Bekanntlich gibt es immer mehr Paare, die in getrennten Betten schlafen. Paare in einem Bett haben nicht nur weniger Tiefschlafphasen, sie wachen auch leichter auf als Menschen, die allein schlafen. Frauen sollen davon besonders betroffen sein. Angeblich schnarchen bis zu 60 Prozent der über 60-Jährigen, was manchmal sogar die Lautstärke eines Motorrads ohne Auspuff erreichen kann.

 

In späteren Jahren sind viele leichter um ihre Nachtruhe zu bringen, wer kennt das nicht. Man schläft weniger tief und wacht öfter auf und hat seltener das Gefühl, wirklich ausgeschlafen zu sein. Möglicherweise wird es aus diesem Grund mit der Zeit leichter, ein eigenes Bett einzufordern - und nicht nur davon zu träumen. Wenn ein Kind auszieht, wird  ein Zimmer frei. Man besinnt sich allmählich wieder auf sich selbst und möchte sich etwas gönnen, anstatt immer nur an andere zu denken.

 

Ich kenne Frauen, die sehr gern alleine schlafen möchten, sich aber nicht trauen, mit ihren Männern darüber zu reden. Im Internet gibt es sogar Foren, die dieses Thema behandeln. Auch ohne gemeinsame Nachtruhe kann eine Beziehung harmonisch sein, wie viele Frauen, aber auch immer mehr Männer, meinen. Kann es sein, dass sich ein neuer Trend abzeichnet? Ein Trend, der dem eigenen Schlafzimmer sein bisher schlechtes Image nimmt?

 

Zwei Menschen, die jede Nacht in einem Bett verbringen, durchlaufen meiner Meinung nach einen partnerschaftlichen Lernprozess. Ein Bett miteinander zu teilen ist anfangs sehr romantisch, auf die Dauer aber auch nicht gerade einfach, denkt man an die Signale, wie und wann man ins Bett geht und an die übrigen Eigenheiten des anderen. Da bleibt es nicht aus, dass es zu Irritationen kommen kann. Viele Schlafstörungen könnten mit dem Schlafverhalten des Partners zu tun haben. Nicht umsonst heißt es "Lieber getrennt gut schlafen als gemeinsam schlecht".  

 

Hat man sich auf getrenntes Schlafen geeinigt (vorausgesetzt, die Möglichkeit ist vorhanden), kann man sich ein Leben ohne eigenes Bett (und Zimmer) gar nicht mehr vorstellen. Getrennt zu schlafen kann eine Liebe frisch halten und muss sicher nicht das  Ende bedeuten, oder?

 

 

 

 

Foto:pixelio

Stephanie Hofschlaeger