Der Regen klatschte gegen die Windschutzscheibe nach 4 stuendiger rumpliger Autofahrt von der Provinzhauptstadt Medan. Ein Sauwetter am Wolken verüllten Tobasee. Holum, unser Taxifahrer kann das nicht die Laune verderben, "nach Regen scheint wieder die Sonne". Ja und genau so war es als wir die Bootstour im Hafen von Parapat antraten in Richtung TukTuk der kleinen Insel-Ortschaft. Einer der Schlepper an Bord wollte genau unser gebuchtes Ressort anpreisen, er lachte herzhaft als er unsere Internet - Buchung erfuhr.

Eine deutsche Frau die dieses Ressort im Batak-Stil am Lake Toba führt, hat deutsche Verhältnisse in puncto Sauberkeit eingeführt, im sonstigen Chaos von Sumatra. In ihrem Toba-Resort stimmt einfach alles, die selbstgebackenen Brötchen auf dem Frühstücks - Bueffet schmecken köstlich und die Sonne lachte dazu am frühen Morgen.

Mein Name ist Annette Horschmann sagte sie als sie sich an unserem Tisch gesellte, " Ich komme aus Bochum - Hattingen und lebe seit 1994 auf dieser Insel im Lake - Toba". Eigentlich wollte ich nicht nach Sumatra, doch einige Touris haben mich damals in Australien auf meiner Weltreise so bedrängt, den Tobasee musst du dir unbedingt angucken, es war für mich ein Fügung. Hier lernte ich einen Batakmann kennen und lieben, heute sind wir seit 16 Jahren verheiratet. Eigentlich wollte ich nach meinem Jurastudium ein Jahr auf Weltreise gehen und danach eine Anwalt-Kanzlei in Bochum öffnen.

Sie müssen unbedingt die alten Königs Gräber hier auf meiner Insel besuchen. Die uralten Steinsärge gibt es nur auf Samosir. Sie stellte uns ihren Wagen mit Fahrer zu Verfügung. In Ort Tomok verliessen wir das Auto, spazierten über einen kleinen Markt mit vielen touristischen Verkaufsständen und gelangten zu einem über 400 Jahre alten Friedhof mit Steingräbern der ehemaligen Bata-Könige umgeben von riesigem Banyan-Bäumen. Der letzte König lebte noch 1945 gemeinsam mit seinen 12 Frauen zusammen. Weiter erfuhren wir; der Batak-Stamm waren damals die Kannibalen, bis der deutscher Missionar Ludwig Ingwer Nommenzen dieses Volk zum Christentum bekehrte und die Kannibalen-Zeremonie beendete. Leider erst in seiner zweiten Missionsphase (ca. 1881–1903) . Hier war er sehr erfolgreich, er wird heute noch in vielen Christlichen Gemeinden als Apostel verehrt.

Zwei Jahre lang berichtet die Hotelfrau habe ich die Batak-Sprache gelernt und weil ich heute den Batak-Dialekt beherrsche konnte ich mich mit diesem Volksstamm in ihrem Dialekt unterhalten und wurde gleich voll anerkannt. Vor eine Woche habe ich sogar von dem Insel Gouverneur einen Umweltpreis erhalten, sie müssen wissen, Ich Filter das Resort- Abwasser bevor es in den See geleitet wird. Annette ist die einzige deutsche Frau in Indonesien die diesen Preis erhalten hat. Dieser Pokal hat ein Ehrenplatz in ihrem Ressort erhalten.

Doch ihr aufregendstes Erlebnis war für die deutsche Frau ihre Hochzeitfeier in Verbindung mit den Geistern. In meinem Schlafzimmer hat meine Schwiegermutter eine "Geistersitzung" abhalten lassen," ich wusste gar nicht was mit mir geschah" und war der Mittelpunkt dieser Zeremonie. Ich musste auf dem Fußboden vor mein Bett für einen Geist eine Malzeit zu mir nehmen, andere haben gebetet damit unsere Ehe kinderreich wird. Inzwischen habe ich drei Kinder Marco (15), Julia (13) und Hotto (11).Ihre Kinder schickt sie gerne in der Ferienzeit nach Deutschland zu ihren Großeltern, die sind alle drei so selbstständig und fliegen schon nach Düsseldorf ohne ihre Mutter und werden dann von der Oma abgeholt. Mutter Anette vermisst in Sumatra eine echte Currywurst, und möchte gerne mal wieder richtig an einer Käsetheke einkaufen. Weiter erinnert sich Annette Horschmann an einem Wattentscheider Arzt mit wohlklingenden Namen Dr. Klapperich.

Der Supervulkan der vor etwa 75000 Jahren am Lake-Toba ausbrach, war der größte Vulkan der letzten 500.000 Jahren. Damals starben ueber 50% der Einwohner durch vulkanisches Material, das bis in eine Höhe von 50 Km hoch geschleudert wurde und sich in der Atomsfähre verteilte. Ebenfalls verband sich der Schwefel in der Luft mit Wasser und es entstand Schwefelsoure, die danach auf die Erde niederregnete. Das Weltklima sank bis zu 15 Celsius, nach der Verdunkelung der Sonne begann der so genannte vulkanische Winter.

Der Krater hatte nach dem Ausbruch in Sumatra eine Länge von über 90 Km und eine Breite von 30 Km. Dieser Krater füllte sich im laufe der Zeit mit Wasser, dadurch entstand der heutige Tobasee. Die Wassertiefe wurde mit 450 Meter gemessen und der See liegt in 909 Meter über dem Meeresspiegel. (s. meine Fotos Sumatra- Album)

Bu: Anette Horschmann (43) ist die einzige deutsche Frau die am Tobasee einen Umweltpreis bekommen hat.                

  Fotos  + Bericht :  fotosobo@gmail.com     (C.)   Manfred Sobottka