Bali
Insel der Götter

28.02. – 2.03.08

Ich von denselbigen und meinem Mann verlassen , machte mich also alleine auf die Socken. Was eigentlich falsch ist , da ich keine trage.
Ich als versierte Verreiserin staunte nicht schlecht , als in Düsseldorf angekommen , nicht die übliche Touri - Warteschlange am Check in stand , sondern es verschiedene gab. Kurz infor-miert und angestellt. Da gibt es jetzt PCs , welche nach kurzer Bedienung die Bordkarte aus-spucken , da war die kürzere Schlange. Mir gab er jedoch keine , da ich mein Tauchgepäck deklarieren musste. Also , erneut anstellen ! An diesem Schalter wurde ich dann mein Gepäck los , hatte aber noch keine Bordkarte , diese würde ich erhalten ,wenn ich vorher , wieder an einem anderen Schalter , den Transport des selbigen bezahlen würde.
Lange Rede kurzer Sinn – ich hatte es geschafft.
Flug nach Frankfurt , dann weiter nach Singapore. Die 12, 5 Std . waren recht kurzweilig. Die alkoholischen Getränke an Bord wurden zügig und reichlich ausgegeben , so döste ich die meiste Zeit dahin.
In Singapore 7 Std. Aufenthalt – den Stress einer Stadtbesichtigung wollte ich mir ersparen –also maß ich zu Fuß den Airport mit seinen manigfaltigen Angeboten und Ruheoasen aus.

Dies diente nicht nur der Bewegung , sondern auch der Entwässerung , so stieg ich in den Flieger nach Denpasar mit schlanken Füßen.
Dort angekommen wurde ich bereits von meinem Abholer erwartet , welcher eine Frau suchte und leider zu wenig Geld zum Heiraten hatte , eine Frau mit Geld käme da wohl gelegen.
Mein Trinkgeld schien mir angemessen , hatte ich doch noch nicht genügend Kleingeld um alle Bedürfnisse nach Tip in der gewünschten Form zu befriedigen.
Das Hotel in Sanur war recht nett , jedoch wurden allein reisende Frauen von den Kellnern gerne übersehen , sie machen nicht viel Umsatz. Der Strand Bilderbuch ähnlich und nicht sehr überlaufen.
In Sanur gibt es viele Shops , Restaurants mit Lifemusik und grottenschlechte Wege. Ich kaufte eine indonesische Sim Karte für mein Handy um den daheim gebliebenen die Nach-richt zu übermitteln , das es mir gut geht.
Übrigends gab es in dem Hotel ein Überwinterungsspezial für Senioren. Dieses schien stark von Niederländern und Australiern genutzt zu sein. Soviel zum Thema Deutschland und die Rente.
Am nächsten Morgen wurde ich erneut auf gepickt , um an meinen Bestimmungsort zu gelan-gen.
Mein neuer Fahrer war ein große Schweiger und da es weder Verkehr noch Zustand der Stras-se erlaubten , schneller als 50km/h zu fahren , konnte ich die atemberaubende Landschaft be-wundern. Nach der immensen Anreise von fast 3 Tagen war ich nun im Paradies – ohne A-dam !
Das Pondok Sari bei Pemuteran im Nordosten der Insel liegt mit seinen verträumten Bunga-lows in einem großen tropischen Garten. Entgegen der Beschreibungen im Net fehlte jede Art der persönlichen Begrüßung. An der Rezeption gab mir eine freundliche Frau einen Bon für den Begrüßungscoktail und mein Gepäck und ich wurde von einem Boy zu meinem Bunga-low begleitet.
Dieser wurde meinen Erwartungen gerecht , genau wie der Rest der Anlage. Wer jedoch ein steriles 5 * Hotel mag , ist hier falsch aufgehoben. Das Bad befindet sich blickdicht im Freien und die Bungalows sind aus landestypischem Material mit viel Schnitzereien erbaut.
Also gönnte ich mir dann zunächst 3 Std. Entspannung im ausgezeichneten Spa Bereich um dann meine Koffer auszupacken.
Beim Abendbrot wurde ich freundlich vom Personal begrüßt , welches mir sofort Inselrund-fahrten anbot. Der Rest der Gäste bestand aus Ehepaaren , wobei ich mich nicht des Eindru-ckes wehren konnte , das der weibliche Teil dieser mich feindlich anblickten.
Spannend wurde es, als einige jüngere Taucher dazukamen um ihr Taucherlatein los zu wer-den. Als jemand von einer alten Dame von Anfang 40 sprach , welche in Ägypten wohl tau-chen wollte , habe ich gedacht : geh ins Bett , mit fast Mitte 50 kommst du zum Sterben nach hier !
Am nächsten Tag nach dem Frühstück gab ich meinen Körper der Sonne preis und badete ihn im 28 Grad warmen Wasser. Meine Haut sagte dann genug und ich marschierte los , die Um-gebung zu erkunden.
Die Turtlefarm erwies sich als Fischzucht , da ich wohl falsch abgebogen war. An Ferkeln , Ziegen , Kühen und anderem Getier vorbei erreichte ich die Strasse. Na, walke ich so vor mich hin , kommt mein netter Kellner aus dem Hotel angeknattert. Er habe Day off und wolle mir Tempel zeigen. Ich also mutig aufs Moped hintendrauf und los ging es- bei Linksverkehr einfach nur abenteuerlich.
Nach dem 1. Tempel war ich rucksacklos und mein „ Mann „ managte alles. Fielen mir doch schlagartig die Beschreibungen meines Arbeitskollegen ein , welcher in Thailand Urlaub macht : er sucht sich eine Frau , diese bekommt die Geldbörse mit dem Tagesgeld und regelt alles. Mensch , so was hatte ich jetzt auch , nur wie komme ich aus der Nummer wieder raus ?
Gerüchteweise sollen australische Frauen nach Kuta kommen und sich solche Männer suchen – auch für die Nacht !
Gut , das ich noch einen Termin im Spa hatte . Also verabschiedete ich mich freundlich und gab Trinkgeld , damit er bald eine balinesische Frau findet.

