Ein unvergessliches und romantisches Tète à Tète

Es ist frühmorgens, Samstag der 17. Januar.
Der Tag beginnt vielversprechend zu werden.
Es ist noch klirrend kalt draussen – auf den Baumwipfeln, Strassen und Wiesen liegen etwa 30 cm Neuschnee.
Es ist sternenklarer Himmel, keine Wolke zu sehen, die Luft ist rein und frisch.

Heute ist ein ganz besonderer Tag

Ich habe mit uns Beiden etwas ganz Besonderes vor.
Zwei Tage ganz allein für uns – an einem besonderen Ort, abseits der Hektik – zu geniessen

Ich bin noch an den Vorbereitungen, als die Nacht in den Tag übergeht, die ersten Sonnenstrahlen erscheinen über den Hügeln und tauchen die Landschaft in ein Märchenreich. Einfach ein wunderbarer Anblick, die verschneite Natur in der Morgendämmerung.

Ich trinke einen Kaffee und geniesse die noch morgendliche Ruhe – dabei schweifen meine Gedanken ab, zu Dir und ich frage mich, was meine Liebste gerade jetzt tut – schläft sie noch oder ist sie auch schon beim Kaffee trinken und freut sich auf die kommenden Ereignisse ?

Ich habe Dir noch nicht verraten, was wir tun werden – es soll eine Überraschung sein – nur soviel, dass wir Beide zusammen wegfahren und erst am nächsten Tag wieder zurückkommen werden.

Meine Sachen sind bereits gepackt – Koffer und Taschen stehen bereit.
Nun mache ich mich ans Einladen ins Auto und fahre los, um die letzten Einkäufe zu tätigen.
Um diese Zeit ist nicht so viel Hektik in den immer noch weihnächtlich getrimmten Geschäften – und so komme ich rasch und zügig voran.
Bei all meinen Tätigkeiten schweifen meine Gedanken immer wieder zu Dir, mein Schatz und ich frage mich, ob Du Dich auch so sehr auf die kommenden Ereignisse freust, wie ich selbst, nämlich wie ein Kind, das gerade am Auspacken von Geschenken ist.

Inzwischen ist die Zeit weiter vorangeschritten – die Hektik beginnt zu „erwachen“ – immer mehr Menschen sind auf den Strassen anzutreffen.
Nun wird es langsam Zeit, die Gegend zu verlassen und Dich abzuholen für die Fahrt zum etwas aussergewöhnlichen Tète à Tète.

Nach kurzer Fahrt ist mein erstes Etappenziel erreicht – ich stehe vor Deiner Haustür.
Du hast mich bereits heranfahren gehört und stehst nun, erwartungsvoll lächelnd und mit strahlenden Augen unter der Haustür, um mich zu empfangen und mich zu einem Kaffee herein zu bitten.
Wir umarmen uns stürmisch und streicheln uns gegenseitig liebevoll übers Gesicht und das Haar.
Du hast auch schon gepackt, Dein Köfferchen mit dem Notwendigsten steht im Flur bereit.
Es duftet so herrlich in Deiner Wohnung – einerseits nach frischem Kaffee, andererseits nach Deinem Lieblingsparfum – das mich immer wieder fasziniert, in der Nase kitzelt und in mir ein unheimlich zärtliches und sehnsüchtiges Verlangen hervorruft.

Schnell trinken wir unseren Kaffee, wechseln ein paar liebe Worte, küssen uns – und dann müssen wir auch schon los.

Die etwas längere Fahrt in die Berge verläuft problemlos, der Verkehr ist noch relativ schwach und wir kommen gut voran.
Während der Fahrt wechseln wir nur wenige Worte, jeder hängt seinen Gedanken nach – wir schweigen in tiefer Übereinstimmung – wir spüren, dass die Stille uns gut tut – und wir fühlen aber auch, dass wir beide uns sehr auf die kommenden Stunden freuen.

