gesang
Nach dem Ausscheiden Syd Barretts als Frontmann wurde der Gesang in der Regel, teilweise auch innerhalb eines Stücks, zwischen David Gilmour und Roger Waters aufgeteilt. Richard Wright übernahm zudem gelegentlich eine Zweitstimme. Auf den beiden Alben Dark Side of the Moon und Wish You Were Here ist jeweils bei einem Stück ein Gastsänger zu hören: Die Soul-Sängerin Clare Torry improvisierte eine Gesangsdarbietung zu den Klavierakkorden von The Great Gig in the Sky, als Sänger von Have a Cigar trat der Singer-Songwriter Roy Harper in Erscheinung. Chöre wurden bei Pink Floyd in recht unterschiedlichen musikalischen Kontexten eingesetzt: Atom Heart Mother enthält eine einige Minuten dauernde Passage, in der ein gemischter Chor zur Begleitung von Orgel, Bass und Schlagzeug mit anwachsender Intensität melodische Fragmente vorträgt. Die Einbindung einer Gruppe von Soul-Sängerinnen an mehreren Stellen von Dark Side of the Moon und Wish You Were Here dient vor allem der atmosphärischen Abrundung. Schließlich wurde Another Brick in the Wall, Pt. 2 als eine der bekanntesten Pink-Floyd-Singles zur Hälfte (zweite Strophe) von einem Schülerchor eingesungen.Cliff Jones: Echoes ? Die Geschichte hinter jedem Pink Floyd Song 1967?1995. Edition Olms, Zürich 1996, ISBN 3-283-00339-4, Seite 141
Einflüsse auf spätere Bands
Besonders deutsche Gruppen der sogenannten Berliner Schule wie die Krautrockband Amon Düül,Die Süddeutsche Zeitung titelte sogar, Amon Düül ist eine Pop-Band die den Vergleich mit Pink Floyd nicht zu scheuen braucht, sondern die, so die Süddeutsche, sogar besser, einfallsreicher und progressiver als die Stars aus England und Amerika seien. Ash Ra Tempel, Guru Guru, Novalis, ?Ihre Musik, die zu dieser Zeit mit der von Pink Floyd und King Crimson verglichen wurde, ist auf dieser LP sehr stark von Orgelklängen geprägt. Der teils psychedelische und orchestral wirkende Sound wird durch die lyrischen englischen Texte, die Jürgen Wenzel schrieb, vervollständigt. Das die LP Einflüsse damaliger Rockgrößen aufweist ist verständlich, da einige der Bandmitglieder zu dieser Zeit Musik von Pink Floyd, Yes, Emmerson, Lake & Palmer und anderen hörten.? Kraftwerk Joos, Graves: Rock-Lexikon. Rowohlt, Hamburg 1982, ISBN 3-499-16177X, Seite 206 und Tangerine Dream sind stark vom Pink-Floyd-Sound geprägt. Tangerine Dream veröffentlichte 2007 das als Hommage an Syd Barrett konzipierte Album ?Madcap's Flaming Duty?. Dabei orientierte sich Amon Düül an den Klangexperimenten der ?psychedelischen Phase? der Pink-Floyd-Musik, während die Musik von Tangerine Dream eher der Musik der ?programmatischen Phase? mit ihren lang ausgehaltenen Harmonien und Strukturen folgte. Dabei wurde ihrer Musik häufig unkreatives ?Epigonentum? und eine ?Vulgärelektronik? in Nachfolge der Musik von Pink Floyd attestiert.


