Ich habe schon über mich geschrieben, mir wurde oft abgeraten, dies zu tun. Ich weiß, die mir davon abraten meinen es nur gut mit mir, versuchen mich zu schützen vor denjenigen, die mich aufgrund der Artikel, aufgrund meiner Offenheit verletzen können. Meine Offenheit zu unterdrücken, die ich vor Jahren in der Selbsthilfegruppe für Angehörige alkoholkranker Menschen erst mühsam erlernen musste, das kann ich nicht und ich weiß auch nicht, ob ich das will. Nun gut, dann muss ich damit leben, dass jetzt einige meinen „die Nika, die hat doch ne Schraube locker, die ist exaltiert, egozentrisch, heute so und morgen so, die Nika fängt das rödeln an etc.“. Außerdem denke ich, wenn ich hier darüber schreibe, dann findet sich bestimmt der eine oder andere, dem es ähnlich gegangen ist, oder ein anderer erkennt, oh, so fühle ich mich auch, vielleicht sollte ich mal mit einem Arzt darüber reden. Denn von alleine wird es nicht besser, nur schlechter.
Wieder andere werden jetzt denken, oh je, jetzt schreibt die schon wieder da drüber. Ich hab hier jedoch nirgends ein Verbot gelesen über das zu schreiben was ich möchte, was mir ein Anliegen ist, auch in den AGB habe ich nichts darüber gefunden.
Ausgebrannt sein, Burn Out, ja ausgebrannt, so fühlt man sich, es fehlt die Kraft zum leben. Du willst arbeiten, du schaffst es nicht
Hinzu kommen, Lustlosigkeit, auch zu Dingen die dir früher Spaß machten, fehlt dir die Lust. Gereiztheit, bei jeder Kleinigkeit explodiert du. Oft hast du das Gefühl versagt zu haben. Das Leben erscheint so sinnlos. Du schaffst dein Arbeitspensum nicht mehr, bis den Anforderungen einfach nicht mehr gewachsen. Auch nach 8 Stunden Schlaf fühlst du dich immer noch müde, eigentlich ist bist du permanent müde und erschöpft. Auch Urlaub bringt keine wirkliche Erholung. Manchmal kannst du nicht einschlafen, dann liegst du da und grübelst, über vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges. Du ziehst dich von allem zurück, Bekannten, Freunden, Kollegen, gehst in die Isolation. Du kannst dich nicht mehr konzentrieren.
Ich, die immer viel gelesen hatte, war nicht mehr in der Lage mehr als 3 Seiten von einem Buch zu lesen und wusste dann nicht einmal mehr, was ich grade gelesen hatte. Auch früher hatte ich schon hin und wieder einmal einen depressiven Zustand, kurzzeitig, der verging wieder. Jetzt verging er nicht mehr. Stimmungsschwankungen im Minutenwechsel von es ist alles sinnlos bis oh ja, toll, das schaffe ich.
Du gehst zum Arzt, lässt dich krankschreiben, klagst über Magenschmerzen, Kopfschmerzen und was weiß ich noch. Du willst einfach nur ausruhen. Es hilft nichts. Die Kollegen sagen, ach, ist die schon wieder krank, fühlen sich im Stich gelassen, weil so viel Arbeit nun geschafft werden muss, früher von 4, jetzt von 3, weil, du bist ja schon wieder ausgefallen.
Der Chef fragt, „was ist mit ihnen los, solche Fehler haben sie früher nie gemacht ?“ Und da ist sie wieder, die Angst zu versagen und du quälst dich weiter.
Das alles kommt nicht von heute auf morgen, die Entwicklung ist schleichend.
Wie oft hört man, jetzt reiß dich doch zusammen. Und man versucht es. Immer wieder, immer wieder, bis nichts mehr geht. Bis du dir selbst sagt, hier und nicht weiter und dir fachliche Hilfe suchst.
Da bin ich mittlerweile angekommen, bzw. da bin ich vor einiger Zeit angekommen.
Text: Nika Nachtwind
Bildquellenangabe: Maria Lanznaster / pixelio.de
