Ich weiß heute nicht mehr, wie oft ich in meinem Leben ein "Danke, liebe Schutzengel" in Richtung Himmel geschickt habe. Als meine Kinder kleiner waren, hatten ihre Schutzengel viel zu tun. Ein Engel alleine hätte es kaum geschafft, meine Sprösslinge (fast) unbehelligt aus brenzligen Situationen zu befreien.
Schutzengel sorgten dafür, dass mein damals elfjähriger Sohn einen Fahrradunfall überlebte. Die Verletzungen heilten zum Glück ohne Folgen ab. Auch hier hatte sicher mindestens ein Schutzengel seine Hand über ihn gehalten - wie auch ein paar Jahre vorher, als er sich an einer Mischmaschine verletzte - oder einen Unfall mit dem Rennkart hatte.
Eine meiner Töchter war besonders wagemutig. So waren Stürze an der Tagesordnung: Ob mit Rollschuhen, dem Fahrrad oder beim Klettern: Ich rechnete jeden Tag mit einem neuen Missgeschick. Doch dank ihrer Schutzengel blieb es bei Armbrüchen und Gehirnerschütterungen. So manches Mal konnte ich erleichtert aufatmen, wenn sie noch so gerade ohne eine Verletzung davongekommen war. Immer ging mein Stoßgebet in Richtung Himmel: "Danke, liebe Schutzengel..."
Schutzengel hatte auch meine jüngste Tochter, damals eineinhalb Jahre, die in einen Pool gefallen war. In einem kurzen unbewachten Moment war es passiert. Unter Tränen der Erleichterung dankte ich ihren Schutzengeln. Auch als ich sie, sie war damals sieben, (wieder mal) verzweifelt gesucht habe, schickte ich mein Stoßgebet zum Himmel: "Lieber Gott, liebe Schutzengel, helft, dass ihr nichts geschehen ist." Meine Bitte wurde erhört. Zehn Minuten später stand sie vor der Tür und verstand überhaupt nicht, warum ich mich so gesorgt hatte. Sie hatte bei einer Schulkameradin mit Barbies gespielt und vergessen, zur verabredeten Zeit nach Hause zu gehen.
Ich denke, jeder, der Kinder hat, wird Ähnliches erlebt haben. Welch ein Glück, dass es Schutzengel gibt, die manchmal aber auch zu spät kommen.
Bild: pixelio
Margot Kessler