Übrigends hat jedes Dorf 3 wichtige Tempel : den Ursprungstempel , den für Ratsversamm-lungen und den Todestempel.


07.03.08 Nyepi

Im Hotel habe ich nun mittlerweile nette Kontakte geknüpft , war zum Tauchen und habe schon meine theoretische Prüfung im Nitrox Brevet gemacht. An einer Führung durch Pemu-terans Handcraft Werkstätten nahm ich auch teil , welche sehr interessant war und in das Le-ben der Balinesen einblicke gewährte. Diese sind ein sehr freundliches Volk , welches gerne fotografiert wird. Jeweils 6 Familien in diesem Dorf teilen sich einen Brunnen zur Brauch-wasserversorgung , Trinkwasser wird in ca. 1 km Entfernung geholt. Wie das mit der Toilette funktioniert , wagte ich nicht zu fragen .
Gestern wurde von Jason , einem Tauchlehrer der Basis ein landestypisches Spanferkelessen organisiert und dem Arrak wurde gut zu gesprochen. Überall wurde das balinesische Neujah-resfest mit Zeremonien und Umzügen festlich gekleideter Menschen begangen.

Heute nun ist Nyepi , der Tag der Stille. Die Balinesen sind ein mystisches Volk und sehr mit „ Aberglauben „ behaftet.
Sie bleiben im Haus , benutzen keine Elektrizität und verhalten sich ruhig , damit die bösen Dämonen denken , die Insel sei unbewohnt und weiter ziehen. Sogar der Flughafen bleibt geschlossen , auf der ganzen Welt wurden Flugpläne deshalb umgeschrieben.
Im Resort gab es einige Einschränkungen , welche ich angenehm empfand und mich des Ein-druckes nicht erwehren konnte , den anderen Gästen auch.
Nun sitze ich bei Kerzenschein auf meiner Veranda und lasse diesen schönen Tag der Stille ausklingen.