Nach einem Zwischenhalt und einem stärkenden Mittagessen in einem Landgasthof erreichen wir unser Ziel – eine einsame, abgelegene Waldhütte in den Bergen – kurz nach Mittag.

Eine wunderschöne, alte Holzhütte, direkt am Waldrand stehend, schlicht und einfach eingerichtet wartet auf uns Liebende.

Vor einigen Wochen habe ich sie extra für dieses Ereignis angemietet.
Schnell machen wir eine Besichtigungstour.
Sie besteht aus einer Wohnküche mit Holzherd, der zugleich als Wärmespender dient, einem kleinen, aber kuscheligen Schlafgemach, einem kleinen Abstellraum und einem altertümlichen Örtchen, der den Namen wirklich verdient. Es besteht aus einem sogenannten „Donnerbalken“, mit Holzdeckel etc.

Die Räume sind sehr klein, aber gemütlich und romantisch eingerichtet, es gibt kein Licht, keinen Strom und keine andere Heizmöglichkeit als nur den alten Holzofen – Holz dazu liegt jedoch gleich hinter der Hütte.
Als Lichtquelle dienen grosse und kleine, alte Petrolfunzeln und Kerzen in grossen Mengen.

Eine richtig romantische und wie für uns geschaffene kleine Welt – hier am von jeder Zivilisation entfernten Waldrand – in den Bergen.
Wir sind beide begeistert von der Athmosphäre, die in diesem kleinen Paradies herrscht – und schon liegen wir uns in den Armen und freuen uns königlich und erwartungsvoll an dem, was noch alles kommen mag.

Erste Priorität hat nun die Heizung. Mit raschen Griffen lege ich ein paar Holzscheiter in den grossen Holzofen, zünde an – und schon flackert ein Feuer, das rasch eine wohlige Wärme in der kleinen Bude ausbreitet.

Gemeinsam holen wir die nötigen Sachen aus dem Auto – Lebensmittel, Koffer, Bettzeug, Getränke usw., bis alles in den Räumen verstaut ist.

Zusammen erledigen wir nun die ersten Handgriffe für Gemütlichkeit – Betten beziehen, Lebensmittel verstauen, Getränke in den „Kühlschrank“ – einer kleinen, gedeckten Ecke hinter der Hütte, die genügend kühl ist, um darin verderbliche Waren zu lagern.

Noch ist es hell draussen, die Sonne scheint durch die Fenster, nachdem ich die Läden zurückgeschlagen habe, und verhilft noch zusätzlich zu molliger Wärme hier drin.

Jetzt ist es Zeit für einen Kaffee – eine Pfanne wird auf die heisse, gusseiserne Herdplatte gestellt, mit genügend Wasser gefüllt – und schon nach wenigen Minuten kocht es und wir können unseren ersten, „handgemachten“ Kaffee hier trinken.
Dabei plaudern wir ungezwungen, sind fröhlich, scherzen, küssen und umarmen uns wie zwei frisch Verliebte.
Es ist einfach wunderschön und wir geniessen die Zweisamkeit – abseits von Hektik und Turbulenzen.

Inzwischen ist es später Nachmittag geworden – in der Zwischenzeit waren wir noch dick vermümmelt draussen im Schnee und haben uns eine feucht fröhliche Schneeballschlacht geliefert, uns sogar einen Schneemann gebaut. Das war lustig und hat uns viel Spass gemacht.
Es herrscht absolute Ruhe hier – nur vereinzelt hört man in der Ferne ein heiseres Hundegebell und hie und da ist der Ruf eines Waldkauzes zu hören.

Uns beide packt irgendwie der Hunger – uns knurrt schon der Magen und deshalb beginnen wir zu kochen. Die grossen Buchenhölzer, die gelegentlich nachgelegt werden müssen, haben eine echt mollige Wärme in der ganzen Hütte verbreitet – es ist urgemütlich hier. Die getäferten Wände, die alte Holzbalkendecke sowie der gebohnerte Holz-Riemenboden geben den Räumen einen gewissen Touch von Nostalgie, die uns wehmütig an unsere Kindheit erinnert.