?Andere Gruppen, darunter deutsche wie Tangerine Dream und Ash Ra Tempel, erwecken den Verdacht, das sie nur deshalb exzessiv lang und viel elektrische Klangprozesse erzeugen, weil ihnen die technische Beherrschung eines herkömmlichen Rockinstruments abgeht. Sie leben von der Begeisterung derer, die von mystisch kosmischen Gefühlen ergriffen werden, sobald ein elektronischer Klang mindesten zwanzig Sekunden lang ausgehalten wird.?Tibor Kneif: Rockmusik und Bildungsmusik. In: Wolfgang Sandner (Hrsg.): Rockmusik ? Aspekte zur Geschichte, Ästhetik, Produktion. Schott, Mainz 1977, ISBN 3-7957-2049-4, Seite 141
So beruht der Tangerine Dream-Titel Tangram auf einer minutenlang repetierten Figur über langsam wechselnden liegenden Akkorden.

Akkorde und repetive Figur aus Tangerine Dreams Titel Tangram

?Auf ihrem ersten Album Phallus Dei (1969) trugen sie Amon Düül elektronisch verfremdete Gregorianik-Gesänge vor,, und taten sich schwer mit Rückkoppelungseffekten und biederen Kopien der Pink Floyd-Musik.?Joos, Graves: Rock-Lexikon. Rowohlt, Hamburg 1982, ISBN 3-499-16177X, Seite 28
Die Musik Pink Floyds hatte prägenden Einfluss auf zahlreiche andere Musiker. So greifen besonders Bands aus dem Umfeld des Progressive Rock, wie etwa Yes, ToolDie Musik der Band ist überaus fortschrittlich, packend, atmosphärisch und komplex. Gleiches haben Bands wie Genesis, Yes oder Pink Floyd in den 70er Jahren auch gemacht,, Porcupine Tree, Pure Reason Revolution?Anfang des Jahres haben die Newcomer von Pure Reason Revolution mit ihrem Debüt ?The Dark Third? für Furore gesorgt und Vergleiche mit Pink Floyd wurden angestrengt. Die Presse bezeichnet euch gerne als ?Pink Floyd des 21. Jahrhunderts?. Macht dich das stolz und wie schwer ist es, diesen Erwartungen gerecht zu werden? Ich glaube nicht, dass es viele Leute so sehen. Das Zitat sagte nicht, dass wir wie Pink Floyd sind, sondern eher, dass Pink Floyd, wenn sie heute starten würden, klingen würden, wie unser Sound.? , Rpwl, Solar Project und Pallas?Auch in der Rockmusik gibt es sie noch, die guten Sachen. Bands, die heute aktiv sind und sich auf Vorbilder berufen wie Pink Floyd, Genesis, Camel, ?Emerson, Lake & Palmer? oder Yes, jene Saurier also, denen jede Konzerthalle irgendwann zu klein wurde, weil ihre musikalische Gigantomanie nur noch in Sportarenen ihr adäquates Ambiente fand. Schaut man aber heute etwas abseits ausgetretener Pfade, findet man sie: die Bands, die sich alles das zum Vorbild genommen haben. Sie hören auf Namen wie Pallas, Pendragon, Riverside, IQ oder Flower Kings und kommen teilweise aus rockmusikalischen Schwellenländern, z. B. aus Polen.? Gestaltungsmittel und Stilistiken von Pink Floyd wieder auf. Dream Theater spielte 2005 das komplette Album Dark Side of the Moon live.

Aber auch Gruppen aus anderen Subgenres des Rock, wie beispielsweise Radiohead orientierten sich speziell in ihren textlichen Aussagen an Pink Floyd.

?Auch Radiohead werden nicht selten mit Pink Floyd verglichen, zumal sie ähnliche Themen wie Isolation und Entfremdung aufgreifen, ihre Zivilisationskritik zuweilen wie ein Echo auf Pink Floyd klingt und sie in ihrem Schaffensdrang ebenso gewagt wie experimentierfreudig sind.?
Musiker der New Age Musik wie Vangelis und Kitaro haben sich viel an musikalischer Essenz und Techniken bei Pink Floyd geborgt. So erinnert Kitaros Titel Quasar aus dem Jahr 2006 vom Aufbau her an Pink Floyds Titel Echoes. Das Musikmagazin Downbeat schrieb im Jahr 1988:

