Er kniete auf dem sanften schwarzen Torf in einer Hand ein kleines Häkchen was sich tief in die erde eingräbt mit der zweiten Hand gestikulierte er mit sanften Bewegungen so als wenn er niemanden stören wollte. Er redete und schaute nicht einmal auf, als ich an ihm vorbeiging und es schien, als ob er die Welt um sich herum vergessen hatte. Meine Schritte wurden langsam bis ich einfach stehen blieb und ich hörte zu. Kaffee sagte er, konnte keiner so machen wie du ich vermisse Deinen Kaffee, neulich kam Tante Thea zu besuch aber du weißt ja ihren Kaffee konnte man nie trinken, so bitter und stark brüht sie ihn auf da lob ich mir doch die neuen Pad’s die man kaufen kann..immer ein perfekter Kaffee aber nicht zu vergleichen mit deinem Kaffee. Es fällt mir schwer morgens allein aufzustehen… kein Guten Morgen, kein Geschirr klappern wenn du morgens das Frühstück zubereitetest, nichts… nur Totenstille und selbst Möhrle will nicht raus…der Kater überlebt uns alle. Wie soll ich leben ohne dich???, früher hatte alles sein Ordnung, Freitags ging’s du zum Markt um frisches Gemüse zu holen und ich las die Zeitung, war froh das du mal nicht da bist denn dann brauchte ich nichts zu tun. Wie sagtest du immer „wer arbeitet rostet nicht“ doch wenn es spät wurde und du immer noch nicht zurück warst, machte ich mir schon Sorgen.Samstags putztest du mich aus dem Haus, selbst mein Arbeitszimmer musste ich räumen und der Staubsauger verfolgte meine Füße. Heinz begrüßte mich jeden Samstag immer mit den gleichen Worten na? …ist die Alte wieder am putzen?...aber Pils zapfen konnte er, er ist auch krank und will seine Kneipe aufgeben. Irgendwie werden unsere Freunde immer weniger. Ich lese jetzt jeden Tag die Todesanzeigen in der Zeitung…aber ich finde auch dort unsere Freunde nicht. Ich lese viel und finde immer wieder Bücher indem Du manchmal ganze Sätze mit einem Bleistift unterstrichen hast. Ich versuche dann heraus zu bekommen was dich dazu bewogen hat. Manchmal ist es so als wenn ich dann Post von Dir bekomme und du mir noch immer etwas sagen willst. Jetzt weiß ich warum du immer so versunken warst in deinen Büchern, du machtest dir immer Gedanken. Deine Gedanken sind jetzt bei mir… das hast du mir hinterlassen. Wie soll ich leben ohne dich?...Wir haben neue Nachbarn aber davon erzähle ich dir am Sonntag…ich muss los, heute muss ich noch zum Doktor und morgen hat Tante Thea Geburtstag. So jetzt sieht es wieder schön aus, blaue Veilchen habe ich dir gepflanzt, die hast du immer geliebt..die blauen Veilchen. Ich sah wie er seine Fingerspitzen küsste und mit diesen ihre Grabplatte berührte. Er stand auf packte alles in eine Plastiktüte und ging fort. Ich beobachtete ihn noch eine Weile und dachte mir,.. so ganz geht man wohl wirklich nicht. Sie war noch da, für ihn lebendig in seiner Erinnerung doch auch so real. Roy
So ganz geht man nicht
So ganz geht man nicht..wie soll ich leben ohne Dich
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