11.03.08
Heute nun machten wir uns auf , etwas mehr von Bali und seinem Volk zu erfahren.
90% sind praktizierende Hinduisten und ihr Leben wird von täglichen kleinen Zeremonien und allen möglichen anderen geprägt. Die religiösen Riten stellen die ethnischen Leitlinien dar und begleiten die Menschen von der Geburt bis zum Tode. Meist wird vor dem Bau eines Hauses erst der Haustempel gebaut. Je nach Vermögen des Besitzers ist dieser von prunkvoll bis einfach aus Holz hergestellt.
Von Pemuteran ging es zunächst nach Sangsit , wo wir einen landestypischen Markt erkunden durften. Natürlich sind die Gerüche nicht für europäische Nasen geeignet , jedoch beeindruck-te uns die Vielfalt der feilgebotenen Ware und das bunte Durcheinander. Wie üblich , wurden wir auch hier sehr freundlich und nicht aufdringlich empfangen. Dort erstanden wir 1kg der schmackhaften „ Schlangenfrüchte „ , auch Sala genannnt.
An atemberaubend schönen Reisterassen vorbei ging es dann weiter bergauf durch das Gebiet Munduk . Neben der Strasse hielten sich Affen auf und warten auf Gaben. Da diese jedoch recht aggressiv bei der Nahrungssuche sein können , hielten wir nicht an , und vorbei ging es zu den Wasserfällen von Git Git.
Gut , das wir unsere festen Schuhe eingepackt hatten , der Pfad dorthin war mehr als abenteu-erlich. Vorbei an Papaya -,Nelken , Vanille –Kaffeebäumen und vielem mehr gelangten wir heile unten bei den Wasserfällen an , wo es sogar ein WC gab.
Uns begegneten Frauen , welche mit Körbe auf den Köpfen unterwegs waren und teilweise sogar Mopedfahrer , die sich auf diesen halsbrecherischen Pfaden im Cross fahren übten.
Etwas außer Atem gelangten wir bei unserm Auto an , als just in diesem Moment ein Regen-schauer niederprasselte. Am View der Seen Lake Tamblingan und Buyan angekommen , schien fast schon wieder wieder die Sonne . Wir schossen unsere Fotos und erstanden noch Gewürze , wie so oft in fremden Ländern darf auch hier das Handeln nicht vergessen werden.
Am Ufer des Lake Bratan steht der Tempel Jalan Keluar , welcher in einem großen Park mit Blumen angelegt ist. Leider konnten wir nicht in alle Bereiche , da gerade eine Zeremonie statt fand. So konnten wir aber als Zaungäste einige Eindrücke mitnehmen. Das Mittagessen nahmen wir in einem Touri Restaurant ein , welches in Buffetform viele gute landestypische Speisen darbot.
Gestärkt fuhren wir weiter, an Blumenfeldern vorbei , durch Orte mit hunderten von kleineren und größeren Tempeln nach Ubud. Dieses ist ein Städtchen , welches in verschiedene Bezirke ( Vororte )aufgeteilt ist, nach der dort hergestellten Ware. Wir schafften dann zwei Schnitze-reien und waren beeindruckt , mit welch primitiven Werkzeugen die tollsten und teilweise filigranen Figuren geschnitzt werden. Auch gab es riesige Skulpturen , welche angeblich von Europäern gekauft und dann per Schiff als Frachtgut geliefert werden. In einer Stofffabrik konnten wir beim Spinnen , Weben und Batiken zu sehen und natürlich handgenähte Stücke mit Festpreisen kaufen. Ich sah mir noch ein Silbergeschäft an und wünschte mir etwas mehr Zeit. Ich denke , alleine in Ubud kann man einen Tag verbringen.
Waren wir noch immer nicht satt vom Sehen und Staunen , wollten wir den Weg zurück am Lake Batur nehmen. Das mittlerweile schlechte Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. In 2000m Höhe war dichter Nebel, so fuhren wir durch Regen den gleichen Weg retour.
Im Prinzip ist Bali nicht so riesig und wir legten auch keine Entfernungen zurück, jedoch auf Grund der Straßenverhältnisse und des Verkehres geht es nur langsam voran. Es gibt hier vie-les zu bestaunen , wer mehr erleben will , sollte 3 bis 4 Tage Rundreise einplanen.


12.03.08 -18.03.08

Diese Tage verbrachte ich mit Tauchen und Sonnenbaden. Zwischendurch gab es schon mal kurze und heftige Regenschauer. Besonders gute Tauchplätze gibt es vor der Insel Menjan-gan ( Hirsch ) , welche zur Hälfte Naturschutz - und Militärgebiet ist. Angeblich sollen schon Hirsche schwimmend im Wasser angetroffen worden sein. Wir haben jedoch nur eine Delfin-familie beobachtet.
An einem Abend kam eine Tanzgruppe , welche nach Gamelan Musik tanzte .
Reizvoll anzusehen , die prächtigen Kostüme , zierlichen Figuren mit den ausdrucksvollen Bewegungen.

Am Abend verzehrte ich gerne in einem der kleinen Warungs ( Restaurants ) mein Mahl. Es kostet zwischen 1,80 – 3,00 € .Im Angebot viel Chicken und Meeresfrüchte , weniger Beef und gar kein Pork .Das einheimische Bier „ Bintang „ kostet 2,20 € und 1 Wasserglas Arrak 3,00 € Tax includet. Im Hotel ist es etwas teurer , dort kommt dann eine Tax von 20 % drauf.
Der balinesische Wein ist gut und meist Halbtrocken bis Trocken. Die Kunst des Weinanbau-es und Keltern ist schon lange Tradition auf Bali. Die Flasche Wein kostet ab 7,00 € bis 17 €. 1 Packung Marlboro bekommt man für 0,80 Cent.
Landeswährung ist die Rupia und nach dem Wechseln ist man Milliönär. Der Kurs schwankte zwischen 1.390.000 und 1.310.000 R für 100 €