Wir machen uns gemeinsam an die Zubereitung des Nachtessens – wie wir überhaupt alles gemeinsam tun. Es ist genügend Platz in der kleinen Küche mit dem grossen Holzofenherd, in dem ein fröhliches Feuer knistert. Ausserdem sind wir uns dabei immer sehr nah’ und immer wieder unterbrechen wir kurz unsere Tätigkeit für eine innige und liebevoll zärtliche Umarmung und ein paar feurige Küsse. All dies beflügelt uns in dem Streben nach einem wirklich harmonischen, ungetrübten, ungestörten und fröhlichen Zusammensein.

Du fängst mit der Zubereitung der Vorspeise an – Feldsalat mit Ei und Croutons sowie einigen vorgebratenen Speckstreifen.
Ich schäle die Kartoffeln, schneide sie in Würfel, lege sie in den Topf, giesse bereits kochendes Wasser darüber und füge Salz dazu.
Dann wird das ganze auf die heisse Herdplatte gestellt.

Die zuhause schon über Nacht in Wasser eingeweichten, gedörrten Bohnen kommen jetzt auch in einen Topf, werden gewürzt und ebenfalls auf den Herd gestellt.

In einem grösseren Topf, den wir schon einige Zeit vorher auf dem Herd stehen hatten, kocht ein geräucherter Rollschinken – dessen Duft steigt bereits empor und verbreitet einen Appetit machenden Geruch.

Währen wir gemeinsam am Kochen sind, da reden wir auch viel miteinander über dies und das, wir lachen viel und zwischendurch genehmigen wir uns auch mal einen Schluck Rotwein.

Draussen und vor allem hier in der gemütlich warmen Hütte ist es inzwischen dunkel geworden. Alle zur Verfügung stehenden Petrolfunzeln sind schon seit einer gewissen Zeit in Betrieb genommen worden. Sie verbreiten ein gedämpftes und warmes Licht – aber doch genügend, um kochen zu können.

Es ist praktisch alles zubereitet, der Schinken, die Bohnen und auch die Kartoffeln brauchen noch ein paar Minuten.

In dieser Zeit machen wir es uns an dem von Dir zubereiteten Salat gütlich.
Er schmeckt wunderbar und stillt unseren ersten Hunger.
Dann schneide ich den Schinken auf, während Du die Kartoffeln und die Bohnen anrichtest.

Nun wird es so richtig gemütlich bei uns. Ein wunderbar schmeckendes und dampfendes Gericht steht auf dem Tisch – wir greifen zu und lassen uns alles schmecken. Dazu gehört natürlich auch der feine, französische, aber nicht allzu schwere Rotwein.

Als Zugabe zu den feinen Köstlichkeiten erklingen aus dem mitgebrachten CD-Player mit Batteriebetrieb die wunderbarsten Melodien und Lieder.

Alles ist so herrlich romantisch und wunderschön – wir wünschen uns, dass es nie aufhören möge. Jede Minute, sogar jede Sekunde wird ausgekostet, so als hätten wir nur noch heute zu leben.

Ich spüre, dass Du dabei sehr glücklich bist – man sieht es an Deinen leuchtenden Augen und den rötlich angehauchten Wangen an.
Immer, wenn wir uns anschauen, sehe ich in Deinen Augen ein frohes Glitzern und manchmal, wenn wir uns einen innigen Kuss geschenkt haben, meine ich sogar, darin eine gewisse, verräterische Feuchtigkeit zu entdecken.
Und sogleich muss ich Dich wieder an mich drücken und liebkosen, Dir über Dein liebliches und glückliches Gesicht streicheln – es ist einfach unbeschreiblich schön.

Für den gemeinsamen „Abwasch“ ist bereits selbst mitgebrachtes Wasser vorbereitet. Ich spüle und Du hilfst mir beim Abtrocknen des Geschirrs.
Die Resten der Mahlzeit verpacken wir in mitgebrachte Tupperware und stellen sie an die Kälte.

