Täglich begegnen sie uns.

Die kleinen Holperlein, Versprecher, Ausrutscher oder sonstiger Unfug, über den man heulen könnte….muss man aber nicht!

Alles, was mich erfreut, erstaunt, wundert, interessiert oder wichtig erscheint, schreibe ich auf. Da ich viele Bekannte habe, die in Kindergärten und im Pflegebereich arbeiten, lese ich die Geschichten und Artikel gern in Kitas, aber auch in Seniorenhäusern vor.


Die in Seniorenheimen gewünschten Artikel haben meist etwas mit Kindern, Tieren oder mit Liebe zu tun, es darf sogar etwas zweideutig bis eindeutig werden, was mich oft erstaunt.

Stehen auf der Wunschliste Themen wie Kindermund und das Chaos, das Tiere manchmal anrichten können, kommen viele Senioren mit Tempotüchern zur Lesung.


„Das sind solche Taschentuchgeschichten, da kann man Tränen lachen,“ freut sich eine Dame auf die klugen Sprüche unseres Enkels.

Nach den Lesungen ist die Geräuschkulisse enorm und es gibt sofort Stoff für neue Artikel.


„Heute muss Frau K. wieder allein am Tisch essen,“ kichert eine Dame und der Herr neben ihr nickt lachend, bevor er mir die Dame zeigt. Die erklärt mir auch sofort den Grund.


„Besonders beim Essen denke ich an das, was sie vorgelesen haben und dann muss ich wieder prusten und lachen. Leider immer dann, wenn ich den Mund voll habe…“


„Weißte noch? Als Frau K. der Schwester Cordula die Sommersprossen mit dem roten Saft ins Gesicht geprustet hat? Mensch, war die sauer, dabei standen die ihr so gut,“ ulkt eine Gruppe, die am Fenster Platz genommen hat.

Bis zum Kaffee ist noch Zeit, man spielt Mühle, Halma oder Mensch ärgere dich nicht.

Munter schwatzen alle durcheinander. Ich mache mir gerade selber klar, dass hier nur die Leute sitzen, die ganz gesund im Kopf sind, bei Menschen mit Demenz ist der Humor anders…irgendwie leiser.


Dies hier ist ein Kindergarten…laut, lustig, fast übermütig.

Gerade faltet eine Dame aus einem Tempotuch eine Ziehharmonika, knickt sie in der Mitte und zupft die einzelnen Lagen so auseinander, dass eine Rosenblüte entsteht. Die steckt sie dem Herrn neben sich ins Knopfloch. Bald darauf ist die Papierrose im Haar einer anderen Frau, von dort geht sie an den Gürtel eines dunkelroten Kleides, wo sie fast edel wirkt.


Wenn mir nur einfallen würde, worin der Unterschied zu einem normalen Kindergarten besteht……