?Since 1977, Kitaro has been creating atmospheric space operas full of swirling electronic textures, sweet melodies, synthesizer orchestral arrangements, environmental effects, and a rock ambience straight out of Pink Floyd, circa Ummagumma and Meddle. ?I was listening to a more traditional Japanese feeling,? says Kitaro, "and the other side is more British rock, progressive-rock, Pink Floyd, King Crimson.? Down Beat, January 1988: Of Outer Space, Nature... And The Synthesizer
Die Metalbands Anathema, The Gathering und Tiamat sind ebenfalls von der Musik Pink Floyds beeinflusst.?Wir haben doch immer noch Pink Floyd-Einflüsse. Wenn Du aber die letzten Platten hörst, wirst Du merken, daß diese Einflüsse zurückgehen.? Tiamat nahm 1994 das deutlich hörbar von Pink Floyd inspirierte Konzeptalbum ?Wildhoney? auf. Auch Bands wie Fields of the Nephilim und einige Industrial-Bands haben ihre Wurzeln teilweise in der Musik von Pink Floyd. Die Industrialband Psychic TV hat beispielsweise den Pink Floyd Titel Set Controls for the Heart of the Sun gecovert.

Künstler verschiedener Stilrichtungen coverten eine Vielzahl von Songs. Unter anderem spielten bekannte Bands wie Pearl Jam (Interstellar Overdrive), die Foo Fighters gemeinsam mit Brian May (Have a Cigar), Scissor Sisters (Comfortably Numb), Nightwish (High Hopes), Korn (Another Brick in the Wall), Shadows Fall (Welcome To The Machine) und auch die Bloodhound Gang sowie die Ska-Band The Busters eigene Versionen der Stücke live oder im Studio.

Diskografie
In der Beurteilung der verschiedenen Schaffensphasen der Band gehen die Meinungen stark auseinander. Nachfolgend wird eine grobe Periodisierung versucht.

