Für mich waren Frauen während des ersten Viertels meines bisherigen Lebens engelhafte, reine Wesen, geschaffen, das Gute in der Welt aufzubauen und aufrecht zu verhalten, und wir Männer trugen das Böse in uns, was uns immer wieder aufforderte, die Frauen zu Fall zu bringen, zu missbrauchen und auszubeuten.
Dieses Bild, was ich von Frauen und Männern hatte, stammte von meinem religiös verklärten Vater, der nicht einen Handschlag im Haushalt meiner Eltern machte. Meine Mutter saß oft stundenlang weinend in der Küche – ich weiß nicht, weshalb -, und mein Vater wusste keinen Weg, sie zu trösten.
Wieder ein Beweis dafür, dass mein Vater recht hatte.
Als ich die erste weibliche Person in meinem Leben an einigen ihrer nicht von Kleidung bedeckten Stellen, die sie selber freigelegt hatte, streichelte, hielt ich inne, als ich merkte, dass ich körperliche Reaktionen zeigte. Ich war augenblicklich tief in mir der böse Mann, der eben seinen primitiven Gelüsten nachzugehen und sich hierfür einer Frau zu bedienen gedachte.
Erschrocken hörte ich auf zu streicheln.
„Mach weiter“, keuchte sie und atmete schwer. Das brachte mein Frauenbild ein wenig ins Wanken.
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Es soll ja Kinder geben, die von ihren Müttern buchstäblich ins Leben geworfen und dann von den Eltern nur noch physisch über die Runden gebracht werden. Und unter anderen solche, aus denen Kopien ihrer Eltern werden sollen, von Eltern, die selber schon Kopien ihrer Eltern sind.
Natürlich kann jeder seine eigenen Vorstellungen formen und in sein Leben einfügen. Das war auch früher nicht verboten, aber es beschränkte sich vorwiegend auf die berufliche Entwicklung. Das Miteinander zwischen Mann und Frau war durch Religion und kirchliche Institutionen geregelt.
Auch wenn sich gesellschaftlich Vieles geändert hat; was Einfluss auf uns alle ausübt, ein einmal entstandenes Grundbild bleibt wohl bei den meisten von uns bestehen, egal, ob es ausschließlich durch die Straße oder durch Eltern UND Straße geformt wurde. Und wenn sich, wie bei mir, die Straße, die eher eine Gasse war, recht klein und unbedeutend darstellte, hatten eben die Eltern den größten Anteil.
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Mein Idealbild von einer Frau ist längst nicht mehr das eines weiblichen, naiven Dummchens, bei dem sich die Flügel nur zurückgebildet haben, das aber immer noch singend vom Himmel herab schwebt um mich freundlich anzulächeln und den Zeigefinger zu heben, falls ich es mal wieder übertreibe. Und das ich ganz leicht mit einem Lasso vom Himmel zerren und zerstören könnte, wenn ich gierig danach wäre, mit lustverzerrtem Gesicht einen kleinen Teil meines Körper in ihr zu versenken und etwas bei ihr zu hinterlassen, das ihr ganzes Leben entscheident verändern und sie zutiefst verletzen könnte. Wenn ich denn mal wieder triebhaft wäre...
Aber das Grundmuster bleibt.
Frauen haben für mich immer noch „fehlerloser“ zu sein als Männer. Ich möchte mich immer noch an ihnen orientieren. Dafür bekommen sie meinen Schutz, egal wo ich ihnen auch immer begegne.
Aber wehe, sie enttäuschen mich und sind wie ich selbst.
Ich würde Frauen glatt den Reifen wechseln, wenn sie hilflos kopfschüttelnd und mit in die Hüften gestützen Fäusten neben ihren Autos stehen und sich von vorbeifahrenden, männergesteuerten Autos nass spritzen lassen, ohne dies in ihrer Hilflosigkeit zu merken.
Männer würde ich glatt übersehen.
