Stille Nacht
Wenn du wissen willst,
was Stille bedeutet,
dann such Dir die Stelle im Wald.
Ein Holzkreuz
zeigt Dir den Platz,
wo sie ihn fanden.
Es ist 20 Uhr 10,
Strassen und Autos und Bahnen sind leer.
Nur hinter Fenstern leuchten Kerzen,
singen Kinder, strahlenn Paare.
Wo niemand ist, ist er.
Auf verschneiten Pfaden
geht er die Zeiten zurück,
die er liebte.
Nebel verliert sich,
gibt den Blick frei
auf das Dorf,
dessen Strassen er suchte.
Und sich fand als ein Fremder.
Fremder, der er ist,
klammert sich an Vertrautheiten,
als da sind
- -
nur Worte,
wie Strassen, Namen.
Ein Telefon in jener Nacht
hat seinen Traum zerstört,
zu ihr zu gehören;
der Anruf eines Fremden
war vertrauter
als seine Anwesenheit.
Die Flucht in den Schnee
vollzog sich in aller Stille.
Sie fanden ihn erst am nächsten Morgen
an seinem Wagen,
der sich im tiefen Schnee festgefressen hatte.
Der Tank war leer, die Zündung an.
Die Obduktion ergab
keine äusseren Einflüsse.
Der schneeverhangene Himmel
hatte seine Zukunft
mit Eiseskälte zugedeckt
und sein Herz gefroren.
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Schnee deckt auch Leben zu...