Raum der Stille
Die Erkenntnis, dass irgendwann die Zeit keine Rolle mehr spielt
Neulich ist eine "entfernte" Tante von uns gestorben. Gut, sie hatte, wie man so schön sagt, ihr Leben gelebt, war über 80 Jahre alt geworden, trotzdem kam es für uns doch überraschend. Sie hatte zu Lebzeiten verfügt, dass sie
eingeäschert werden wolle und dass auch keine Trauerfeier
stattfinden sollte. Stattdessen konnte die Frau oder der Mann von ihr Abschied nehmen, der Wert darauf legte, indem man sie noch einmal im Bestattungsinstitut sehen konnte. Gute Idee, fand ich und auch noch andere, denn auf Trauerfeiern erscheinen manchmal Leute, die nur ganz entfernt in irgendeinem Zusammenhang mit der Person gestanden haben. Hier wurde aber die Spreu vom Weizen getrennt, der es wollte, konnte kommen, und es wurden keine
großen Reden geschwungen, in denen die Verstorbenen nur gute Menschen waren.
Wir verabredeten also mit weiteren Angehörigen eine Uhrzeit des Treffens und fuhren zu der angegebenen Adresse. Auf der
Fahrt dorthin gerieten wir, wie sollte es auch anders sein, in einen Stau. Dementsprechend abgehetzt kamen wir dann auch da an, es reichte aber noch. Wir wurden von einem freundlichen Mitarbeiter des Instituts empfangen und in den Raum geführt, in dem die Tante zu sehen war. Vom ersten Moment an verspürte ich eine fast unerträgliche Stille in diesem Raum, man konnte den Atem der Anwesenden hören, ich glaubte zuerst auch meinen Pulsschlag.
Sie war sehr schön zurecht gemacht, mit Rosenblüten auf ihrer Decke, die Hände gefaltet und viel jünger aussehend. An ihrem linken Armgelenk trug
sie ihre geliebte Uhr, nach der sie als Lehrerin fast ihr ganzes Leben lang gelebt hatte. Aber die Zeit spielte hier keine Rolle mehr, das wurde mir in diesem Augenblick sehr deutlich.
eingeäschert werden wolle und dass auch keine Trauerfeier
stattfinden sollte. Stattdessen konnte die Frau oder der Mann von ihr Abschied nehmen, der Wert darauf legte, indem man sie noch einmal im Bestattungsinstitut sehen konnte. Gute Idee, fand ich und auch noch andere, denn auf Trauerfeiern erscheinen manchmal Leute, die nur ganz entfernt in irgendeinem Zusammenhang mit der Person gestanden haben. Hier wurde aber die Spreu vom Weizen getrennt, der es wollte, konnte kommen, und es wurden keine
großen Reden geschwungen, in denen die Verstorbenen nur gute Menschen waren.
Wir verabredeten also mit weiteren Angehörigen eine Uhrzeit des Treffens und fuhren zu der angegebenen Adresse. Auf der
Fahrt dorthin gerieten wir, wie sollte es auch anders sein, in einen Stau. Dementsprechend abgehetzt kamen wir dann auch da an, es reichte aber noch. Wir wurden von einem freundlichen Mitarbeiter des Instituts empfangen und in den Raum geführt, in dem die Tante zu sehen war. Vom ersten Moment an verspürte ich eine fast unerträgliche Stille in diesem Raum, man konnte den Atem der Anwesenden hören, ich glaubte zuerst auch meinen Pulsschlag.
Sie war sehr schön zurecht gemacht, mit Rosenblüten auf ihrer Decke, die Hände gefaltet und viel jünger aussehend. An ihrem linken Armgelenk trug
sie ihre geliebte Uhr, nach der sie als Lehrerin fast ihr ganzes Leben lang gelebt hatte. Aber die Zeit spielte hier keine Rolle mehr, das wurde mir in diesem Augenblick sehr deutlich.
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