19.03.08

Heute machte ich einen Ausflug nach Gilimanuk , wobei ich mich an die richtige Strassensei-te stellte und ein Bus anhielt. Auf Nachfrage für er auch dahin , wo ich hin wollte. Kostet für Einheimische die Fahrt 10.000 Rupia sollte man als Tourist das Doppelte rechnen.
Dort ist auch die Bucht Secret Bay , in der sich unter Müll die sonderbarsten Meeresbewohner tarnten .Tauchausflüge dorthin wurde von der Basis angeboten.
Die Fähre nach Java geht ebenfalls von dort.
Hier gab es einige Shops , wo ich für wenig Geld die Mitbringsel kaufen konnte.
Die Rückfahrt verlief etwas spektakulärer , war dieser Bus relativ voll und beladen mit diver-sen Waren der Insassen. So kletterte ich buchstäblich über „Tisch und Stühl „ nach hinten auf einen freien Platz. Eigentlich froh darüber , das die Leute nicht vom Hühnermarkt kamen.

20.03.08

Abreise !
Der Himmel weint und ich auch. Die Fahrt war wieder abenteuerlich , stürtzte das Wasser nur so von den Bergen. Teilweise waren die Strassen überflutet und vormals kleine Rinnsale wa-ren reißende Flüsse.
In den Bergen gab es kleinere Erdrutsche , die zu umfahren waren.

Im Flughafen dann die nächsten Überraschungen. Mein quietschgelber Koffer erregte wohl die Aufmerksamkeit des Sicherheitsdienstes , so das dieser einem Check unterzogen wurde. Man fand 1 Flasche Arrak , jedoch umgefüllt in eine Plastikflasche wegen des Gewichtes. Diese durfte Bali nicht im Koffer verlassen , da sie auslaufen könne. Ansonsten war alles o.k. und ich bekam den Aufkleber.
Beim einchecken die nächste Überraschung. Trotzdem ich viele schwere Sachen ( Bücher , Schuhe , Reiseapotheke , Kosmetikartikel , Regenjacke und T-Shirts ) verschenkt hatte , 5 kg Übergewicht ! 5kg , ich konnte es nicht glauben ! Was es denn koste ? 241 Dollar gab mir die freundliche Stewardess zu verstehen. Also ich wieder Koffer auf , meine Lungenautomaten herausgenommen und im Handgepäck verstaut. Dann stimmte das Gewicht.

Zügig , mit kurzen Zwischenaufenthalten ging es nach Hause – wo ich am 21.03.08 mit Re-gen begrüßt wurde.
Und bestimmt war ich nicht zum letzten Mal auf dieser schönen Insel.

Hier noch ein paar Infos zu Indonesien :
Es ist der größte Inselstaat der Welt und umfasst ca. 1750 Inseln von denen 1/3 bewohnt ist. Mehr als 50 % der Bevölkerung lebt auf Java und hat vorwiegend den islamischen Glauben. Jakarta , die Hauptstadt hat 18 Mill. Einwohner und liegt ebenfalls auf Java. Die Inseln liegen südlich und nördlich vom Äquator und verteilen sich auf einer Strecke von fast 2.000 km zwi-schen dem Indischen und Pazifischen Ozean.
Und , man staune , Indonesien zählt zu dem größten Regenwaldgebiet der Welt.

Bali nun hat 3,5 Mio. Einwohner ist 150km lang und 95 km breit , natürlich nicht im Viereck.
Das Klima ist tropisch mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der Monsum bringt von November bis März viel Regen , wobei es im Süden der Insel und in den Bergen mehr Niederschlag gibt , als im Norden. Die Berge Balis sind meist vulkanischen Ursprunges und der Sitz der Götter ! Der höchste ist der Gunung Agung mit 3140m.
Die Flora ist üppig und abwechslungsreich , wobei ich mich da nicht so auskenne und ledig-lich die Pracht bewundere.
Fauna : Außer verschiedenen Vögeln, Gekkos oder Eidechsen sind mir beim Herumwandern keine gefährlichen Wildtiere begegnet. Soll es doch auf Bali Schlangen , Warane , Wild-schweine und einiges mehr an Getier geben. Und so richtig wildlebende Affen – auch keine gesichtet. Nur die bettelnden an der Strasse.
Sehenswürdigkeiten :
Die Tempel mit seinen Festen
Verschiedene Landschaftsformen
Ubud mit seinen Künstlern
Botanische Gärten , Naturschutzgebiete
Wasserpaläste
Elefantenhöhle
Klung Klung ( ehemalige Hauptstadt und Region )

Und noch etwas :
Sitten und Gebräuche achten !
Keinem Gläubigen die Fußsohlen zeigen , nichts mit der linken Hand geben. Tempel ange-messen gekleidet betreten und achten , was man dort fotografiert.
Bevor ich Menschen mit meiner Kamera anvisierte , tat ich mit Gesten meine Absicht kund und bin nicht auf Ablehnung gestoßen , auch wollte niemand Geld dafür .