Ein kleiner Schritt

Ich sitze im Zug - die Sonne geht auf,
bin traurig, weil ich`s nicht spür.
Das Schicksal es nimmt wohl seinen Lauf,
ich wollte so gern zu dir.

Vergangenheit ist`s - es tut noch weh,
doch ändern kann ich es nicht.
Ich blicke zum Himmel - was ich das seh,
ist Farbenpracht und viel Licht.

Noch immer die Zweifel und auch der Schmerz;
sanfter Wind streift mein Gesicht...
Ein Paar vor`m Zug berührt mein Herz;
sie sehen den Einstieg nicht.

Beide blind und ängstlich dazu,
ein Hund soll für sie seh`n.
Sie wollen hinein - dort finden sie Ruh,
doch der Hund er will nicht geh`n.

Er hat Angst und wehrt sich sehr,
ich helfe dem Mann hinein,
den Hund tragen - da ist er zu schwer,
die Frau steht draußen allein.

Sie sagt ihrem Mann : Fahr alleine weg,
schöne Tage wünsche ich dir,
der Hund will nicht rein - es hat keinen Zweck,
Gedanken mache ich mir.

Ich steige aus und hocke mich hin,
ganz sanfz rede ich auf ihn ein,
treu schaut er mich an, es macht wohl Sinn
nehm die Leine und steige hinein.

Er zögert kurz - doch vertraut er mir auch,
er spürt wohl , ich mein es nur gut.
Schon steigt er ein, ich kraul ihm den Bauch,
so fasste er neuen Mut.

Nun half ich der Frau - sie weinte ganz leise,
ich gab ihr die Leine in die Hand,
sie sagte nur es sei ihre erste Reise,
es ist alle unbekannt.

Ihr Mann nahm sie ganz sanft in den Arm,
sie will mir danken, doch ich sah nein!
Ich spüre ihr Glück und mir wird ganz warm,
was kann denn schon schöner sein?

Geholfen zu haben - eine Angst überwunden,
Der Tag wird auch ohne dich schön.
Ich hab meine Ruhe wiedergefunden,
kann wieder nach vorne seh`n.

geschrieben von Katrin koala