Es kann manchmal schneller gehen als eigentlich gedacht oder geplant. Wir alle leben so unser Leben vor uns hin. Arbeiten, Familie, Freunde, Arbeiten und wieder mal etwas Zeit für uns haben. Unser tägliches Leben ist recht ausgefüllt mit ja Alltäglichkeiten. Doch was machen wir wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?
Eine Freundin von mir rief mich vor einigen Tagen an und riss mich aus allen Wolken. Ich kenne sie seit unserer Kindheit, also schon mehrere Jahrzehnte. Wir wohnen nicht so weit entfernt und hören uns einmal die Woche, sehen uns ab und zu und sind ein fester Bestandteil im Leben des Anderen. Sie ist Teil meiner Familie – man teilt die Freunden und auch die schlechten Zeiten des Lebens. Nun ja so rief sie mich an und wollte sich unbedingt mit mir treffen, was mich erst mal nicht stutzig machte.
Wir saßen bei ihr im sonnigen Wintergarten und tranken Tee, sie ließ mich erzählen was die Woche bei mir anlag und worüber ich mich so geärgert und gefreut habe. Als ich fertig war, stellte sie ihre Tasse ab, sah mich an und sagte, dass bei ihr Krebs diagnostiziert wurde. Den Befund kennt sie seit Donnerstag und will, dass ich alle Informationen habe. Ich solle es nicht so ernst nehmen. Der Arzt meinte, es sieht gut aus und nach einem operativen Eingriff sollten die bösartigen Zellen schnell entfernt sein. Es traf mich wie ein Schlag. Ich war und bin immer noch total geschockt. Wie verhalte ich mich jetzt – wie kann ich meine Freundin dabei unterstützen?
Da leben wir einfach vor uns hin, ärgern uns über (eigentlich) Nichtigkeiten. Aber naja in dem Moment sind die Nichtigkeiten ja wichtig in unserem Alltag. Wenn man mit der „Sterblichkeit“ konfrontiert rückt das alles in den Hintergrund. Ich will gar nicht so viel negative Stimmung verbreiten, aber kennt ihr das, dass man manchmal mit solchen Schock-Nachrichten aus dem eigenen Leben gerissen wird und alles in Frage stellt?
Eure Doro
