Viele geben der Uni Bayreuth, bzw. Häberle eine Mitschuld und sehen in den Äusserungen Lepsius lediglich eine Verteidigung, oder sogar Unverschämtheit.
Da ich vom ersten Tag an dabei war, habe ich einmal meine Sicht der Dinge zu diesem Punkt dargestellt und möchte das AUCH hier publizieren.
Hier ein Link zu einem Bericht vom Spiegel:
Bayreuther Professor rechnet mit Guttenberg ab
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748009,00.html
Ich habe die komplette Guttenberg-Dissertation durchgelesen.
Manche Passagen mehrmals, anderes nur überflogen.
Wie bei so einer Arbeit üblich, also von einem völligen Verständnis noch meilenweit entfernt.
Aber ich weiss eben, was Häberle vorgelegt wurde!
Oder auch nicht, da ja zwischen der Abgabe der Dissertation im Jahre 2006 und ihrer Veröffentlichung 2009 erwiesenermassen zahlreiche Änderungen vorgenommen wurden.
Insgesamt hat Gutti also 9 Jahre daran "gearbeitet".
Und ich war auch vom ersten Tag kritisch bei Guttenplag dabei, nicht als Plagiatsucher, sondern eher als Verifizierer der einzelnen erhobenen Vorwürfe.
Der eigentliche Text besteht aus 393 Seiten, bei denen vielfach Fussnoten und Anmerkungen 1/3 bis über 1/2 der einzelnen Seiten einnehmen.
Die Literaturliste ist fast 50 Seiten lang und beinhaltet knapp 1.300 Einträge.. (ohne die fehlenden!)!
Die Anzahl der Fussnoten ist zwangsläufig höher, da ja auf manche Werke mehrfach verwiesen wurde.
Häberle, aber auch andere, können unmöglich diese ganzen Werke im Kopf haben!
Sie können sie nicht einmal alle gelesen haben!
Absolut unmöglich!
(Es gibt nämlich auch noch ggf. zehntausende, hunderttausende, millionen weitere Werke, Bücher, Vorträge, Hausarbeiten, (Zeitungs)Artikel, usw., die in dieses Gebiet fallen!)
Und das in einem Themenbereich, in dem häufig eine ähnliche Wortwahl benutzt wird.
Was bleibt da grossartig anderes übrig, als dem Doktoranden ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen?
Wo sollte man bei dieser riesigen Literaturliste und noch mehr Fussnoten vermuten, dass das "wenige" angeblich Selbstformulierte, auch noch kopiert wurde?
Wobei das "wenige" Selbstformulierte NICHT abwertend gemeint ist, sondern für so eine analytische Arbeit völlig normal ist.
Noch einmal: 393 Textseiten, 1.300 Literaturangaben!
Also 3,3 pro Seite!
Aus so einem Quellenreichtum ein logisch zusammenhängendes Werk zu produzieren, ist auf jeden Fall eine beachtliche Leistung!
Nur weiss man HEUTE nicht, wer diese in welchem Umfang erbracht hat!
Häberle dachte mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass es Gutti war..
Viele jetzt als Plagiat bekannte Stellen stammen aus Quellen, die ein Doktorvater nicht unbedingt liest.
Hausarbeiten von Studenten anderer Unis?
Als weltweit in diversen Bereichen tätiger Prof?
Oder die von Gutti in Auftrag gegebenen "Bundestags-Expertisen" des "Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments"?
Nein, von einem Leser der Dissertation 2006/07 würde ich niemals verlangen, dass er die getarnten Plagiate hätte erkennen müssen!
Auch nicht mit einer Software!
Dazu sollte man einfach mal 5 Jahre zurückdenken!
Viele Dinge haben erst nach und nach ihren Weg ins Netz gefunden, soweit sie überhaupt digitalisiert vorliegen.
Google dürfte seinen Datenbestand in diesen letzten 5 Jahren verzigtausendfach haben!
Auch heute gibt es bei Guttenplag noch weisse Seiten der Dissertation..
..was nicht heisst, dass diese von Gutti stammen!
Englische Übersetzungen sind sehr viel schwieriger aufzuspüren.
Selbst heute!
Und die Nutzung des Übersetzungsdienstes des Parlaments etc. ist derzeit ja auch noch nicht geklärt.
Gutti entschuldigt sich ja nur für das, was bewiesen wurde...
Eine vielfache Kritik bezieht sich auf die Begleitung Häberles während Guttis Promotion.
DORT kann man nur spekulieren.
Wurden die Hausarbeiten, Artikel und die Arbeiten des Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments schon in der Zeit als eigene Gedanken verkauft?
Wurde da schon angetestet, wieweit man den Häberle betrügen kann?
Denkbar wäre es..
Nur woher kommen die 21 Monate des "vorläufigen" Doktortitels zwischen Mai 2007 und Januar 2009?
War da doch einiges aufgefallen, wass der Gutti zu verbessern hatte?
Was damals noch als akzeptierbarer "Fehler" angesehen wurde, der aber zu beseitigen ist?
Warum der Antrag Guttis, den Doktor vorläufig tragen zu dürfen?
Wahlen standen nicht an..
Pure Eitelkeit?
Oder forderten transatlantische Bündnisse/Vereine von ihrem Mitglied, dass Adel, Geld und Haargel bei einem vermurksten Studium ungenügend sind?
www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html
Nach manchen Umfragen haben angeblich 85% der Bevölkerung hinter Gutti gestanden.
Häberle stand dem Blender noch näher..
Also noch mehr unter dem "blendenden" Einfluss.
Ggf. sogar auch unter dem Einfluss, dass er (Gutti) etwas mit den "Spenden" der Rhön Klinikum AG von einer 3/4 Million Euro zu tun habe.
Kritiker von Häberle oder anderen sollten sich im klaren sein, dass Juristen an sich KEINE misstrauischen Betrugsanalysten sind!
Rechtsprofessoren sind sogar eher alles andere!
Oft viel menschlicher und zutraulicher, also leichtgläubiger..
Und gerade Häberle wird das nachgesagt..
Umso perfieder, wenn Gutti so einen Menschen so extrem belogen und betrogen hat.
Noch einmal der Link der Süddeutschen zu Häberle:
www.sueddeutsche.de/karriere/peter-haeberle-guttenbergs-verzweifelter-doktorvater-1.1065414
Lepsius als Häberles Nachfolger hat absolut Recht getan, Gutti als Betrüger zu "(vor)verurteilen"!
Er, Lepsius hat eben Anstand!
Nach meinen Infos hat Gutti zumindest das Lebenswerk seines Doktorvaters zerstört oder zumindest irreparabel geschädigt.
Pfui Teufel, Gutti!