Psychedelische Phase
Pink Floyd war eine der populärsten Bands des Psychedelic Rock. Die treibende künstlerische Kraft war Syd Barrett. Dies drückte sich vor allem in seinem Songwriting aus.
• 1967 ? The Piper at the Gates of Dawn (Titel des siebten Kapitels von Der Wind in den Weiden)
• 1968 ? A Saucerful of Secrets (Übergang)
• 1969 ? More (Soundtrack)
• 1969 ? Ummagumma
• 1971 ? Relics (Übergang ? Es handelt sich um eine Kompilation mit Stücken der Jahre 1967?1969, die zum Teil nicht auf Alben erschienen sind.)
Die Musik der Band ist in dieser Zeit von psychedelischen Einflüssen der Byrds (siehe den Song Eight Miles High) und Beatles (Revolver und Sgt. Pepper?s Lonely Hearts Club Band) geprägt. Viele Titel des ersten Albums, wie The Gnome, Flaming, oder Arnold Layne stehen noch fest in der Tradition der Beatmusik der 60er Jahre. Bisweilen zeigt sich in Titeln wie Scarecrow oder Bike ein bizarrer musikalischer Humor.Cliff Jones: Echoes ? Die Geschichte hinter jedem Pink Floyd Song 1967?1995, Edition Olms, Zürich, 1996, ISBN 3-283-00339-4, Seite 42 Im Titel Corporal Clegg () ist zum Beispiel ein mit seiner näselnden Melodie und den Beckenschlägen an Geburtstags- bzw. Zirkusmusik erinnernder Teil eingebaut. Modaler Jazz?Auf dem ganzen Album (Anm.: Piper at the gates of Dawn) wird der Instrumentalsound der Band hauptsächlich durch die ?östlichen? Modalimprovisationen von Wrights hallgesättigter Farfisa-Orgel geprägt.? aus Nicholas Schaffner: Pink Floyd ? Vom Underground zur Supergroup. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07526-9, Seite 109 und Weltmusik-Experimente wie von Yusef Lateef oder John Coltrane beeinflussen die Band jedoch zusehends. So basiert beispielsweise das Orgelsolo aus Matilda Mother auf einer phrygisch-dominanten Tonleiter. Titel wie Careful with that Axe Eugene, oder das ebenfalls modale Set the Control for the Hearts of the Sun () mit seinem ostinaten Bass, dezenten Paukenschlägen, und eingestreuten ?Keyboardtupfern?, entfalten eine hypnotische, an arabische und indische Musik erinnernde Wirkung. Harmonisch ist die Musik gewagter als spätere Werke der Band. So überrascht Astronomy Domine () mit der ungewöhnlichen Akkordfolge E ? Es ? G ? A ? E6 ? F ? E6 ? G. Auf dem Album Ummagumma erreichen die experimentellen Ambitionen der Band einen Höhepunkt. Titel wie das atonale Sysyphus, das über weite Strecken aus Geräuschen und vielfältiger koloriender Perkussion bestehende A Saucerful of Secrets, sowie das im Stil der Musique concrète konstruierte Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict verweisen auf die klassische Musik des 20. Jahrhunderts.Aus der FAZ: ?Aber nicht nur diese in die Rock-Gruppe eingeschalteten elektronischen Klangmixturen (Set the Controls for the Heart of the Sun und A Saucerful of Secrets) oder die Verbindung zur Musique concrète mit Vogelgezwitscher, Fußstapfen, Bienengesumm und Motorradgeknatter gelten als Indiz für die Avanciertheit dieser Musik. Auch die Stimmen werden nicht mehr ausschließlich als ?Transportmittel? konkreter Texte eingesetzt, sondern vielmehr in der Art von Cage und Berios Lautkompositionen verwandt.?. Zitiert nach: Paul Sahner, Thomas Veszelits: Pink Floyd ? Elektronischer Rock in Vollendung. Heyne , München 1980, ISBN 3-453-80044-3, Seite 47 Auf More zeigt sich die Band in Titeln wie Green Is the Colour, Cymbaline, und dem im Rahmen des Rockkontextes harmonisch gewagten Cirrus Minor () verstärkt von akustischer Folkmusik beeinflusst.Andreas Heinz Schneider in: ?Krautrock? ? Entwicklung einer eigenen Rockszene in der Bundesrepublik Deutschland an der Wende von den Sechziger zu den Siebziger Jahren im Vergleich zu der angloamerikanischen Rockszene: ?Wenn überhaupt Ende der Sechziger Jahre in der Popmusik vorhanden so ist Pink Floyds ,,Cirrus Minor" ein Beispiel für den zaghaften Versuch, funktionale Harmonik zu durchbrechen: Em, G+, G, C#m7, C 7,Cm 7, H7,Em. (C#m 7 und Cm 7 sind nicht in die Tonart E-moll eingliederbar.)?

Die beiden ersten Single-Veröffentlichungen von Pink Floyd (Arnold Layne und See Emily Play) brachten die psychedelische Neigung der Band nur ansatzweise zum Ausdruck. Es heißt, es habe in den ersten Konzerten einige irritierte Besucher gegeben, aber auch, dass die Band außerhalb Londons vielfach wegen ihrer künstlerischen Musik nicht verstanden und ignoriert wurde.

Programmatische Phase
Pink Floyd entwickelten den für sie typischen ätherischen Klang, der trotz seines ?atmosphärischen Reizes? die Vorbilder der Rock- und Bluesgeschichte nie verleugnet. Meilensteine dieser Phase sind das 23 Minuten lange Stück Echoes vom Album Meddle sowie das ebenfalls 23-minütige Stück Atom Heart Mother aus dem gleichnamigen Album. Die Einzelinstrumente ordnen sich dem Gesamtklang unter, und erlauben sich ?nur selten ein eigenes Profil, und opfern die individualistische Identität einem umgreifenden Klangkosmos.?Paul Sahner und Thomas Veszelits: Pink Floyd ? Elektronischer Rock in Vollendung. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1980, ISBN 3-453-80044-3, Seite 50