So, das wäre auch geschafft ! Inzwischen ist es finsterste Nacht geworden, nur unsere Funzeln schenken uns ein wohliges Licht.

Gemeinsam beschliessen wir, etwas an die frische Luft zu gehen und zu dem etwa 2 km entfernten Dorf zu marschieren. Wir vermümmeln uns wieder und dann gehen wir los, Du hakst Dich bei mir unter – wir geben einander schön warm und so gelangen wir nach ca. ½ Stunden ins Dorf.
Unser Weg ist ein eigentlicher Rundgang, er führt um das Dorfzentrum herum und dann wieder zurück zu unserer Hütte.
Es ist sternenklare Nacht und ziemlich frostig. Durch den Schnee auf dem nicht gepfadeten Weg schreiten wir munter durch den Wald. Unsere Schritte knirschen so herrlich romantisch im Schnee.
Gelegentlich stehen wir still und lauschen der tiefen Ruhe, die in der Luft liegt. Zwischen den Baumwipfeln hindurch sieht man die Mondsichel leuchten und einzelne Sterne funkeln – ein Zeichen der Liebe.
Es ist einfach wunderschön, einzigartig und sehr geheimnisvoll, mit Dir durch den stillen Wald zu schreiten. Erneut staunen wir über unsere Zuneigung und Liebe zueinander und freuen uns sehr darüber. Ein paar Mal bleiben wir wieder stehen und umarmen uns – nun aber immer heftiger.

Schliesslich kommen wir wieder bei unserer Hütte an, völlig erschöpft und ausser Atem. Der Marsch hat uns mehr angestrengt, als wir vermutet haben.

Dich setze ich drin gleich auf’s Sofa, während ich uns noch einen Kaffee aufgiesse. Wir haben auch noch keine Nachspeise gehabt – das wird nun nachgeholt.
Während das Kaffeewasser kocht, schneide ich den zuhause gebackenen Kuchen – eine Linzertorte – an.
Gemütlich sitzen wir nun in der Ecke bei Kaffee und Kuchen.
Immer wieder begegnen sich unsere Blicke, in denen viel Zärtlichkeit liegt, es knistert zwischen uns, wenn unsere Hände sich voller Sehnsucht berühren und schliesslich liegen wir uns auf der Couch in den Armen.
Dein Kopf liegt an meiner Brust – Du hörst meinen Herzschlag und ich den Deinen.
Die Hände berühren und streicheln sich gegenseitig – der Austausch von Zärtlichkeiten, gestreichelt, geküsst oder in liebevolle Worte gehüllt, nimmt immer mehr zu.
Wie auf ein inneres, in gegenseitigem Einvernehmen gegebenes Kommando, stehen wir auf – ich nehme Dich an der Hand und ziehe Dich sanft weg in Richtung Schlafgemach.
Dort empfangen uns die wohl duftenden Betten und
laden zum Ruhen ein.
Was sich dort dann noch sehr intim, liebevoll und zärtlich abspielt – darüber schweigt nun des Schreibers Höflichkeit ! - (kann aber angefordert werden)
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Am andern Morgen
Wir haben herrlich und völlig entspannt geschlafen – ich sehe, Du schaust so richtig verklärt aus, ein Bild zum Malen.
Die Nacht und der gestrige Tag haben uns beiden sehr gut getan – und wir sind überglücklich. Wenn es nach uns ginge, könnten die Stunden noch unendlich dauern.
Aber es ist wieder Zeit, zu gehen. So packen wir unsere Sachen ins Auto und machen uns fröhlich und unbeschwert, aber ein wenig wehmütig auf die Rückreise.
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Ob dieses besondere Erlebnis jemals Wirklichkeit wird, für Dich, für mich oder für sonst jemanden ?
Schön wäre es, vielleicht aber bleibt es auch nur bei einem schönen Traum – träumen und hoffen dürfen wir ja, stimmt’s ?