Tabu
Aufklärung sollte selbstverständlich sein.
Warum schreckten viele Eltern in den fünfziger und sechziger Jahren davor zurück, ihre Kinder vernünftig aufzuklären? Die "normalsten" Dinge wurden zum Tabu erklärt. Man versuchte krampfhaft zu vermeiden, von den Kindern so gesehen zu werden, wie Gott uns nun mal erschaffen hat. Unsere Neugierde wuchs dadurch eher noch, wie sollte es auch anders sein. Als wir mit 12 Kondome auf dem Schulhof fanden, dachten einige, es handelte sich um Luftballons... (So auch ich).
Die BRAVO musste ich mir später heimlich kaufen oder von Freundinnen in der Schule ausleihen. Eigentlich konnte man mehr oder weniger nur Vermutungen anstellen. Als ich das erste Mal meine Periode bekam, meinte meine Mutter: "Freu dich, dass du später Kinder kriegen kannst."
Als ich klein war, hieß es, dass der Storch die kleinen Kinder bringt. Ich wünschte mir dringend eine Schwester. Damit mein Wunsch erfüllt würde, sollte ich ein Zuckerstück auf die Fensterbank legen. Ich bekam einige Monate später zwar keine Schwester, dafür einen Bruder...
Meine eigenen Kinder sollten einmal ihrem Alter entsprechend aufgeklärt werden, das nahm ich mir jedenfalls vor. Als ich dann mit meiner damals 9jährigen ältesten Tochter ein "Gespräch von Frau zu Frau" führen wollte, meinte sie nur gelangweilt:"Aber Mama, das weiß ich doch alles schon. Und meine Freundinnen wissen es auch..."
Mein Sohn, damals im gleichen Alter, wusste auch schon alles - von seinen Freunden. Die Jüngste hörte sich eine Zeitlang geduldig meine Erklärungen an und versprach mir, sich mit Fragen immer an mich zu wenden. Was jedoch nie eintraf. Denn wozu hat man schließlich Freundinnen?
Unsere Eltern kannten es nicht anders. Sie wuchsen in einer Zeit auf, als es ein Drama war, dass Hildegard Kneef für ein paar Sekunden in einem Kinofilm nackt zu sehen war.
Der Film wurde erst einmal verboten...
Die BRAVO musste ich mir später heimlich kaufen oder von Freundinnen in der Schule ausleihen. Eigentlich konnte man mehr oder weniger nur Vermutungen anstellen. Als ich das erste Mal meine Periode bekam, meinte meine Mutter: "Freu dich, dass du später Kinder kriegen kannst."
Als ich klein war, hieß es, dass der Storch die kleinen Kinder bringt. Ich wünschte mir dringend eine Schwester. Damit mein Wunsch erfüllt würde, sollte ich ein Zuckerstück auf die Fensterbank legen. Ich bekam einige Monate später zwar keine Schwester, dafür einen Bruder...
Meine eigenen Kinder sollten einmal ihrem Alter entsprechend aufgeklärt werden, das nahm ich mir jedenfalls vor. Als ich dann mit meiner damals 9jährigen ältesten Tochter ein "Gespräch von Frau zu Frau" führen wollte, meinte sie nur gelangweilt:"Aber Mama, das weiß ich doch alles schon. Und meine Freundinnen wissen es auch..."
Mein Sohn, damals im gleichen Alter, wusste auch schon alles - von seinen Freunden. Die Jüngste hörte sich eine Zeitlang geduldig meine Erklärungen an und versprach mir, sich mit Fragen immer an mich zu wenden. Was jedoch nie eintraf. Denn wozu hat man schließlich Freundinnen?
Unsere Eltern kannten es nicht anders. Sie wuchsen in einer Zeit auf, als es ein Drama war, dass Hildegard Kneef für ein paar Sekunden in einem Kinofilm nackt zu sehen war.
Der Film wurde erst einmal verboten...
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