Atomkraftwerke:

 Eine Reflexion

 

 Nach langen Ueberlegungen und dem Versuch die Situation zu analysieren und wenigstens  etwas zu verstehen (moeglichst ohne Gefuehlsaufwallung) komme ich zu folgendem, vorlaeufigen Fazit:Alle deutschen Parteien und = wichtiger - deren Berater - wollen aus der Atomernergie aussteigen. Da besteht ja Einigkeit in Deutschland. Die Frage ist, wie schnell kann oder muss das stattfinden. Das ist fuer einen Laien aber nahezu unmoeglich zu beantworten. Das eine muss behutsam aufgebaut werden, waehrend das andere ebenso behutsam reduziert und dann ersetzt wird.

.Alle unsere Nachbarlaender bauen weiterhin auf AKW, entweder sie bauen neue Kraftwerke oder behalten die alten bei. Ausserhalb Europas dasselbe Vorgehen. Das macht die Frage fuer den Laien nicht einfacher. Es ist ja nicht sehr wahrscheinlich, dass Deutschland die einzig Wissenden sind.

Also, was ist nun wirklich richtig?Durch das Desaster in Japan wurden nun doch noch einmal - besonders in Deutschland - leise Zweifel geweckt. Das Unvorstellbare wurde vorstellbar. (?) Nur  "leise" Zweifel deshalb, weil wohl trotzdem die Meinung der Experten (nicht der Politiker in erster Linie) besteht, dass die deutschen AKWs ausgesprochen sicher sind. Aber das soll nochmals verifiziert werden.

Ich halte daher die Reaktion der Bundesregierung fuer gut und fuer mutig, die Frage nochmals aufzuwerfen. Diese Entscheidung  scheint mir viel besser und mutiger, als zu sagen::"""Nein, hier ist alles bestens okay, einmal entschieden und basta""". Man darf nie vergessen, die Grundlagen fuer Entscheidungen legen in vielen, oder den meisten  Faellen nicht die Politiker, sondern Gremien von Sachverstaendigen. Zumindest wenn das Thema Sachkenntnisse voraussetzt. Das Problem dabei ist ja, "fragst Du 10 Dermatologen - erhaelst Du 10 unterschiedliche Diagnosen"!! Mit anderen Worten, auch Experten kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen und Bewertungen. Wobei in die Bewertungen ja auch diverse psychologische Momente einfliessen. Es waere nun falsch, den Fachleuten gleich unlautere Motive zu unterstellen.

Also komme ich zu dem Schluss:: Ueberpruefung bisheriger Erkenntnisse ja, ggf. Korrekturen vornehmen,  Ausstiegsvorbereitungen ja - zu einem vertretbaren Zeitpunkt und bei der Garantie, dass die Energieversorgung sicher ist und natuerlich auch bezahlbar. Panikmache und politische Spielereien sind zutiefst abzulehnen. Ein solch wichtiges Thema primaer idiologisch anzugehen halte ich fuer falsch. Wobei ich gelernt habe, dass Idiologie und der damit meist vorhandene Fanatismus selten der Wahrheitsfindung dient.

 Nochmals betont, an unseren Grenzen stehen genug AKWs, die weiterarbeiten, ganz dicht bei uns!

Auch wenn ich nicht beurteilen kann, wann der richtige Zeitpunkt fuer das Abschalten ist, so meine ich doch, das dieser Zeitpunkt sachlich und an der Realitaet und den Beduerfnissen unserer Gesellschaft orientiert bestimmt werden muss. Die vehementen Forderungen wie "Ausstieg sofort" sind nach meiner Meinung Unsinn, nicht vertretbar.

 Absolute Sicherheit wird es nie geben. Auch Talsperren sind nicht absolut sicher und koennen viele Tausende Opfer fordern.(Siehe Moehnetalsperre im WK 2) Das gleiche gilt fuer die Deiche an unserer Nordseekueste. Nicht zu vergessen, dass Holland ja zu einem grossen Teil unter dem Meeresspiegel liegt...........! Nicht auszudenken, wenn die Experten sich geirrt haetten und die Natur doch noch etwas "in der Hinterhand" haette!!!!

 Und als grundsaetzliche Anmerkung: Alles und jede Entscheidung  ausschliesslich auf "Profitgier" zu schieben, auf niedere Motive zu reduzieren, ist weder richtig noch angemessen noch hilft es Fragen zu klaeren, bzw. Loesungen zu finden. Ich denke, dass ist einfach dumm.