Ein neugierig zwangloser Internet Kontakt, mit Profilabgleich und der Neugier auf gemeinsame Interessen. Man lebt sogar in der gleichen Stadt, man lebt hier von der Neugierde…, auch des anderen. Ein Telefonat nach Austausch von unzähligen, virtuellen Kontakten, dann war es soweit. Ihre Stimme, ihre Art zu sprechen, sich mitzuteilen und unsere Unterhaltung…, es ging in die Hose.
Sie war hektisch und bestimmend, sie wollte mir in 10 Minuten die Welt erklären. Ich dachte, dafür braucht man mindestens eine viertel Stunde, Inklusive der einfachen und speziellen Relativitätstheorie von Albert Einstein und der Darlegung der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Einzelheiten sollte man bei der zeitlichen Knappheit nicht mit einbinden.
Wir hatten lange Zeit keinen „virtuellen“ Kontakt mehr…, ich hatte sie, ehrlich gesagt schon vergessen. Dann kam nach 2 Monaten eine private Nachricht in mein Postfach: Erinnerst du dich noch an mich? Wir wollten uns doch mal treffen?
Sie hat mich zu sich nach Hause eingeladen, italienisches Essen und eine Partie Schach. Sie möchte meine Schachkünste testen und sich für ihre zweimonatige Abwesenheit entschuldigen. Ich meldete mich nicht mehr…, lange Zeit. Dann kam die nächste E-Mail. Die Spaghetti werden kalt, wann treffen wir uns?
Meine Antwort:
Nach 2 Monaten werden Spaghetti eben kalt und „en Passant“ d.h. im vorüber oder vorbei gehen (auch eine Schachregel), lasse ich mich nicht schlagen. Soweit habe ich mich bereits emanzipiert…, als Mann wohlgemerkt. Wenn (M)man(n) Frau Schach spielt, sollte (M)man(n) Frau damit rechnen, dass so manches Spiel eben nicht zu Stande kommt.
Wenn doch und der Sieger(in) auf dem Podest steht, sollte er/sie daran denken: Es ist nur ein Spiel. Wenn es aber Liebe würde…, wäre es unser Spiel und das Spiel unseres Lebens gewesen, es wäre dann unser Spiel gewesen.
Und es würde dann erfüllend und bereichernd in unserer Erinnerung haften, wie das Post it auf der Glasscheibe meines Bildschirmes. Darauf stand: Schachtreff mit Schachbrett bei Schachbrett Frau.
Für dich und mich, ein jeder für sich und doch gemeinsam... trafen wir uns nie.
Schach ist eben ein Spiel…, das Verrückte gesund hält.
© Peter Braun
Foto: dinolino/ Pixelio.de
Schach ist eben ein Spiel…, das Verrückte gesund hält.