Sommer
Die Gerste hat ihr Haupt schon Richtung Erde gesenkt.
Der Sommer hat den längsten Tag schon verschenkt.
Die Mohnblüten haben, von Wärme müde und matt,
die roten Festtagskleider abgelegt, Blatt für Blatt.
Kornblumen haben die Häupter zum Himmel gehoben
und mit zartblauer Spitze ihre Röckchen gewoben.

Glitzernd und glänzend, kleinen Feen gleich,
eilen Libellen über den bleiern schimmernden Teich.
In der heißen Sonnenglast
tragen Bienen und Hummeln heim süße Last.
Tieffliegende Schwalben, mit schrillen Schreien,
die flimmernde Ruhe der Dorfstraß´entweihen.

Die Mücken , wie ein Balett überm Weiher
und über die Sonne zieh´n feine Schleier.
Schmetterlinge, von einer Brise getragen , vorüberschweben
Jäh erwachen die Bäume zu raschelndem Leben.
Von fern her hört man ein dumpfes Grollen
als ob schwere Wagen über Steinpflaser rollen.

Ganz fahl wird nun der Sonne Licht,
Düstere Wolken quellen auf, Schicht um Schicht.
Regen beginnt zu fallen, ganz leise,
malt auf Weiher und Teich konzentrische Kreise,
dann Blitz auf Blitz hernieder fährt,
die Dunkelheit teilend wie Scharfrichters Schwert.

Getragen von wilden Sturmes Schwingen
hört man von Ferne die Kirchglocke klingen.
Verwirrt von den den Tropfen, die zu Boden jetzt schlagen
hocken im hohlen Baum krächzend zwei Raben.
Immer lauter der Donner, immer stärker das Rauschen
Die Welt hält inne , sie scheint zu lauschen.

Endlich - die letzte Wolke wird vom Winde verweht,
der letzte Regen als Nebel zum Himmel schwebt.
Wieder durcheilen die Schwalben die Luft,
tief atme ich ein der Rosen Duft.
In fernen Regenbögen sich spiegelt der Sonne Glanz,
lädt erneut alle ein, zum Sommertanz.


Copyright Carena Gabi M. 28.06.08
gewidmet meinem Mann