Saint Jacques - Pilgern auf französisch / Filmkritik
Ich war letzte Woche im Kino und habe zwei Stunden totalen Wohlfühlens und Entspannens und Freuens inkl. lautem und leisem Lachen und Tränen abwischen erlebt..."Saint Jacques...Pilgern auf französisch" heißt der Film, den ich Euch warm ans Herz lege.
Worum geht es?
3 völlig verfeindete Geschwister in den Vierzigern: eine harte, verbitterte Studienrätin und Familienmutter, ein völlig gestreßter Unternehmer mit alkoholkranker Frau und ein freundlich-charmanter, chronisch arbeitsloser Trinker. Diese drei haben sich ewig nicht gesehen, sind sich spinnefeind und treffen sich beim Notar nach dem Tod ihrer Mutter wieder. Die war schwerreich und sie können sie beerben - allerdings nur unter einer ganz kleinen Bedingung: sie müssen gemeinsam den Jakobsweg nach Santiago de Compostella gehen und dabei alle Nächte unter demselben Dach verbringen...
Sie schließen sich total genervt und widerwillig einer geführten Pilgertruppe an, die außerdem noch aus 2 reichen französischen Abiturientinnen, 1 gerade vom Krebs genesenen, das Leben wieder entdeckenden Frau und 2 arabisch-stämmigen französischen Jungs besteht, von denen der eine in eine der Abiturientinnen verliebt ist und dem anderen eingeredet hat, sie gingen nach Mekka, damit der mitkommt...und einen Führer mit privaten Problemen gibt es auch noch.
Der Film begleitet diese neun unterschiedlichen Figuren erst durch Frankreich und und dann durch Spanien, wobei er uns schon allein durch wunderbare Landschaftsaufnahmen beglückt. Gleichzeitig erleben wir, wie diese Truppe sich zusammenrauft, wie sich ganz unerwartete Paarungen und Freundschaften bilden, Menschen "zu sich" finden, ein Analphabet lesen lernt...wie Geschwister anfangen, sich ein klein bißchen zu vertragen, Menschen aufeinander zugehen....mehr passiert eigentlich nicht. Aber die Dialoge...umwerfend!
Ab und zu nimmt der Film uns mit in eine Herberge oder eine Stadt.
Wie in französischen Filmen oft üblich, wird nicht lange nach Hintergründen (zB für die erbitterte Verstrittenheit der drei Geschwister) gefragt oder geforscht -- es ist alles Hier&Jetzt.
Unglücklich sind sie eigentlich alle immer nur, wenn sie dumm genug sind, nach Hause zu telefonieren und sich anschließend Sorgen machen, aber nichts an den Ereignissen zu Hause ändern können - zum Glück stecken sie meistens in Funklöchern oder haben keinen Strom, um ihre Handies aufzuladen.
Erzählt wird das alles mit großem Charme, Witz und feinem Humor und ist wunderschön fotografiert.
Erwähnenswert ist auch noch, das gelegentlich die nächtlichen Träume der Pilger fabelhaft inszeniert gezeigt werden - das habe ich noch nie so gelungen gesehen.
Und ich betone: es ist ein Film über Menschen in einer seltsamen Ausnahmesituation, eigentlich kein Film über den Jakobsweg. Er spielt nur auf ihm. Mit Religion hat der Film nichts zu tun (falls das jemand befürchtet).
Ich kann nur raten: geht rein, freut Euch mit!
Der Film tut der Seele gut und gibt für Stunden Schwung - und bestärkt evtl. sogar diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, den Jakobsweg nach "Santiago de Mecca" zu gehen...
Allein diese fantastische Kirche, in der sie am Ziel mit hunderten anderer Pilger zusammen (das schienen mir Originalaufnahmen zu sein) aus einem riesigen Weihwasserkessel ihren Segen bekommen, scheint es wert zu sein.
Begeistert: Tonie
3 völlig verfeindete Geschwister in den Vierzigern: eine harte, verbitterte Studienrätin und Familienmutter, ein völlig gestreßter Unternehmer mit alkoholkranker Frau und ein freundlich-charmanter, chronisch arbeitsloser Trinker. Diese drei haben sich ewig nicht gesehen, sind sich spinnefeind und treffen sich beim Notar nach dem Tod ihrer Mutter wieder. Die war schwerreich und sie können sie beerben - allerdings nur unter einer ganz kleinen Bedingung: sie müssen gemeinsam den Jakobsweg nach Santiago de Compostella gehen und dabei alle Nächte unter demselben Dach verbringen...
Sie schließen sich total genervt und widerwillig einer geführten Pilgertruppe an, die außerdem noch aus 2 reichen französischen Abiturientinnen, 1 gerade vom Krebs genesenen, das Leben wieder entdeckenden Frau und 2 arabisch-stämmigen französischen Jungs besteht, von denen der eine in eine der Abiturientinnen verliebt ist und dem anderen eingeredet hat, sie gingen nach Mekka, damit der mitkommt...und einen Führer mit privaten Problemen gibt es auch noch.
Der Film begleitet diese neun unterschiedlichen Figuren erst durch Frankreich und und dann durch Spanien, wobei er uns schon allein durch wunderbare Landschaftsaufnahmen beglückt. Gleichzeitig erleben wir, wie diese Truppe sich zusammenrauft, wie sich ganz unerwartete Paarungen und Freundschaften bilden, Menschen "zu sich" finden, ein Analphabet lesen lernt...wie Geschwister anfangen, sich ein klein bißchen zu vertragen, Menschen aufeinander zugehen....mehr passiert eigentlich nicht. Aber die Dialoge...umwerfend!
Ab und zu nimmt der Film uns mit in eine Herberge oder eine Stadt.
Wie in französischen Filmen oft üblich, wird nicht lange nach Hintergründen (zB für die erbitterte Verstrittenheit der drei Geschwister) gefragt oder geforscht -- es ist alles Hier&Jetzt.
Unglücklich sind sie eigentlich alle immer nur, wenn sie dumm genug sind, nach Hause zu telefonieren und sich anschließend Sorgen machen, aber nichts an den Ereignissen zu Hause ändern können - zum Glück stecken sie meistens in Funklöchern oder haben keinen Strom, um ihre Handies aufzuladen.
Erzählt wird das alles mit großem Charme, Witz und feinem Humor und ist wunderschön fotografiert.
Erwähnenswert ist auch noch, das gelegentlich die nächtlichen Träume der Pilger fabelhaft inszeniert gezeigt werden - das habe ich noch nie so gelungen gesehen.
Und ich betone: es ist ein Film über Menschen in einer seltsamen Ausnahmesituation, eigentlich kein Film über den Jakobsweg. Er spielt nur auf ihm. Mit Religion hat der Film nichts zu tun (falls das jemand befürchtet).
Ich kann nur raten: geht rein, freut Euch mit!
Der Film tut der Seele gut und gibt für Stunden Schwung - und bestärkt evtl. sogar diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, den Jakobsweg nach "Santiago de Mecca" zu gehen...
Allein diese fantastische Kirche, in der sie am Ziel mit hunderten anderer Pilger zusammen (das schienen mir Originalaufnahmen zu sein) aus einem riesigen Weihwasserkessel ihren Segen bekommen, scheint es wert zu sein.
Begeistert: Tonie
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